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 Betreff: Humanstudie: TSH u T3/T4-Quotient / Hund:Umwandlungsstörung?
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: So 11. Nov 2018, 20:12 
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Bei Menschen sind TSH und der fT3/fT4-Quotient diagnostisch relevant.
Mit steigendem TSH steigt auch der fT3/fT4-Qutient.
Erhalten Menschen (ob euthyreot und SD-krank) T4, fällt der Quotient unterhalb des Wertes, den Menschen ohne Substitution haben.
In einer Studie konnte nun weiter differenziert werden,
• ist der TSH relativ niedrig (< 5 mIU/l) sinkt der Quotient bei T4-Substitution unterhalb des Wertes unbehandelter Menschen, da externes T4 nur geringfügig in T3 umgewandelt wird und vorwiegend den fT4-Level beeinflusst (T4 steigt, T3 bleibt – niedrigerer Quotient).
• ist der TSH höher (> 5 mIU/l) ist der Quotient annähernd dem Wert unsubstituierter Menschen. Dies kann evt. dadurch erklärt, dass einige TSH-aktivierte Dejodinasen das zugeführte T4 in T3 umwandelt.
Bereits in älteren Studien wurde festgestellt, dass eine „hyperthyreoide“ Dosierung von T4 erfolgen muss, um die TSH und T3-Werte gesunder unsubstituierter Menschen bei Substitution zu erreichen. Oder anders herum: erhalten gesunde Menschen T4, haben sie einen niedrigeren T3/T4- Level (heißt: entweder niedrigere T3-Werte oder höhere T4-Werte oder beides).
Um auf ein physiologisches T3/T4-Verhältnis zu kommen, kann man also
• entweder durch niedrigere T4-Dosierung dafür Sorge tragen, dass der TSH höher bleibt, als dies bisher angeraten wurde
• oder zusätzlich T3 substituieren. Die T3-Substitution ist jedoch in den Behandlungsleitlinien umstritten, sollte jedoch nach Meinung der Autoren überdacht werden.
Die Studie verweist darauf, dass sicher noch mehr gut aufgebaute Studien erforderlich sein werden.
Quelle: David Strich, Cherut Chay, Gilad Karavani et al: Levothyroxine Therapy Achieves Physiological FT3/FT4 Ratios at Higher than Normal TSH Levels: A Novel Justification for T3-Supplementation? Horm Metab Res 2018; 50(11): 827-831; DOI: 10.1055/a-0751-0498

Bei Hunden ist der TSH-Wert nur bedingt interpretierbar, der T3/T4-Quotient wird nicht zur Diagnose herangezogen. In Details unterscheidet sich die SD-Physiologie des Hundes von der des Menschen. Ob die o.g. Studie auf Hunde übertragbar ist, ist also fraglich.
Die folgenden – auf die Studie basierenden - Überlegungen sind also rein spekulativ (auch wenn dies der besseren Lesbarkeit nicht als Konjunktiv formuliert sind, allerdings in blauer Schrift) – und werden mit anderen Informationen verknüpft.
Das externe T4 wird in niedrigen TSH-Bereichen nur unzureichend in T3 umgesetzt.
Insbesondere bei Hunden, die niedrige TSH-Werte haben und substituiert werden, steigt der fT4-Wert, der T3-(fT3-)Wert zieht jedoch nicht mit bzw. der T3-(fT3-)Wert fällt sogar.
Dies ist in der Tat bei einigen Hunden zu beobachten.
Um den T3-Wert zu erhöhen, sind teilweise so hohen Dosen nötig, dass der Hund Überdosierungsanzeichen zeigt. Daher wird in diesem Fall häufig eine T3-Substitution begonnen.
Als Erklärung für eine T3-Substitution wird eine zusätzliche Umwandlungsstörung angenommen. Umwandlungsstörungen werden in der Fachliteratur als sehr selten bezeichnet. Die Anzahl der mit T4 und T3 substituierten Hunde scheint jedoch (nach subjektivem Eindruck) zuzunehmen und weit über dem „sehr selten“ zu liegen. Dies ließe sich aber durch die in der Studie aufgeführte Theorie erklären, dass bestimmte Dejodasen erst bei erreichen bestimmter TSH-Werten aktiv werden. (Anmerkung: im gesunden, unbeeinflussten SD-Zyklus wird TSH zirkadian ausgeschüttet, so dass immer wieder höhere Werte erreicht werden. Dies entfällt mehr oder weniger bei Substitution). D.h.: es würde keine zusätzliche Umwandlungsstörung vorliegen, sondern eine durch die Substitution bedingte Umwandlungsstörung.
Häufig wird – im Versuch die T3-Werte mit hoch zu ziehen – die T4-Dosis relativ hochgehalten. In Anlehnung an die oben erläuterte Studie wäre es daher zumindest bei einigen Hunden evtl. möglich, die Option zu testen, an das untere mögliche Level der Dosierung zu gehen um die physiologische Basis für die Umwandlung von T4 in T3 zu schaffen.

Diskussionen als neues Thema im Diskussionsbereich möglich.
Urheber: Beate Zimmermann & http://www.yorkie-rg.net
Stand: 11.11.2018

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Manchmal denke ich, es ist Hauptaufgabe der Hunde, uns Menschen bescheiden zu halten. [Patricia B. McConnell]
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