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Wie findet man den neuen Hund?
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Seite 3 von 5

Autor:  Perkeo [ Mi 24. Mai 2017, 22:14 ]
Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?

Grüß Dich!

Zitat:
Du meinst:
Perkeo hat geschrieben:
Perkeo alias.... ihr wisst schon
Da muss ich dich enttäuschen. Wozu auch? Ich lese ja, was du schreibst. Ich erlaube mir allerdings, deine Text ein wenig umzustellen.


Lassen wir doch bitte die Kindereien. Hier kennt man sich seit Jahrzehnten. Jeder weiß, wer "Renegat" ist, ebenso wie du mich unter "Perkeo" kennst. Sofern tatsächlich doch nicht, frag Peter oder Marco. Sie wissen es.

Ich könnte nun auch deine Antwort von vorne bis hinten umstellen, die Textpassagen "quoten" die mir nicht gefallen und mit süffisanten Zweizeilern dagegen donnern. Inhaltlich bist du mir überhaupt nicht nahe gekommen, genauso wenig wie die anderen, die vor dir geantwortet haben. Du hast die mein Posting nicht verstanden oder in den falschen Hals bekommen.

Ich finde das schade, denn so kommt eine konstuktive Diskussion natürlich nicht in Fahrt. Wir bewegen uns einen halben Meter vor und zwei zurück.
Explizit da ich noch den Hinweis gab, dass das nun ein "radikaler Standpunkt" ist. Warum denkst du, habe ich das so geschrieben?

Damit Du, Beate oder Claudia mir jetzt jeden Satz auseinander nehmen und mit Gegenbeispielen füllen? Dann wären wir am Status Quo und alles dreht sich bis zum St. Nimmerleinstag im selben Muster.

Ich fühle mich schon wieder in der alten Tretmühle und trete eben nochmal mit...

Zitat:
Zitat:
Wer mich kennt, weiss dass ich manchmal zu radikalen Standpunkten neige. Der letzte Hund muss der beste sein, den Du je hattest.
Diese Aussage ist sinnleer. Warum? Es gibt keine Kriterien, was ein guter und was der beste Hund ist. Jeder Hund ist anders. Man kann sich auf seine Stärken einlassen, wenn man selber noch anpassungs- und lernfähig ist.


Sinnleer ist für mich eine Plattitüde wie "jeder Hund ist anders".
Natürlich ist jeder Hund anders. Das sind Milchmädchenweißheiten und wenn ich vom "besten Hund" geschrieben habe, meinte ich damit sicherlich nicht den "besten im VPG, den besten im Obedience, den gesündesten, den "liebsten" oder den, der sich am besten mit den Katzen verträgt.

Denoch kennt (zumindest in meinem Bekanntenkreis) jeder den Begriff des "One in a Million - Hundes". Das ist eine emotionale Angelegenheit. An diesen einen kommt keiner mehr ran. Die Hunde kann man ja leider nicht fragen, schon gar nicht wissen sie um ihre Vorgänger und können vergleiche anstellen. Wie fit war mein Herrchen/Frauchen vor mir? Wie ist es auf Hundebedürfnisse eingegagen? Wie "fehlertolerant" war es und wie konsequent in der Erziehung?

Fragen die man fair bewerten muss, auch wenn sie nie gestellt werden.

Du bist jetzt straff mit dem Mountainbike unterwegs und nimmst den neuen Hund mit. Löblich, was die Gesunderhaltung deines eigenen Körpers betrifft. Wobei das Risiko ja auch zunimmt... aber da nur am Rande.

Sei es drum, der Hund ist zunächst einmal bewegt. Das ist gut. HST ist auch umgestiegen auf Carbonwagen, Titanhüfte und E-Bike. Alles machbar.

Zitat:
Meine Ansprüche hatte ich genannt: weniger als 35 kg, mindestens 8 Jahre alt. Damit habe ich einen in seiner Welt erwachsen gewordenen Hund. Da hat zunächst der Hund Ansprüche, nicht ich. Und damit folgt ein Prozess der gegenseitigen Anpassung. Das ist ein langsamer, aber auch ein schöner Prozess, gespickt mit diversen scheinbaren Rückschritten.


Die Gewichtsfrage nötigt mich ja schon fast zu der Frage.... wozu? Um ihn im Zweifelsfall festhalten zu können? Oder tragen zu können? Ein 8 jahre alter Hund ist im besten Alter. Würd ich mal sagen. 8 Jahre als Notfall, Tierschutzhund sind 8 Jahre eingeschliffene Probleme. Was auch ganz klar aus deiner Beschreibung hervor geht. Natürlich ist der Hund bei dir in guten Händen. Auch wenn du mit Angst bisher eher wenig Erfahrung hast, du wirst das so angehen, wie mit den Hunden zuvor. Analysieren und daran arbeiten.


Zitat:
De facto sind wir hier ein altes Rentnergrüppchen und schwärmen von vergangenen Tagen. Man kann das furchtbar blumig ausdrücken oder auch überschätzen.
Ich schwärme nicht. Ich habe jeden Tag neue Herausforderungen, sei es mit dem neuen Hund in einer für ihn völlig neuen Umwelt, sei es bei meinem Sport, dem Mountainbiken (Das ich übrigens meinen vorherigen Hunden verdanke. #b2) .
Zitat:
Hundesport ist nicht das hundliche Kernthema. Dazu wird es von Menschen gemacht. Und um es gleich vorweg zu nehmen, die unsportlichsten Hundehalter habe ich beim Schutzhundsport getroffen. Den meisten Sport machen noch Turnierhundesportler. Der Rest macht entweder Nischensport oder Show der verschiedensten Art.


Den Hundesport hatte ich deshalb angesprochen, weil die Poster vor mir einhellig die Fähigkeiten ihres "neuen" lobten, ihn ihrer bisherigen Sportart schon "ganz ordentlich" zu sein. Obedience oder VPG, Unterordnung oder was auch immer. Da seh ich dann auch mal bei Facebook das ein oder andere Bild vom "Neuen" der dann auch schon "ganz ordentlich" ne Hürde nimmt. Mit dem Hinweis, dass das ja ein armes Tierschutzhascherl ist, sind die "Likes" und "Daumen hoch" fast garantiert.


Zitat:
Zitat:
Andersrum vielleicht bei Leuten, für die ein Hund im Alter immer wichtiger wird. "Kinderersatz" ist so ein böses Wort, aber auch das ist ein Anspruch, den Hunde niemals erfüllen werden.
Das ist das übliche Totschlagargument. Vergiss es. Es ist einfach nur dämlich. Unsere Kinder sind seit langem aus dem Haus. Unsere Enkel freuen sich jedesmal auf unseren Hund, den sie dann mit Wonne und Ausdauer streicheln. Und da habe wir das Stichwort schon gefunden. Es geht um emotionale Beziehungen. Sogar wenn Menschen wegen Demenz sich verbal kaum noch verständigen können, funktioniert das emotionale Verstehen noch recht gut. Warum man eine sozial emotionale Beziehung zum Hund immer als Kinderbetreuung sehen muss, entzieht sich meinem Verständnis. Die meisten Hunde sind erwachsene Tiere. Die alten Leute mit Hund, die ich treffe, wissen ihren Hund im allgemeinen sehr gut einzuschätzen. Und Hundebegegnungen bei diesen Haltern sind gottseidank von viel Erfahrung und Verständnis geprägt. Das macht alles einfacher.


Siehe oben.... radikaler Standpunkt. BTW find ich es etwas frech, das nun als "dämlich" abzutun. Denn ganz so lebens- und hundeunerfahren bin ich nun auch nicht, als dass ich nicht genau wüsste, dass die Hundehaltung eben AUCH dazu benutzt wird um soziale Defizite des jeweiligen Halters/Halterin auszugleichen. Stichwort "Nutzvieh".

Wenn dir das zu "dämlich" ist, sei's drum. Ich denke, ich kenne alle Seiten. Natürlich auch die, der dementen, alten Leute. Das ist aber ne völlig andere Baustelle, wie "unsere" hier. Ich sehe hier täglich einen sehr alten Herrn am Rollator. Er hat ein sehr kleines, ich schätze mittelaltes Hündchen an der Flexieine (Yorkiemix). Er geht immer sehr gefährliche Strecken, auf der Haupstrasse entlang. Ich hab ihn mal angesprochen. Er meinte nur "ist immer gut gegangen, und wir möchten jetzt weiter gehen. Vielen Dank und schönen Tag."

Zitat:
Da ich gedenke, meine Berichte weiter zu führen, möchte ich an dieser Stelle vorgreifend eines bemerken: Was die Intelligenz und assoziative Lernfähigkeit dieses Hundes anbetrifft, ist er den hier behütet groß gewordenen Hunden haushoch überlegen. Seine Bewertungen dessen was wichtig ist, unterscheiden sich aber deutlich. Gegen Danni sind die meisten Hunde Kasperle.


Das glaube ich dir. Insofern lies doch mein Einwand.... Deine Berichte liest eh kaum noch einer. Ausser deinen Fans hier. Geht mir ebenso. Das Netz hat sich verändert und im realen Leben schaut vieles anders aus. Bei unseren Treffen hab ich immer eine Frau getroffen, die ihre zwei Jungs gemanaged hat. Gut zu mir gefahren und gut wieder nach Hause gebracht.

Und das zieht sich eben durch so viele Begegnungen. Der Mensch möchte.... er möchte dies, er möchte das, er möchte.... und sei es nur berichten. Was möchte der Hund? Und was wäre jetzt so radikal daran, zu sagen: Ich probier's jetzt mal ohne Hund? Denn wenn man nicht mehr "brennt" für seinen Hund, wie kommt das bei ihm an? Er merkt es sofort, glaub mir.

Schönen Gruß,
Perkeo

Autor:  Renegat [ Do 25. Mai 2017, 14:48 ]
Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?

So sieht Danny aus:
Dateianhang:
IMG_4788.JPG

Autor:  BeaSin [ Sa 27. Mai 2017, 23:31 ]
Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?

Hallo Renegat
der sieht ja cool aus #s_mile#
Bisschen kräftig vielleicht - aber ist bestimmt nur Fell #m_ocking#

LG Bea

Autor:  claudia+spike [ So 28. Mai 2017, 00:26 ]
Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?

Hallo,

ich nehme niemandes Sätze mehr auseinander. Ignorieren von so manchen Postings hat sehr zu meinem inneren Frieden beigetragen. Deshalb gönne ich die Zeit lieber meinem Hund und mir. ;-)

Aber ich bin gespannt auf die Erfahrungen von Renegat mit Danny, die einen sehr selbstbewussten Eindruck auf mich macht auf dem Bild.

Liebe Grüße
Claudia mit Kimi, die mich auch vor ganz andere Herausforderungen stellt als Spike.

Autor:  Renegat [ So 28. Mai 2017, 15:15 ]
Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?

Grüß Dich Perkeo,

eigentlich wollte ich keine Diskussion vom Zaune brechen. Ich wollte nur die eine oder andere Erfahrung, die von der mit anderen Hunden abweicht, hier ab und zu erzählen. Ich bin zufrieden, wenn ein oder zwei Leute davon profitieren können. Ich habe meine selbst gestellte Aufgabe längst erledigt.
Wenn ich wissen soll, wer Perkeo ist, bitte per PN. Ich habe kaum noch Realnamen im Kopf.

Wenn man einen Text nicht versteht, hat das schlichte Gründe. Sender und Empfänger sind auf verschiedener Wellenlänge oder haben verschiedene Interpretationen der Botschaft. Die Botschaft hat etwa vier Seiten s. hier

Was meinst du, welche Seite beim Lesen deines Textes zuerst anklingt?
Und wenn man radikale Formulierungen gebraucht, ist die Gefahr eines Missverständnisses potenziert.
Was ist der beste Hund, wenn sich meine Lebenseinstellungen wandeln und ebenso meine emotionalen Beziehungen zu Tieren?
Wie sieht die Entwicklung einer emotionalen Beziehunge zu einem sieben Monate alten Hund aus (unser voriger) verglichen mit der zu einem mehr als acht jahre alten Hund, wenn man selber 13 Jahre älter geworden ist? Wenn ich mich mit Lydia über unsere Hunde unterhalte gibt es keinen besten. Wenn du vier Kinder hast, welches ist das beste?

Ja, ich bin straff mit meinem Mountain Bike unterwegs, aber natürlich ohne Hund! Da habe ich ganz eigene Ansprüche. Selbstverständlich kann ich den Hund auf dem Bike begleiten, wie zuvor die anderen. Aber es gibt zuviele Situationen, in denen das Bike in Danny Schreckreaktionen auslöst. Wozu dann das Bike nehmen? Das kann ich im Winter wieder versuchen. Das kommt dann beiden entgegen.

Wenn dich das Gewichtslimit des Hundes irritiert, dann solltest du mal wieder einen Hund ausführen, der überraschend heftig an der Leine zieht. Das vergessen langjährige Hundehalter als erstes. Nun was Danny anbetrifft, weiß sie, was die klassische Bedeutung eines Momentums ist und warum es gut ist, es bei zu behalten. Es ist der Impuls physikalisch gesehen. So springt sie, wenn der erste Ruck nicht reicht, sehr schnell einige Schritte zurück, um sich mit Anlauf (Aufbau des Momentums) ins Geschirr zu stürzen. Praktische Physik eben.
Natürlich ist ein achtjähriger Hund im besten Alter. Das kann ich nur unterstreichen. Rusty hat in der Zeit seine bis zu 30 km langen Runden gedreht. Tatsächlich war uns Danny als zehnjährig beschrieben worden. Der Tierarzt hielt das aber für zu alt. So haben wir uns auf acht Jahre geeinigt. Und von der konditionellen Passung her stimmt das gut zwischen uns beiden. Was Angstreaktionen anbetrifft, ist einiges noch unklar. Sie zeigt keine Ängstlichkeit. Sie reagiert auf bestimmte Situationen mit Flucht und Rückzugsverhalten. Anderen Hunden gegenüber kann sie in eine sehr aktive Vertreibung oder Abwehr verfallen, sofern eine gewissen Distanz unterschritten ist. Außerhalb dieser Distanz ist sie am anderen völlig desinteressiert.

Doch, das Argument mit dem Kinderersatz betrachte ich nach langer reiflicher Überlegung als dämlich. Es setzt den Sprecher in die moralisch überlegene Stellung und den gemeinten in die abgewertete. Wenn ich Hundesport betreibe, also die physischen Eigenschaften des Hundes für mein persönliches Wohlbefinden nutze, ist das besser als wenn ich seine emotionalen Seiten (und Stärken) nutze? Das ist dann schon fast Missbrauch?
Dem stimme ich überhaupt nicht mehr zu. Was Lorenz mit der sozialen Sodomie meinte, ist etwas ganz anderes. Das wird sofort klar, wenn man das ganze Zitat liest:
"Wer aber, von menschlichen Schwächen enttäuscht und verbittert, seine Liebe der Menschheit entzieht und sie an Hund oder Katze wendet, begeht zweifellos eine schwere Sünde, eine soziale Sodomie sozusagen, die ebenso ekelerregend ist wie die geschlechtliche. Menschenhass und Tierliebe ergeben eine sehr böse Kombination."

Ja, wir haben es ohne Hund probiert. Nach einer Woche war uns klar, jetzt noch nicht. Man trifft eine Entscheidung und steht zu ihr. Hat man sich geirrt, muss man die Suppe auslöffeln. Entweder die Zähne zusammen beißen und die Konstellation durchstehen oder die Niederlage eingestehen und den Hund woanders zu plazieren versuchen.

In dem viertel Jahr, das wir jetzt zusammen leben, hat sich einiges geändert. Es ist ein Trend und eine Entwicklung zu erkennen. Da kann ich jetzt Pläne schmieden.

Ob Danny für mich brennt? Keine Ahnung. Sie liegt irgendwo herum. Wenn es heiß ist, versteckt sie sich im Schatten im Garten. Wenn ich dann abends aufstehe und ihr sage, dass sie mitkommt, jumpt sie auf, rennt einmal im Dreieck, macht ein, zwei Pirouetten auf den Hinterbeinen und rennt dann erwartungsvoll zur Haustür.

#b_ye2# R.

ed. Grammatik

Autor:  claudia+spike [ So 28. Mai 2017, 22:13 ]
Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?

Hallo R.,

das mit dem Momentum kenne ich auch nur zu gut. Das hat Spike perfektioniert. Auch mit ein Grund, warum ich meine Grenze mittlerweile auf 10-15 kg Hund runtergefahren habe. Rücken und Knie werden bei mir mit wachsendem Alter nicht besser.

Bei einem Hund wie Danny braucht man vermutlich vor allen Dingen Geduld. Ein Kollege von mir hat einen roten Kater aus einem Messihaushalt aus dem Tierheim mitgenommen. Es wurde ihm von den Tierheimmitarbeitern sehr deutlich gesagt, dass das keine gute Idee ist, weil der Kater sich von niemand anfassen lässt. Der Kater hat sich in der Wohnung des Kollegen sofort verkrochen und kam nur aus seinem Versteck, um zu fressen oder die Katzentoilette zu benutzen, wenn niemand in der Nähe war. Der Kollege hat dem Kater Zeit gelassen. Monatelang. Mittlerweile ist der Kater handzahm und begrüßt die Besucher. Geduld zahlt sich aus. Manche Lebewesen brauchen einfach Zeit.

Muß ein Hund für mich "brennen"? Den Anspruch habe ich nicht. Ich freue mich, wenn ich erkenne, dass sich ein Hund in meiner Gegenwart wohl fühlt. Und ich freue mich umso mehr, wenn er auf meine Angebote zu spielen und zu trainieren eingeht. Kategorien wie Liebe und Dankbarkeit, die manche Menschen von ihren Hunden erwarten, sind meiner Ansicht nach menschliche Vorstellungen. Der Hund arrangiert sich mit der Situation, in die wir ihn gebracht haben. Er hat sie sich nicht ausgesucht. Wenn er sich darin wohlfühlen kann und Vertrauen fassen kann zum Menschen, dann ist das für ihn ganz sicher ein Plus an Lebensqualität und förderlich für die Beziehung Mensch - Hund.

Mein "Wort zum Sonntag" ;-)

Liebe Grüße
Claudia

Autor:  Lydia [ Di 30. Mai 2017, 14:32 ]
Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?

Hallo Bea,
aber klar doch: Dieser Hund ist nicht dick, es ist das dicke Teddy-Plüsch-Fell, das die Masse bringt…

Zu den ursprünglichen Fragen:
Wir haben stets Hunde auf Pflegestellen oder in Tierheimen besucht und dann den Eindruck dieses direkten Kontaktes zum Hund entscheiden lassen. Dabei spielten Rasse, Optik und derlei Vergleiche keine Ausschlag gebende Rolle. Allerdings haben sich damals zwei unserer Rüden ganz offensichtlich uns als neue Bezugspersonen ausgesucht. Da fiel die Entscheidung für den jeweiligen Hund leicht. Den Hund zwischen diesen beiden wählten wir gezielt aus. Diese 15-jährige Beziehung war nicht ganz einfach. Aber wir haben die Entscheidung für alle drei Hunde und das langjährige Zusammenleben mit ihnen nie bereut. Der „One-in-a-Million-Dog“ war auch dabei. Und kein Hund konnte oder musste je den Vorgänger „ersetzen“!

Da wir erst 29 Jahre Hundehalterleben vorweisen können, haben wir ja gemäß Perkeos Prognose noch (mindestens) ein Jahr Bewährungs-Zeit.
Dass das Unternehmen Danny (Kettenhund-Streuner-Tierheimhund und das jeweils Jahre lang) eine Herausforderung und ein Abenteuer werden würde, war uns schon vor dem Besuch dieses Hundes klar. Dass diese Hündin kein unbeschriebenes Blatt mehr ist, inklusive der„8 Jahre eingeschliffene Probleme“, auch. Aber wir wollten sie „live“ erleben, um eine Entscheidung dafür oder dagegen fällen zu können.
Dass wir uns einen mindestens achtjährigen, nicht allzu großen und schweren Hund aussuchen wollten, hat ganz reale Gründe in unserer Lebenssituation, die R. schon erläutert hat. Und wenn wir die metastasierende Krebserkrankung unseres Rustys noch in den Griff bekommen hätten, würden wir ja jetzt auch mit einem alten Hund zusammen leben. Warum also nicht einem anderen alten Tier noch für den Rest seines Lebens ein eigenes Zuhause bieten, wo er/sie möglichst so sein darf wie er/sie ist (z.B. betreutes Streunen)?

heute "heißen" Gruß
Lydia

Autor:  Lydia [ Di 30. Mai 2017, 14:47 ]
Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?

Hallo Claudia,
herzlichen Dank für Dein „Wort zum Sonntag“! Und ja, Dein Eindruck täuscht nicht:
Dateianhang:
Danny, der Tierheimindereckesitzer.jpg

Zitat:
Muß ein Hund für mich "brennen"? Den Anspruch habe ich nicht. Ich freue mich, wenn ich erkenne, dass sich ein Hund in meiner Gegenwart wohl fühlt. Und ich freue mich umso mehr,….
Ich ergänze noch für unsere Situation: … wenn wir beide in der gegenseitigen Verständigung Fortschritte machen - in welchen Situationen auch immer. (Vielleicht sollten wir ja auch erst Rumänisch lernen???)
Denn Danny ist ein sehr selbstständiger Hund, der sicherlich auch ohne menschliche Obhut überleben könnte. Dabei beobachtet sie die Menschen ständig, sehr genau und abwartend. Dieses Verhalten hat sie wohl notgedrungen zum größten Teil zum Überleben in ihren doch unüblichen Lebenssituationen und unangenehmen Erfahrungen entwickeln müssen. Die Tierheimleitung hatte uns vorgewarnt: Danny braucht eine geraume Zeit bis sie die Menschen eingeordnet hat, sich öffnet und anschließt.
Und sie ist eine sehr eigenwillige Hündin, die sich durchzusetzen versucht, wann immer es ihr wichtig erscheint. Dabei ist sie – trotz der Kippohren-ein richtiges Schlitzohr, das uns schon das eine und andere Mal überlistet hat.
Wir glauben jedoch, dass jetzt nach einem Vierteljahr der Zeitpunkt gekommen ist:
Zitat:
Der Hund arrangiert sich mit der Situation, in die wir ihn gebracht haben. Er hat sie sich nicht ausgesucht. Wenn er sich darin wohlfühlen kann und Vertrauen fassen kann zum Menschen, dann ist das für ihn ganz sicher ein Plus an Lebensqualität und förderlich für die Beziehung Mensch - Hund.
Könnte das dann vielleicht einer der unausgesprochenen Ansprüche eines älteren „Tierheimindereckesitzers“ (s.Perkeo) an seine Menschen sein? Eines Hundes, der von den Interessenten zwei Jahre lang mit “zu alt“ und/oder „nicht schön=kein Rassehund“ abgelehnt wurde?
Unser Part ist es, trotz all der Einschränkungen, die unser persönliches Leben und die Umwelt von uns und ihr fordern, mit viel Geduld auf Dannys Bedürfnisse ein zu gehen.
Und dabei werden wir versuchen, in ganz kleinen Schritten auf einen Nenner zu kommen, um ganz allmählich ihr volles Vertrauen zu gewinnen. Vielleicht ist das ja auch einer, um mit Perkeo zu sprechen, der weit zurück geschraubten „Hundeansprüche“, den wir haben. Dann aber aus Überzeugung und mit ganzem Herzen (um auch noch das angesprochene emotionale Ding zu erwähnen.)

Lieber Gruß
Lydia

Autor:  Renegat [ Di 30. Mai 2017, 16:46 ]
Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?

Grüß Euch,

eigentlich wollte in dem Faden ich nur berichten, wie Vorstellungen und Realitäten voneinander abweichen, weil Mensch die meisten Entscheidungen trotz guten Glaubens gar nicht rational trifft. Und das ist wahrscheinlich gut so.
Dann springe ich jetzt einmal zurück in Woche eins. Wir kennen uns kaum. Ich kann nicht ermessen, wie die innere Situation des Hundes aussieht. Wir müssen einander - bewusst oder unbewusst - genau beobachten.

Mit Danny waren wir sehr vorsichtig. Nur wenn sie gesichert war, öffneten wir die Haustür. Ihr Verhalten ließ darauf schließen, dass sie sich sonst sofort selbständig auf den Weg machen würde. Am Bauchgurt mit Ruckdämpfer und Panikhaken geführt, war auch ich auf der sicheren Seite.
Bei uns wird gebaut, viel gebaut. Die ICE-Trasse Stuttgart Ulm ist lang. Dort wird Tag und Nacht gewerkelt. Es war an unserem fünften Tag also Mitte Januar. Danny wollte unbedingt zur nächsten Baustelle. Es war dunkel und sehr kalt. Wir konnten also gut und flott laufen. An einer Zufahrt zum Trog der Eisenbahntrasse zog sie plötzlich an. Ich packte die Leine, um sie am Start zu hindern. Dabei zog sie den Panikhaken durch meine Hände. Daraufhin tat der das, wozu er erfunden worden war, er öffnete sich. Mirko und Rusty waren bei einem solchen Ereignis sofort stehen geblieben, um erst anzuziehen, wenn ich mich wieder sortiert hatte. Danny aber war sofort in einem kräftigen Spurt in der Dunkelheit verschwunden. Da stand ich nun. Ein Hund, der keine Rückrufkommandos kannte und auf eine Vergangenheit als selbständige Unternehmerin zurück blickte, war auf Tour gegangen. Immerhin konnte ich noch erkennen, dass sie in Richtung der nächsten Baustelle gestartet war. Im Trog dann war in diese Richtung wegen des gleißenden Gegenlichts der Bauscheinwerfer nichts zu erkennen. Ich wusste nicht einmal, wohin ich meine Füße setzten sollte.
Was tue ich jetzt?
Rufen hat keinen Sinn. Ich pfiff also einmal in der Hoffnung, dass der ungewohnte Laut, vielleicht eine Wirkung hat. Ich habe aber nie heraus gefunden welche es gewesen sein könnte.
Dann ging ich erst einmal weiter, um in Ruhe denken und planen zu können. Ich kannte von Mirko her ein Rufbellen, falls er sich im Eifer verfranzt hatte. Das hatte ich dann mit einer Imitation dieses ein bis zweifachen Bellers beantwortet. Danach war er in kürzester Zeit wieder bei mir.
Ich bellte also in hoher Stimmlage zweimal in die Nacht und ging dann zügig weiter. Nach 550 m (nachgemessen) war ich fast an der Baustelle angelangt, als ich links vor mir Danny bemerkte. Sie wartete. Ich war geistig so präsent, erst einmal stehen zu bleiben und sie in ruhigem Ton zu loben. Dann nahm ich den Karabiner in meine Hand und tat das, was ich stets bei Aufbruch zu hause tat. Ich sagt "Danny Leine". Das hatte ich schon bei Rusty ausgesprochen bewährt gehabt. Dann ging ich langsam auf sie zu, beugte mich sehr ruhig zu ihr hinunter und hakte den Karabiner ein. Sie wusste ja, was nach "Danny Leine" an Handlungen folgt.
Eine freudige Reaktion, "ach da bist du ja, komm her mein Schatz" hätte ein sofortiges Zurückweichen und zu einer eventuellen Flucht geführt. Die Bedeutung einer solchen Annäherung war ihr nur allzu klar.
"OK und weiter."
Das waren dann noch zehn Kilometer durch den kalten Winterabend. Wir mussten ja noch das nächste Dorf kurz kennen lernen. Natürlich erzählte ich nichts davon zu hause. Aber ich hatte eine Bestätigung, dass sich zumindest eine Beziehung zwischen uns entwickelt hatte. Ob es eines Tages eine Bindung wird, werden wir sehen.

#b_ye2# R.

Autor:  BeaSin [ Di 30. Mai 2017, 22:40 ]
Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?

Hi

Der Anlass des Threads war ja, dass ich einen neuen Hund suchte oder auch nicht. Oder auch doch….
Bei mir gelandet ist Floh.
Nach 1,5 Jahren mal ein Rückblick und Bestandsaufnahme….

Auf der Suche nach einem neuen Hund hatte ich in einem TH einen völlig überfetteten Harzer gesehen (Aussage TH: die Rase neigt dazu, Fett anzusetzen…..). Aber auch Plüschbären, die zu fett wirkten, aber eben plüschig waren. Auch Otis war mir stets zu dick. Bis er mal in einen See fiel und ich erkannte, dass er wirklich plüschig war.

Zitat:
Renegat: Wir hatten das langhaarige Fell übersehen.

Mir es kam auf dem Bild kurzhaarig vor….
Aber das ist relativ: RRs sind kurzhaarig… Dagegen ist Danny langhaarig. Über das plüschige sagt es aber nix aus.

Aber das nur am Rande…..

Als Floh hier einzog (ein wohl erzogener Hund, der sich an seinem Besitzer orientiert, Zäune respektiert etc.) hatte ich sie die ersten Tage im Garten auch an der Schleppleine.
Wenn wir jetzt in Urlaub auf C-Plätzen sind, stelle ich fest, dass sie sie Anbindung doof findet. Schleppleine geht. Wo genau sie den Unterschied sieht, versteh ich nicht. Die Schleppleine ist eigentlich (für sie) schwerer als die Anbindung. Die größere Reichweite nutzt sie ohnehin nicht. Ok, ich muss nicht alles verstehen.

Als ich halbwegs sicher war, dass sie auf mich reagierte, hab ich sie auch auf den Spaziergängen offline laufen lassen. Klappte super. Aber im Laufe der Zeit kannte sie die Umgebung, heißt: wo wir wohnen, wo das Wild steht… und sie kannte mich. Nach dem ersten Mini-Jagd-Ausflug hab ich sie in DEM Wald an die Leine genommen. Nach einem extremen Jagdausflug im ANDEREN Wald (fast 5 Minuten – ok, lächerlich, gibt Hunde die sind Stunden unterwegs), haben wir am Superpfiff gearbeitet. Und nach meinen Erfahrungen mit Superpfiff und Sina bleibt sie nun grundsätzlich im Wald an der Leine. (Vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass ihr Lieblingshobby ist, durch Wälder zu laufen und zu strunzen und das vom Vorbesitzer generell (mangels Wild im Wald) toleriert wurde. Diesen Luxus kann ich mir / ihr hier nicht leisten. Hier steht das Wild 5 Meter neben dem Weg und schaut interessiert…).

Zitat:
BeaSin: Habt ihr gesagt: das war ne doofe Idee, aber da muss ich jetzt durch?

Bereut habe ich es nicht. Da ich aber seit fast genau der Zeit, seit dem Floh hier ist, (unverhofft) beruflich stark eingespannt bin und auch sonst einige Dinge am Hals hab, frag ich mich manchmal, ob es für Floh die richtige Entscheidung war.
Die Vorbesitzer finden aber nach wie vor, dass Floh einen super Platz gefunden hat und wenn wir uns sehen, liegt die Orientierung von Floh eindeutig bei mir.
Wie Floh das sieht??? Keine Ahnung. Wenn ich 12 Stunden unterwegs bin, findet sie es vermutlich doof. Da ich nach Möglichkeit versuche, sie an WE oder an den Tagen vor den bekannten stressigen Tagen auszupowern, sollte es nicht an körperlicher / geistiger Auslastung fehlen.

Zitat:
Renegat: Andererseits können Hündinnen richtig zicken. Damit habe ich kaum Erfahrungen.

Jo Klein-Floh zickt Kangals an, die auf ihrem Territorium sind. Und schreit wie wenn man ihr ein Bein abgehackt hätte…..
Ist das typisch Hündin?
Otis hat das auch gemacht. Ich weiß, dass sein Vorbesitzer unheimlich stolz darauf war, wenn er andere Hunde angegangen ist. Und genauso hat er mich immer angesehen: „Hab ich toll gemacht, oder?“. Dazu kam dann Sinas Einfluß: „Mach du mal…“.
Floh war in ihrem alten Rudel der Melder. Auch hier: der Blick „Ey, war das nicht toll von mir…?“
(Zu dieser Melder-Funktion fehlern mir derzeit noch wirklich effektive Trainigs-Ansätzr…)


Zitat:
Renegat: in Halsband legten wir ihr nur am Anfang wegen der diversen Marken daran um. Die platzierten wir dann am Geschirr. Die Hündin hatte in ihrer Fellstruktur einen gut sichtbaren Ring um den Hals. Darunter verbarg sich eine fingertiefe Narbe. Dort war ein Halsband oder eine Kette eingewachsen gewesen, die man operativ entfernt hatte. Das erklärt einiges.

Irgendjemand hat mal gesagt, dass die Vorgeschichte des Hundes egal sei. Hunde leben im Hier und Jetzt und…..
An solchen Details merkt man, dass es eben nicht so ist. Das Erfahrungen (logischerweise) auch den Hund „prägen“.
Und es ist viel einfacher, diese „Prägung“ zu durchbrechen, wenn man weiß, woher sie kommt.


Zitat:
Renegat: Ihr Verhalten ließ darauf schließen, dass sie sich sonst sofort selbständig auf den Weg machen würde.
…..Dort wird Tag und Nacht Ich war geistig so präsent, erst einmal stehen zu bleiben und sie in ruhigem Ton zu loben. Dann nahm ich den Karabiner in meine Hand und tat das, was ich stets bei Aufbruch zu hause tat. Dann ging ich langsam auf sie zu, beugte mich sehr ruhig zu ihr hinunter und hakte den Karabiner ein. Sie wusste ja, was nach "Danny Leine" an Handlungen folgt.
Eine freudige Reaktion, "ach da bist du ja, komm her mein Schatz" hätte ein sofortiges Zurückweichen und zu einer eventuellen Flucht geführt. Die Bedeutung einer solchen Annäherung war ihr nur allzu klar.

Meine Eltern hatte einen Hund, der aus Rumänien kam. Angeblich Straßenköter, aufgrund s eines Verhaltens glaub ich das aber nicht.
Seine erste Aktion war, bei nächst bester Gelegenheit (also innerhalb der ersten Tage) die Biege zu machen und erst mal 4 Std. durch die Gegend zu streunen.

Das behielt er bei. Leine ab. Alles gut, solange nix los, wenn was los, dann weg.
Ich hatte ihn ab an und mit meinen Hunden mit (online – schweren Herzens). Nach einem ausgiebigen Spaziergang im Winter hatten die Hunde im Garten dann eine Spielphase, wo ich ihn losmachte. Er tobte mit und plötzlich zog er ins Dorf….

Er fand es total lustig. Rankommen lassen.. und wegdüsen. Seine Augen sagten mehr als alles andere.
Die Besitzer (als Bezugspersonen) waren leider nicht in der Lage, mit zu wirken.
Ich hab Hund wieder eingefangen….. Aber zwischendurch Blut und Wasser geschwitzt (wegen der Autos).

Zitat:
Renegat: Ich sagt "Danny Leine". Das hatte ich schon bei Rusty ausgesprochen bewährt gehabt.

Die Erfahrung, dass Hund A und die Kommandos von Hund B nicht versteht musste ich leider machen.
Klar geht es bei vielen Dingen nicht um verbale Äußerungen, sondern um Körpersprache. Aber auch da haben Hunde eben andere Sichtweisen…
Das Sina und ich uns kurzzeitig und –fristig neu orientieren mussten, als ich den rechten Arm gebrochen hatte, war klar.
Nun steht Klein-Floh vor ähnlichen Problemen, die mir erst bewusst machen, was eine „Hundeplatz“-Haltung bewirkt (ok – war mir bei Floh schon fast klar). Ein Arm in Schonhaltung ist ein Signal. Andere überlagernde Signale funktionieren nicht……
(Über das Hundeplatzmäßige Fuß bzw. das Signal „Körperhaltung“ mag ich gar nicht reden…. Sie kann perfekt Hundeplatz-Fuß – ist leider nicht alltagstaugllich).

Zitat:
Perkeo: Damit Du, Beate oder Claudia mir jetzt jeden Satz auseinander nehmen und mit Gegenbeispielen füllen? Dann wären wir am Status Quo und alles dreht sich bis zum St. Nimmerleinstag im selben Muster.

Ich hatte zwar Sätze von dir zitiert, dass war aber das, was ich aus deinem Posting als zentrale Aussage entnommen habe.
Renegat hat es ja schon gesagt: Sender und Empfänger.
Was du genau sagen wolltest, habe ich offensichtlich nicht verstanden. Vielleicht kannst du es ja nochmal in anderen Worte sagen?

Zitat:
Renegat: Wenn dich das Gewichtslimit des Hundes irritiert, dann solltest du mal wieder einen Hund ausführen, der überraschend heftig an der Leine zieht. Das vergessen langjährige Hundehalter als erstes

Ne, wird ich nie vergessen….
Ich darf auf mehr als 30 Jahre Hundeerfahrung zurückblicken (zum Glück waren meine Hunde sehr langlebig).
Ich werde nie vergessen, dass ich wegen Sina beim Arzt war, weil ich dachte, die Rippenfellentzündung hätte wieder Einzug gehalten. Ne, war Muskelkalter….
dann gabs natürlich auch noch jede Menge „Durchstarts“ von Madam, bei denen sie Halsbändern im Akkord durchriss (Wechsel auf Geschirr), Leinen am C-Platz durchriss (zeitweiliger Wechsel auf Doppelsicherung)
Verbrannte Finger undverschobene Kniescheibe
Vollbremsung beim Radfahren auf der Straße (bei dichtem Verkehr), weil Hund plötzlich und genau jetzt (… keine Ahnung, mehr, glaub sie mussten pinkeln)

Aber auch:
Hund im Alter zum gewohnten Schlafplatz bringen
Hund in Halb-Narkose heim bringen…. (ok, man kann Hund auch beim TA lassen, bis er wach ist. Find ich Scheiße für Hund…)
Hund mit Verletzung zum TA bringen
Hund zum letzten Gang zum TA tragen…

In den letzten Wochen von Otis hab ich ihn unenddlich oft ins Auto, ins WoMo, auf die Behandlungliege, die Treppe hoch…… getragen.
Um Sina auf ihren letzten Gang zu bringen, musste ich einen Nachbaren bitten, dass er mir hilft sie ins Auto zu bringen.

Aber auch das hatte ich schon:
Hund nach schwerer Krankheit, der sich topfit fühlt, und auf dem Rückweg erkennt, dass er sich übernommen hat.
Hund, der sich den Fuß vertreten hat und nicht mehr Laufen kann (ok – nicht mehr in der Geschwindigkeit, dass es mein durchgetackter Tag akzeptieren könnte)

Und wie angenehm es ist, eine läufige Hündin auf den Arm zu nehmen, hab ich erst mit einer intakten Hündin festgestellt.

@Perkeo:
Wann brennt ein Hund für mich, ich für ihn?
Über diese Frage(n) mache ich mir durchaus Gedanken.
Ich hab nicht für Otis „gebrannt“. Hat er für mich gebrannt?
Ich hatte ihn mal weggegeben, weil ich den Eindruck hatte, dass er lieber dort leben würde. In der ersten Nacht ist mir aufgefallen, dass ich auch für „Klein-Otis“ brenne… Am nächsten Tag kam der Anruf, dass er völlig unglücklich sei und ich ihn besser zurück hole….
Ich kenne Hunde, die geprügelt werden, im Zwinger leben, die im Negativbereich der Erziehungstheorie erzogen werden …. und die ihren Besitzer verteidigen bis aufs Blut. (ich kenne Kinder, die ihre völlig unfähigen Erziehungsberechtigten lieben).
Und irgendwann geht das ganze ins Stockholm-Syndrom über?
Was ist der Maßstab für „brennen“.

LG Bea

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