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Schilddrüsenhormone bei Menschenaffen - die netten Bonobos

Fr 1. Jun 2018, 21:35

Bonobos bleiben länger jung
„..Während einige Forscher die Unterschiede im Verhalten auf die Dominanzverhältnisse zwischen Frauen und Männern in der Gruppe zurückführen, sehen andere sie in einem verlangsamten Prozess des Erwachsenwerdens der Bonobos… Die Analyse der Urinproben ergab, dass bei Schimpansen die Schilddrüsenhormone einen ähnlichen Verlauf aufweisen wie beim Menschen: hohe Werte in der Jugend und ein Abfall während der Pubertät. Nicht aber bei den Bonobos: Bei diesen zeigten die Messwerte des Schilddrüsenhormons T3 bis weit in das Erwachsenenalter jugendliche Werte. Im Gegensatz zu Mensch und Schimpansen behalten Bonobos also die jugendlichen Hormonspiegel bis ins hohe Erwachsenenalter bei. Anders als Schimpansen übertreffen männliche Bonobos ihre Weibchen sogar noch in der Konzentration der Schilddrüsenwerte. „Unsere Studie ergab, dass männliche Bonobos, die für ihr gering ausgeprägtes aggressives Verhalten bekannt sind, höhere Schilddrüsenhormonwerte hatten als Weibchen“, sagt Verena Behringer vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. „Hohe Schilddrüsenhormonwerte reduzieren möglicherweise die Aggression bei männlichen Affen.“ Möglicherweise bevorzugen die Bonobo-Weibchen mit Schilddrüsenhormon „gedopte“ Männchen als Paarpartner. … „Jetzt gilt es herauszufinden, welche biologische Bedeutung die erhöhten Schilddrüsenhormone bei den Bonobos im Detail haben“, sagt Verena Behringer. „Da der Schilddrüsenhormonabfall des Menschen zwischen dem von Bonobos und Schimpansen liegt, ist noch offen, welche der beiden Arten den ursprünglicheren Schilddrüsenrhythmus präsentiert. Mit anderen Worten, ob der Schimpanse frühreif oder der Bonobo ein Spätzünder ist.“

Neben den weiteren Punkten (Einfluss auf Dauer der Jungend, wo liegt der Mensch…) fand ich die folgenden Aussagen bemerkenswert:
„Die Analyse der Urinproben ergab, dass bei Schimpansen die Schilddrüsenhormone…..“ . Hups. Urinproben? Meines Wissens gibt es da (wie beim Blut) art- und individuelle Unterschiede und die Urinmenge stellt eigentlich nur die „Abfallmenge“ dar.
Leider nur in Kurzfassung: http://www.eje-online.org/content/69/1/13.short
„Hohe Schilddrüsenhormonwerte reduzieren möglicherweise die Aggression bei männlichen Affen.“ Ok: möglicherweise / beim Affen. Eine Umkehrung (niedrigere Hormonwerte steigern die Aggression) und eine Übertragung auf Hunde ist nicht möglich. Dennoch deutet der Artikel darauf hin, dass es (beim Affen) einen Zusammenhang gibt zwischen Schilddrüsenwerten und Verhalten. Das ist doch schonmal mehr, als manch einer bisher anzunehmen bereit war.

LG Bea
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