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 Betreff: Sky in ausbildung zum Therapiebegleithund
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: So 10. Dez 2006, 11:13 
Hallo zusammen,

ich wollte euch mal über eine Ausbildungsform berichten v. der ich hier (wenn ich mich recht entsinne) noch nichts gelesen habe.
Seit ca. einem Jahr bin ich mit meiner Airedaleterrierhündin Sky dabei die Therapiebegleithundeausbildung nach dem Steinfurther Modell zu machen (www.mittt.de).
Diese Ausbildung grenzt sich von ähnlich klingenden Ausbildungen (Therapie- u. Besuchshunde) dadurch ab, dass es hier ausschließlich um die Ausbildung von Hunden geht, die ihren Menschen in ihren therapeutischen u. pädagogischen Berufen begleiten.
In unserem Kurs sind bspw. Logopäden. Ergotherapeuten, Kinderärzte. Lehrer und wie ich, Heilpädagogen. Der Hund erfüllt also keinen Selbstzweck oder alllgemeinere Ziele (wie etwa Erhöhung der Lebensqualität), sondern wird ganz gezielt in pädagogische o. therapeutische Prozesse als Methode (auch wenn dies etwas instrumentalisierend klingt) und Motivation eingesetzt.
Die Bandbreite ist unglaublich weit. Ich nenne mal zwei Extrembeispiele. Ein Hund legt sich zu einem Wachkomapatienten (Fell an Haut) oder zu einem Menschen mit Spastik. Dort verweilt er ruhig. Es wirkt der Fell an Haut kontakt!
Oder ganz anders. Hyperaktives Kind übt Zirkusnummer mit einem Hund, der auf Signal durch einen Reifen springen soll (was er natürlich schon kann). hier wird strukturiertes Vorgehen, Ruhe, Empathie usw geübt.
Vom Erwerb sozialer Kompetenzen, über gezielt motorische oder koordinative Fähigkeiten üben bis über emotionale Nähe f. menschen, mit mangelnden Kontakterfahrungen.... möglich ist unglaublich viel.
Was muss das f. ein Hund sein, der das alles leistet?
Nein, das muss er gar nicht. Und das ist etwas was ich an der Ausbildung sehr schätze. Wer sich an Schilderungen meines Terriers erinnert, denkt an eine etwas überaktive verrückte Hummel und das ist sie auch heute noch. Sie muss auch nicht lernen sich ruhig zu jemanden zu legen und sich über längere Zeiträume streicheln zu lassen. Ich nutze das Potential das der Hund schon mitbringt. Bei Sky ist es eine besondere ansprechbarkeit f. geringe Reize. Sie ist wie geschaffen dafür bspw, antriebsarme Menschen zu Aktivität zu bewegen, da sie ihre "wenigen" Reaktionen sofort aufgreift und ihnen damit zeigt, dass ihr Handeln wirkt. Für einen schwer geistig behinderten Menschen ist es ein großes Erfolgerlebniss, wenn er einen Hund mittels eines kleinen Fingerzeiges lenken und leiten kann. Menschen, die sonst immer nur erfahren dass sie selbst gelenkt werden, können somit einen Rollenwechsel erleben.
Für mich ist es ein tolles Erlebnis, dass mein jecker Airedale, wie geschaffen f. genau diese Aufgabe ist und völlig begeistert mitmacht.
Da es nicht möglich ist, den Klienten einen korrekten Umgang mit Verstärkung nahezubringen, hat sich der Clicker als idealer Fernverstärker erwiesen. Das heißt ich kann jederzeit meinem Hund, auch wenn er mit einem anderen menschen gerade etwas macht, gezielt verstärken u. so in der Arbeit den optimalen Trainingszustand meines Hundes erhalten.
So, ich hoffe ich habe Berufskollegen jetzt mächtig Appetit gemacht und allen anderen einen Hundejob mehr vorgestellt.

liebe Grüße
Susanne und Sky


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 Betreff: Re: Sky in ausbildung zum Therapiebegleithund
Posting Nummer:#2  BeitragVerfasst: Mo 11. Dez 2006, 10:27 
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Hallo Susanne,

auch wenn ich fachlich mit dem Bereich überhaupt nichts zu tun habe fand ich deinen Bericht sehr spannend und interessant! Für Sky sicher auch eine tolle Aufgabe (und besonders schön, auch im Beruf mit dem Hund arbeiten zu können, stelle ich mir vor). Läuft es so ab, dass die Ausbildungsstätte erst mal schaut, ob der Hund überhaupt geeignet ist und dann wird etwas gesucht, was zum Hund passt? Oder wird geschaut, was der Hundehalter brauchen könnte und dann, ob der Hund das leisten kann :crazy ?

Lieben Gruss von
Michaela und Bischka


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 Betreff: Re: Sky in ausbildung zum Therapiebegleithund
Posting Nummer:#3  BeitragVerfasst: Mo 11. Dez 2006, 10:38 
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Hallo Susanne,

ich schließe mich Michas Meinung an.
Danke für den Bericht, ich find diese Arbeit unheimlich interessant und weiß das da viel Potenzial drin steckt.

Ich hab vor kurzem auf einem Spaziergang eine Lehrerein einer Förderschule getroffen, die mit ihrer Golden Retriever Hündin auch diese Ausbildung gemacht hat.

Sie hat sie mit im Unterricht dabei und eine "Hundestunde" pro Klasse ist 2xpro Woche fest im Stundenplan verankert.

Ich wünsch Euch weiterhin viel Erfolg,
LG Kathrin

_________________
Warum hat Noah damals die zwei Zecken nicht zertreten ?????

http://www.Beavens-Welt.de
http://www.Rettungshundestaffel-SpreeNeisse.de


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 Betreff: RE: Sky in ausbildung zum Therapiebegleithund
Posting Nummer:#4  BeitragVerfasst: Mo 11. Dez 2006, 11:49 
Hallo Micha, hallo Kathrin

Zitat:
Läuft es so ab, dass die Ausbildungsstätte erst mal schaut, ob der Hund überhaupt geeignet ist und dann wird etwas gesucht, was zum Hund passt? Oder wird geschaut, was der Hundehalter brauchen könnte und dann, ob der Hund das leisten kann :crazy ?


ÄÄÄh also so herum:
die ersten Seminare sind theoretisch und ohne Hund. Das heißt es werden überhaupt erst einmal Einsätze dargestellt und besprochen. Dann beginnt man im Grunde schon einen inneren Abgleich zu schaffen, wäre was f. meinen Hund, wäre nichts f. meinen Hund. Grundvoraussetzung ist immer dass der Hund nicht aggressiv reagiert und in zweifelhaften Situationen eher zum Rückzug neigt und er darf natürlich nicht so unsicher sein, dass er sich durch alles mögliche gestresst fühlt. Dies wird auch überprüft. Ansonsten macht man einen Abgleich zwischen: was brauche ich? was kann mein hund? was muss er lernen damit ich ihn besser einsetzen kann? Dabei helfen die seminarleiter, die Gruppe, der Austausch über den Hund. letztlich aber muss man es sich selbst erarbeiten und in Praxisseminaren u einem Prüfungsprojekt darlegen, dass man den Hund in einen sinnvollen Arbeitszusammenhang entsprechend integrieren kann. Auch unter den Hunden gibt es natürlich Multitalente, die sich von 10 ungeschickten Kinderhänden gerne beschmusen lassen und trotzdem mit Esprit durch einen psychomotorischen Parcours (ähnlich einem Agility Parcours) gehen. Das scheint mir aber die Ausnahme zu sein und auch nicht unbedingt erforderlich.
Ich fand es wichtig zu erleben, dass nicht nur die klassischen Hunde zum Einsatz kommen, wie der Golden Retriever (obwohl sie ohne Zweifel eine gute Figur machen), sondern dass eben auch Eigenschaften, die auf den Ersten Blick vielleicht ungünstig erscheinen wie, ganz klein, ganz quirlig oder schwarz, drahtiges Fell, f. all diese unterschiedlichen Eigenschaften gibt es "Anwendungsmöglichkeiten". Ein schwarzer HHund bspw. ist f. wahrnehmungsgestörte Menschen oft besser zu sehen. Ein drahtiges Fell gibt intensivere Berührungsrückmeldung usw. Es gibt tausend Beispiele dafür dass eigentlich jeder Hund (außer übermäßig ängstlicho. aggressiv) hier sein eigenes Potential mitbringt. Man darf halt gedanklich nur selbst nicht so eingeschränkt sein u. muss flexibel sowohl f. den Klienten als auch f, den Hund denken.
Spannend! Nicht einfach, aber spannend.
Wieviel man seinem Hund zumutet wird letztlich wie bei jeder Beschäftigung mit dem Hund individuell durch seinen besitzer entschieden. Hier wird es die geben, die zuwenig, die, welche zuviel fordern und hoffentlich viele, die genau die richtige Herausforderung f, ihren Hund finden.

lieben Gruß
Susanne


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 Betreff: Re: Sky in ausbildung zum Therapiebegleithund
Posting Nummer:#5  BeitragVerfasst: Sa 10. Feb 2007, 22:30 
Ich finde das auch ein super spannendes Thema,
ich arbeite als Erzieherin in einer integrativen Kindertageseinrichtung. Im letzten Jahr habe ich im Rahmen des Jahresthemas ein Projekt rund ums Pferd gemacht und die Wirkung von Tieren auch Kinder (behindert und nicht behindert) ist einfach enorm. Seitdem ist die Arbeit mit Tieren in unserem Haus ein großes Thema und wir plnen fleißig die Umsetzung. Ich habe mir auch schon mehrfach gedanken dazu gemacht, wie ich einen meine beiden Wauzis vielleicht auf eine tiergerechte Art und Weise mit in die Arbeit integrieren kann. Für meinem "Großen" (beardedmix) wäre das sicherlich einfach nur stess, er ist fremden gegenüber eher zurückhaltend und auch kinder sind ihm oft nicht geheuer. Er ist ein Secondhand-Hund der Kinde nicht positiv kennen lernen durfte. Ich finde es auch enom wichtig dass es für den Hund keinen Stress darstellt und selbstverständlich ausgeschlossen werden kann, dass der Hund agressiv reagiert. Da ich dafür meine hand nicht ins feuer legen kann, kommt er nicht in Frage. Ja und meine Kleine Maus braucht einfach noch etwas Zeit (Ist 1 Jahr und erst seit 4 Monaten bei uns) aber irgendwann könnte ich mir das bei ihr, nach entsprechender Vorbereitung schon vorstellen.
Ich fände es mal spannend zu hören wie so das durchschnittsalter der Hunde die die Ausbildung machen ist.
Werde mich mal schlau machen, ob es auch in meiner Nähe eine Ausbildungsstätte gibt.

Wäre denn diese Ausbildung für einen "kindergartenhund" das richtige? Ich mache ja keine therapeutiche Arbeite bei der mich der Hund unterstützen kann. Ich möchte einfach gerade den Kindern aus anderen Kulturen die Möglichkeit geben, ihre Ängst und Voreingenommenheit Hunden gegenüber abzubauen.


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 Betreff: RE: Sky in ausbildung zum Therapiebegleithund
Posting Nummer:#6  BeitragVerfasst: So 11. Feb 2007, 09:13 
Hallo Melanie

Ja , die Ausbildung wäre auch f. deine Arbeit geeignet. Wir hatten im Kurs einen Hovawart, der im Kindergarten arbeitet.
Das Allerwichtigste in so einer Gruppe ist meiner Meinung, dass der Hund einen Rückzugsraum hat, der unantastbar ist. 6 Std. unter 25 Kindern hält kaum ein Tier mit Freuden voll (aber auch das gibt es). also vieles hängt v. der Organisation ab. Ansonsten gibt es Hunde in allen möglichen Bereichen; Schule Kindergarten, Therapieeinrichtung, Krankenhaus , Arztpraxis, Kinderheim usw.
Die Hunde in unserem Kurs waren ganz unterschiedlich alt. Ich glaube f, die Prüfung muss der Hund mind. 18 Monate alt sein. wenn du deine junge Hündin mal integrieren möchtest, dann solltest du sie häufiger mal mitnehmen. Die meisten Hunde in unserem Kurs kannten schon lange ihr Einsatzgebiet.

Lieben Gruß
Susanne


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 Betreff: Re: Sky in ausbildung zum Therapiebegleithund
Posting Nummer:#7  BeitragVerfasst: So 11. Feb 2007, 13:09 
Hallo,
Habe mich da gestern mal eingelesen. Also für die Prüfung muss der Hund 24 Monate sein (stand auf der einen Seite).
Die Dinge die bei der Prüfung abgefragt werden sind bei meiner kleinen Maus bisher auch kein Problem. Außerdem hat sie ja noch zeit (ist ja erst 1JAahr), werde morgen mal anfragen, ob ich sie schon zu Kleingruppenarbeit mitnehmen kann.
Da sie die Box kennt und liebt wäre es auch mit der Rückzugsmöglcihkeit kein Problem.
Mein größtes Problem wird wohl sein einen Ausbildungsort in der Nähe zu finden. Woher kommst du und wo machst du das? Vielleicht kennst du ja einen Ansprechpartner.
Darf ich mal fragen was dich die Ausbildung kostet? War doch erstaunt über die Preise...

Liebe Grüße Melanie


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 Betreff: RE: Sky in ausbildung zum Therapiebegleithund
Posting Nummer:#8  BeitragVerfasst: So 11. Feb 2007, 16:59 
Hallo Melanie,

ich komme aus Wesel und mache die Ausbildung in Steinfurth bei Münster.
Was kostet die Ausbildung? Kann ich dir auswendig nicht sagen, aber wenn du die Seminarblöcke zusammenzählst, hast du die Summe.
Die Ausbildung kannst du steuerlich absetzen. Sobald der Hund im Erziehungsdienst tätig ist, kannst du auch alle Kosten den Hund betreffend absetzen (Futter, Versicherung, Spielzeug usw.) Manche Finanzämter zicken, da muss man hartnäckig bleiben. Der Hund ist dann ein "Arbeitsmittel" und kann als solches abgesetzt werden.

LG susanne


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 Betreff: Re: Sky in ausbildung zum Therapiebegleithund
Posting Nummer:#9  BeitragVerfasst: So 11. Feb 2007, 17:34 
Hallo,
das ist ja auch für keine zu große Entfernung, ich komme aus Duisburg.
Hast du da eine Internetseite oder eine Kontaktadresse? Werde aber auh selber mal im Internet danach suchen.
Hast mich da echt auf eine idee gebracht, fände es super meine kleine Maus entsprechend ausbilden und in den Arbeitsalltag integrieren zu können.

Danke dasss du dich so lieb meinen ganzen Fragen annimmst.

Liebe Grüße

Melanie


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 Betreff: RE: Sky in ausbildung zum Therapiebegleithund
Posting Nummer:#10  BeitragVerfasst: Mo 12. Feb 2007, 16:09 
Hallo Nachbarin

ne, das ist von der Entfernung ein Klacks. Glück gehabt. Manche kommen aus Bayern bis nach Steinfurth.
http://www.therapiebegleithund.de/
und die Hauptseite
www.mittt.de

achte auf die Links. Da gibt es jede Menge Berichte über Erfahrungen aus den Einsatzgebieten.

LG Susanne



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