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 Betreff: Antikörper T3 /T4 – eine Interpretationshilfe
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: Di 12. Dez 2017, 21:08 
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Antikörper T3 /T4 – eine Interpretationshilfe
In sozialen Medien werden die Analyseergebnisse der T3-/T4-Antikörpermessungen sowie die Relevanz der T3-/T4-Antikörperteilweise falsch interpretiert. Daher im Nachfolgenden eine Interpretationshilfe:

Auftreten von Antikörpern
Antikörper gegen T3 /T4 können auftreten
• bei autoimmunerkrankten Hunden: genannter Anteil hypothyreoter Hunde mit AK je nach Quelle unterschiedlich, vom Auftreten im einstelligen Bereich bis zu Angaben bis zu 40 %.
• bei gesunden Hunden: Auftreten im einstelligen Bereich
• bei Hunden, die substituiert werden (fraglich, ggf. Hinweis auf falsche Dosierung).
Wenn AK gegen die Hormone messbar sind, sind nahezu immer auch TAK (AK gegen Thyreoglobulin) messbar. TAK treten hingegen meist ohne AK gegen die Hormone auf (das heißt, die AK gegen die Hormone sind sehr selten).
AK gegen die Hormone können also (ebenso wie TAK) auf eine Autoimmunerkrankung hindeuten, müssen es aber nicht.
Je nach Analysemethode können vorhandene AK gegen T3 / T4 die Messergebnisse von T3 / T4 nach oben oder unten verschieben (Anteil der Meßwertverfälschungen im einstelligen Bereich).

Analysemethode
Die T3-/T4-AK werden mit RIA (Radioimmunoassay) bestimmt:
Von einem Substrat mit radioaktivem Jod markiertem T3 bzw. T4 wird die Radioaktivität bestimmt. Diese beträgt 100 % (Anfangswert). Bei Zugabe von Patientenblut, welches AK enthält, binden diese das radioaktiv markierte T3 bzw. T4. Freies, ungebundenes T3 oder T4 bindet an vorhandener Aktivkohle und wird mit dieser ausgewaschen.
Die in der ausgewaschenen Lösung enthaltenen freien T3 und T4-Moleküle sind um die Moleküle reduziert, die an vorhandene Antikörper (oder andere Substanzen) gebunden haben. Die Radioaktivität der ausgewaschenen Lösung wird bestimmt und ist im Vergleich zur ersten Messung niedriger, z.B. bei 65 % des Anfangswertes. In diesem Fall würde der im Analyseergebnis angegebene Wert 35 betragen (100-65). Das Analyseergebnis stellt also die prozentuale Differenz der Radioaktivität zwischen dem Anfangs- und dem Endwert dar.
Wichtig ist, dass auch bei Nullproben (keine AK enthalten), bei T3 teilweise die Radioaktivität abnimmt, bei T4 fast immer. Bei der T3-AK-Bestimmung beträgt die Differenz bei Nullwert-Messungen bis zu 10 %, bei T4-AK-Bestimmung bis zu 20 %. Differenzen in diesen Bereichen kann man also quasi als „Hintergrundrauschen“ bezeichnen bzw. die genannten Differenzen als Nachweisgrenze.
Der sichere Bereich, ab dem man vom Vorhandensein von AK ausgehen kann, ist erst bei der Überschreitung der genannten Differenz der Radioaktivität (> 10 bzw. > 20 %) erreicht.

Was folgt daraus?
Werteinterpretation
AK gegen die Hormone sollten immer in Zusammenhang mit TAK interpretiert werden. Liegen keine TAK vor, ist die Wahrscheinlichkeit, dass AK gegen die Hormone vorliegen extrem unwahrscheinlich.
Die im Laborbericht angebenen Zahlen < 10 % bzw. < 20 % in der Spalte "Normalwerte" sind nicht als Normbereich zu interpretieren.
Befunde unterhalb von 10 % (T3) bzw. 20 % (T4) lassen keinen Rückschluss auf das Vorliegen von AK zu, insbesondere, wenn TAK negativ ist. Die als Messwert angegebenen Zahlen in der Spalte "Ergebnisse" bedeuten nicht, dass der Hund „eine geringe Menge“ T3- bzw. T4-AK besitzt. Eine SDU ist deswegen jedoch nicht auszuschließen.
Befunde oberhalb von 10 % (T3) bzw. 20 % (T4) zeigen das Vorliegen von AK auf. In der Regel sind die Werte deutlich erhöht sowie TAK positiv. Eine SDU muss deswegen jedoch nicht vorhanden sein.

Wozu misst man dann die AK?
Die Beurteilung, ob eine SDU vorliegt oder nicht, ist nur im Kontext aller Blutergebnisse, ggf. weiterer Untersuchungen, ggf. Verhaltensauffälligkeiten und körperlichen Anzeichen sowie nach einer sorgfältigen fachkundigen Anamnese möglich. Die AK-Bestimmung kann in diesem Zusammenhang ein weiterer Puzzlestein im Gesamtbild sein. Von deutlich größerer Relevanz ist jedoch der TAK (auch hier gilt: positiver TAK bedeutet nicht unbedingt vorliegen einer SDU).
Wichtig können AK-Ergebnisse bzgl. der Interpretation auffällig hoher (oder niedriger) T4-/ T3-Werte sein, insbesondere unter Substitution bei bereits relativ hoher Dosis. In diesem Fall könnten die Werte evtl. durch AK verfälscht sein. Es sollten jedoch auch anderer Ursachen überprüft werden. Hierzu können z.B. Verfütterung von hormonhaltigem Fleisch oder Futter, plötzlicher Wechsel auf nicht hormonhaltiges Futter, Gabe der Tabletten mit dem Futter, nicht Aufnahme der Tabletten und vieles mehr gehören.



Quellen (Auszug)
Nachreiner, R. F., u.a.(2002): Prevalence of serum thyroid hormone autoantibodies in dogs with clinical signs of hypothyroidism. J Am Vet Med Assoc 220, 466-471
Piechotta, M.: Bestimmung von Autoantikörpern gegen Schilddrüsenhormone im Serum von Hunden und deren Einfluss auf die Schilddrüsendiagnostik. Diss. med. vet. Hannover, 2007
Mahnke, Karina: Schilddrüse und Verhalten. Aulendorf fachpraxis Nr. 51, Juni 2007


Ergänzungen und Hinweise bitte als neues Thema im Diskussionsbereich einstellen.

Urheber: Beate Zimmermann & http://www.yorkie-rg.net
12.12.2017
15.12.2017: Rechtschreibkorrekturen
20.12.2017: Hinweis TgAK entfernt, Hinweis AK bei Substitution ergänzt
24.12.2017: Methodenbeschreibung korrigiert, TAK ergänzt

_________________
Manchmal denke ich, es ist Hauptaufgabe der Hunde, uns Menschen bescheiden zu halten. [Patricia B. McConnell]
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Zuletzt geändert von BeaSin am So 24. Dez 2017, 16:43, insgesamt 4-mal geändert.

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