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Fütterungn und Stress
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Autor:  BeaSin [ Fr 23. Feb 2018, 00:27 ]
Betreff:  Fütterungn und Stress

Hi

Ich hab kürzlich das Buch „Lehrmeister Ratte“ von K. G. Lambert gelesen (empfehlenswert).
Die Autorin beschreibt (u.a.) einen Versuch von W. Pare (1976 veröffentlicht): Laborratten hatten freien Zugang zu einem Laufrad, aber nur eine Stunde täglich Zugang zum Futter. In der Zeit konnten sie fressen, soviel sie wollten. Die meisten Ratten rannten sich nach 5 Tagen zu Tode. Manche Ratten verzichteten in der Stunde der Fütterung aufs Essen und rannten weiter im Laufrad. Bei der Untersuchung der toten Ratten zeigten diese deutliche Anzeichen von Stress (u.a. Magengeschwüre).
Die fehlende Verknüpfung von Aufwand (Laufen) und Belohnung (Nahrung) bereitete den Tieren offensichtlich massiven Stress. Sie hatten das „Gefühl“ keine Kontrolle über die Situation zu haben.
In einer anderen Versuchsreihe wurden Ratten für ihre „Arbeit“ (Futter ausgraben) mit eben jenem Futter belohnt. Andere Ratten erhielten das Futter einfach so. Diese Ratten waren u.a. bei Problemen (Futter aus einem Gegenstand puhlen) weniger ausdauernd. Auch hier wird darauf hingewiesen, dass die „unverdiente“ Belohnung die Kalkulation des Gehirns bezüglich Arbeit und Ertrag durcheinanderbringt. Die Autorin schließt daraus (in Bezug auf Kindererziehung):
„Sobald die nicht-kontingenten Belohnungen die kontingenten Erfolge zahlenmäßig übertreffen (was ungefähr der technischen Definition für „verziehen entspricht), verwirren wir unsere Kinder. Frustration und Stress nehmen zu, wenn sie erkennen, dass sie nicht mehr wissen, wie sie reagieren sollen, um zu bekommen, was sie sich wünschen oder brauchen.“
Soweit die Forschung….
Ich habe mir überlegt, was das für unsere Hunde bedeutet. Es gibt Hunde,
  • die müssen sich alles Futter erarbeiten, z.B. im Rahmen von Training oder einem Futterball o.ä.
  • die erhalten nach den Spaziergängen Futter. Hier könnte man den Spaziergang als „Arbeit“ bezeichnen.
  • die bekommen einmal am Tag zu einer (nahezu) festen Zeit ihr Futter. Hier stehen Futter und „Arbeit“ in keinerlei Zusammenhang.
  • die erhalten 6 Tage zu mehr oder weniger feste Zeiten Futter und an einem Tag die Woche gar nichts. Auch hier stehen Futter und „Arbeit“ in keinem Zusammenhang oder im Extremfall in einem konträren.
Nach den beschriebenen Versuchen müssten die beiden letzten Fütterungsmodelle für den Hund einen Kontrollverlust darstellen und extremen Stress bewirken.
Ist dem so?
LG Bea

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