Hundefreunde Community Yorkie-RG

Herzlich willkommen in der Hundecommunity von Yorkie-rg.net
Aktuelle Zeit: Sa 18. Nov 2017, 23:07


Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Forumsregeln


Die Forumsregeln lesen



Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 47 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4, 5  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff: Re: Die besonderen Diensthunde
Posting Nummer:#21  BeitragVerfasst: Mo 9. Mai 2011, 11:50 
Zitat:
Original geschrieben von Bello meint

Zitat:
Gary gehört übrigens zu einer Rasse, die als extrem leichtführig gilt.


Zitat:
Original geschrieben von Renegat

Und bei Polizei und Zoll auch verwendet wird.



Deshalb habe ich Tom ja den Rat gegeben sich an deren Methoden zu orientieren, denn die Spürhunde befolgen u.a. Nein, Sitz, Bleib und Komm. Sie tun dies verlässlich und nicht nach Lust und Laune. Sie kommen, wenn man sie ruft. Sie bleiben sitzen, solange man will. Bei Nein hören sie auf mit dem, was sie gerade tun. Sie belästigen keine Leute durch anspringen, kläffen keine anderen Hunde an, jagen keine Katzen. Sie lernen das alles positiv.

Da schlägt niemand einen Golden Retriever, Labrador oder Spaniel mit der Eisenstange. Diese Spürhunde sind in der Regel sehr weich, da würde jede Form der Gewalt nur dazu führen, dass sie nervlich nicht mehr in der Lage wären, frei und gelöst zu spüren. Denn nur frei im Kopf und sicher in den Nerven können sie verlässlich eine Spürleistung bringen, auf die man sich verlassen kann. Wären sie im Laufe ihrer Grundausbildung an irgendeiner Stelle mit Gewalt traktiert worden, könnte man sich nie auf ihre Spürleistung verlassen. Sie würden in schwierigen Lagen in Stress kommen, „lügen“,d.h. nur so tun als suchten sie, falsch anzeigen usw.

Sie können also nur absolut gewaltfrei ausgebildet werden, denn sonst wären sie nach der 3 wöchigen Gehorsamsschulung nicht fähig, die sich anschließende Spezialausbildung zum Spürhund zu meistern.

Schade, dass hier niemand Interesse hat, von diesem Wissen zu profitieren, aber ich will mich da nicht weiter aufdrängen.



Diesen Beitrag melden
Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff: Re: Die besonderen Diensthunde
Posting Nummer:#22  BeitragVerfasst: Mo 9. Mai 2011, 13:35 
Offline
Forenjunkie
Benutzeravatar

Registriert: Do 8. Jul 2010, 19:25
Beiträge: 897
Themen: 64
Wohnort: Osnabrück
Geschlecht: Männlich
Nationalität: Deutschland
Hunderasse/n: Australian Shepherd
Zitat:
Sie können also nur absolut gewaltfrei ausgebildet werden
Hallo Bello m.,

was ist eigentlich der Unterschied zwischen gewaltfrei und absolut gewaltfrei? Gewaltfreier als gewaltfrei geht doch gar nicht, oder?


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff: RE: Die besonderen Diensthunde
Posting Nummer:#23  BeitragVerfasst: Mo 9. Mai 2011, 15:52 
Offline
Member
Member
Benutzeravatar

Registriert: So 1. Feb 2004, 14:12
Beiträge: 2742
Themen: 111
Bilder: 1
Geschlecht: Männlich
Hallo Bello,

Zitat:
Original geschrieben von Bello meint

Schade, dass hier niemand Interesse hat, von diesem Wissen zu profitieren, aber ich will mich da nicht weiter aufdrängen.
Ich horche ja schon lange. Aber es kommt nichts außer Überschriften. Da gibt es dann auch nichts zu diskutieren.

Zum Thema ist zu sagen, dass das Problem vielleicht weniger die Ausbildung ist, als der Alltag danach. Ein Diensthundeführer steht immer unter Beweisnot. :g
Ein normaler Hundehalter wird sich an seinem Hund und seinen eigenen Bequemlichkeiten oder Ängsten, die durch den Alltag bestimmt werden, ausrichten. Das wäre aber ein völlig anderes Thema.

Gruß R.

_________________
Es ist ein aufwändiger Prozess, von einer Dummheit zur nächsten umzulernen.
Georg Christoph Lichtenberg


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil Persönliches Album Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff: RE: Die besonderen Diensthunde
Posting Nummer:#24  BeitragVerfasst: Sa 14. Mai 2011, 20:34 
Zitat:
Original geschrieben von Renegat

Ich horche ja schon lange. Aber es kommt nichts außer Überschriften. Da gibt es dann auch nichts zu diskutieren.


Wie soll das auch gehen, wenn die Methoden der Polizei, der Schäfer und Berufsjäger gleich unter pauschalem Generalverdacht stehen? Kante geben, nicht das Gelbe vom Ei, Eisenstange, nicht fromm. Egal ob Diensthund, Hobby-Gebrauchshund oder nur Familienhund, Nein, Komm und Bleib sind doch sehr wichtig im Grundgehorsam.
Natürlich passt nicht jede Methode zu jedem Hund, aber es gibt doch erfolgreiche Grundprinzipien.
Jeder, der mehrere Hunde gehabt hat, weiß, dass die Methode zum Hund passen muss. Man sollte nie pauschalieren, denn es gibt Hunde, die aus dem Rahmen der üblichen Familienhunde fallen und sehr anders ticken, ohne gestört oder traumatisiert oder mangelhaft sozialisiert zu sein. Sie sind erfolgreich über Generationen auf bestimmte Eigenschaften gezüchtet worden.
Wenn man nun einen Hund hat, der gerne andere Hunde des gleichen Geschlechts dominiert und die körperlichen und psychischen Möglichkeiten hat, das auch durchzusetzen, wenn der andere nicht deutlich kapituliert, dann ist man sehr froh, wenn andere gleichgeschlechtliche Hunde nicht ungebeten einen solchen angeleinten Hund unabgesprochen zu nahe kommen. Denn als Halter eines DSH oder Malinois z.B. hat man sehr schlechte Karten, wenn der einen Golden oder sonstigen Familien-Mix-Pudel beisst und verletzt.
Es geht dann meist so aus, dass der DSH oder Mali als gefährlicher Hund gilt, der nur noch mit Auflagen angeleint und mit Maulkorb geführt werden darf. Und alles nur, weil ein Tut Nix ausser Kontrolle ist.

Wie soll ich es erklären? Schon in der Welpenstunde kann man doch erkennen, dass die meisten DSH und Mali sehr viel robuster spielen als ein Goldi. Das ist doch kein Versagen in der Sozialisation. Es liegt in der Natur dieser auf bestimmte Eigenschaften gezüchteten Rassen. Es liegt auch in ihrer Natur, dass die meisten sich bis sie sich einem Gleichgeschlechtlichen unterwerfen alle Register ziehen.

Warum ich immer gleichgeschlechtlich betone? Nun einfach, weil ein wesensstarker DSH oder Mali sich von einer Hündin jeder Rasse oder Mix alles gefallen lässt und lieber meidet als sich wehrt. Bei Rüden kommt es darauf an, ob der andere klar sich unterwirft. Bei Kastraten ist es mal so und mal so.

Als Halter eines DSH oder Mali oder RS oder sonst eines FCI-Gebrauchshundes fürchtet man nichts mehr als einen ungehorsamen frei laufenden Tut-Nix des gleichen Geschlechts.

Natürlich gibt es auch DSH oder Malis, die nicht gleichgeschlechtlich dominieren wollen um jeden Preis. Die sind aber auch kaum geeignet, den Belastungen eines Schutzdienstes standzuhalten.

Wenn man selbst eine ganze Reihe der üblichen Familienhunde gehalten hat, ist man schnell dabei zu sagen, dass gleichgeschlechtliche Verträglichkeit alles nur eine Frage der Sozialisation und Erziehung ist. Wenn man aber selbst nur mal einen einzigen auf Schutzhundeigenschaften erfolgreich selektierten Hund hatte, dann weiß man um die Nöte dieser Halter mit den ungehorsamen gleichgeschlechtlichen Tut-Nixen. Geht es gut, ist alles gut. Geht es schief, ist der DSH oder Mali immer Schuld und hat mit Leinenzwang und Maulkorb lebenslang zu büßen.

Wenn man so einen DSH oder Mali oder RS hat, dann wählt man eine Erziehungsmethode, die ihm verlässlich Nein, Komm und Bleib vermittelt. Ich schliesse die Methoden der Polizei, der Schäfer und Jäger dabei nicht pauschal aus. Sehr viel geht positiv, aber manches schon Gelerntes geht in hohen Reizlagen nur mit negativ.

Ich erwarte das nicht von jedem Familienhund, dass er auch in hohen Reizlagen gehorcht. Aber ich würde mir wünschen, dass deren Halter ihn bei bekannt mangelndem Gehorsam vorsorglich an die Leine nehmen und Kontakt nur nach Absprache zulassen.

Wahrscheinlich gibt es auch unterschiedliche Meinungen darüber, ob solche Hunde mit diensttauglichen Eigenschaften wie DSH und Mali überhaupt in private Hand gehören. Ob solche Hunde überhaupt noch in unsere Zeit passen. Fakt ist aber, dass es sie gibt: freilaufend im Gehorsam und vorsorglich der Situation entsprechend an der Leine. Aber extrem dominant im Kontakt mit gleichgeschlechtlichen Hunden, die sich messen wollen.

Mir ist klar, dass ich hier eigentlich im falschen Forum bin, denn die meisten von euch haben andere Hunde mit anderen Eigenschaften, die auch sehr schätzenswert sind, und auch andere Probleme beim Grundgehorsam.

Ich wollte euch einfach mal die Nöte der Halter von bestimmten Hunden, die zwar durch Ausbildung sehr gehorsam sind und auch vorsorglich an die Leine genommen werden, aufzeigen, wenn so ein ungehorsamer gleichgeschlechtlicher Tut-Nix losstürmt, weil der Halter mal wieder unaufmerksam oder zu langsam war.

Wir wissen, dass unser Hund gewinnt, wenn der Tut-Nix sich nicht unterwirft. Aber wir wollen so einen Konflikt nicht. Bitte lasst Hundekontakt nur nach Absprache zu!!!!





Diesen Beitrag melden
Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff: Re: Die besonderen Diensthunde
Posting Nummer:#25  BeitragVerfasst: So 15. Mai 2011, 15:50 
Zur Überschrift dieses threads:
Sie stammt nicht von mir und ist irreführend, denn mir geht es nicht um besondere Diensthunde.

Sondern (stellvertretend für das Wesen bestimmter Hunde) um die Mehrzahl von Hunden solcher Rassen wie DSH, Mali, Rotti, die privat gehalten werden und deren Halter keine aufgezwungenen Kontakte mit gleichgeschlechtlichen anderen Hunden haben möchten.

Selbst wenn solche erzwungenen gleichgeschlechtlichen Sozialkontakte in 9 von 10 Fällen zu keiner Beisserei führen, so reicht schon jeder 10, und die Halter solcher Rassen wie oben können ein massives Problem kriegen, das bis zur Einstufung als gefährlicher Hund mit Leinenzwang und Beisskorb führen kann und zur Kündigung der Versicherung auch. Selbst dann wenn ihr Hund bei diesen 10% angeleint war und der Tut Nix nicht.

Mir geht es auch überhaupt nicht um Ausbildung von Diensthunden, sondern um Basiserziehung zu Nein, Komm und Bleib. Die, wenn sie nicht vom Verkäufer eines zukünftigen Diensthundes bereits erfolgt ist, als erstes vor Beginn der eigentlichen Ausbildung erfolgt.

Der erste Beitrag hier von mir bestand im Original nicht nur aus einem PS, sondern im Zusammenhang mit:

Zitat:
Beim Befehl „Komm“, den man in jeder Hundeschule lernen kann, ist es egal, ob man langsam ist oder der Hund 1m oder 100 m weg ist. Das Abrufen von einem anderen Hund ist auch erlernbar. Auch „Sitz“, ohne dass der Hund diesen Befehl von selbst beendet, ist leicht erlernbar. Wenn die Worte „Sitz“ und „Komm“ aber nur unverbindliche Wünsche ausdrücken, dann musst du dich nicht wundern, dass Gary immer wieder abhaut. Welche Konsequenzen hat es denn für ihn, wenn er nicht gehorcht?




Diesen Beitrag melden
Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff: Re: Die besonderen Diensthunde
Posting Nummer:#26  BeitragVerfasst: So 15. Mai 2011, 22:31 
Offline
Forenexperte
Benutzeravatar

Registriert: Mi 28. Jan 2004, 13:50
Beiträge: 1587
Themen: 181
Bilder: 0
Wohnort: Ergolding
Geschlecht: Männlich
Nationalität: Deutschland
Hunderasse/n: Labrador-Retriever, schwarz
Hallo Bello,

eigentlich wollte ich hier nicht antworten, aber nu doch ...


Zuerst einmal, gehört dies zwar nicht zum Thema, empfinde ich persönlich es schon als sehr unhöflich, so ganz ohne "Hallo ..." und Gruß.
Aber gut, wenns sein muss.

Zitat:

Zitat Bello
PS: wähle aber auf jeden Fall eine Hundeschule, die sich die Methoden von der Polizei, den Jägern und den Schäfern abgeguckt hat, denn die wissen, wie Gehorsam auch in extremen Situationen funktioniert.


Ganz sicher nicht !!!

Zitat:

Zitat Bello
Aber mal im Ernst: die Ausbildungszentren der Polizeihundeausbildung z.B. werden von kompetenten Spezialisten geleitet, die auf dem neuesten Stand sind. Es gibt einige gute Hundeschulen, die da gute Kontakte haben und sich da viel von abgeguckt haben. Es gibt sogar ehemalige Ausbilder, die eine private Hundeschule leiten.


Ja, diese kompetenten Leute habe ich auch kennen gelernt ...

Vor Jahren hatte ich mal eine Tagesbetreuung für Gary gesucht und einen pensionierten Diensthundeausbilder kennen gelernt, der diese Augabe übernehmen wollte.
Wir (Gary + ich) trafen uns mit ihm für ein erstes kennen lernen.

Gary geht bei mir im allgemeinen sehr ordentlich an der Leine.
So. Und kaum drücke ich dem Herrn Gary an der Leine in die Hand, da packt mein Kleiner "den Ochsen" aus.
Wir gehen gemeinsam los, eine Viertelstunde läßt sich der Herr Diensthundeausbilder durch die Gegend zerren.
Der Herr meinte nur auf meine Nachfrage wie das denn mit dem Leinengehen ist:
"Das machen wir später."
Dann habe ich das beendet, auch weil ich nicht wissen möchte was "das machen wir später" bedeutet ...

Ich nahm dem Herrn die Leine wieder ab und verabschiedete mich mit Gary - dann übrigens wieder ohne Ochse.

Jetzt könnte ich noch eine Anekdote von einem weiteren Diensthundeführer und seinem SH erzählen, aber das erspare ich Euch lieber.

Ich kann es Dir nicht verübeln, daß Du die Historie von mir und Gary nicht kennst, aber an einem gewissen Punkt unseres Zusammenlebens habe ich festgestellt, daß wir konservativ nicht fahren wollen.
Seitdem sehe ich das ausnahmslos so wie folgendes Zitat es sagt:

Zitat:

Zitat vita in "Hundekontakte"
Als "geplagter" Halter eines höchst neugierigen und lebendigen Hundes mache ich täglich neue Entdeckungen, wäge für und wider ab, bin hoffentlich schneller als mein Hund in manchen Situationen oder hoffentlich langsamer, um manchmal höchst interessante Überraschungen zu erleben.



Ja, die Überraschungen, die sind es.
Und sie sind durchwegs positiv und dies seit 9 Jahren.
Ja, manchmal passieren mir tatsächlich auch so Dinge wie "ich bin zu langsam".
Nur ist der Unterschied zwischen mir und HH wie Dir (ich nehme mal an, daß Du eher mit sog. Diensthunden o. ä. zu tun hast) der, daß ...

1.
.. Du ganz andere Ansprüche an Deinen Hund stellst - ja wahrscheinlich stellen mußt.
Das bringt schon die Anforderung an einen Diensthund mit sich und natürlich auch ganz andere Rassecharakteristik mit sich. (z. B. Hemm- bzw. Reizschwelle)
Ich meine, es ist nur allzu verständlich, daß man als Halter eines Hundes mit niedriger Reizschwelle da vermutlich nicht so eine "laxe " Haltung hat wie ich.

2.
Wir in einer sehr hundefreundlichen Gegend wohnen.
Ich habe in den vergangenen NEUN JAHREN ich weiß nicht wie viele hunderte Hundekontakte mit Gary gehabt, mit Hunden ganz unterschiedlicher Rassen
Auch viele Kontakte mit Gary zu Nichthundehaltern.
Dabei erinnere ich mich nur an zwei Kontakte, bei denen unser Gegenüber nicht begeistert war.
Das ist verschwindent gering.
Für HH die mehr in Deiner "Ecke" zu finden sind ist das aber wahrscheinlich sowieso noch zu viel.
Alle anderen Leute die ich kenne und denen wir begegnen - Hundehalter, wie Nichthundehalter - haben nicht das geringste Problem damit, wenn der Hund nicht wie eine Maschine reagiert, denn bei MEINEM weiß ich zu 101 %, daß selbst wenn er mal nicht hört es keinen wie-groß-auch-immer-GAU gibt.
Für sie ist es OK, für mich auch.

Hier in unserern Gegend, da habe ich noch nie Malinois, SH, Rottis usw. auf der Straße - geschweige denn in Freilaufgebieten gesehen.
Ich frage mich warum das so ist.
Aber das ist natürlich Spekulation.

Ansonsten muss ich sagen:
Wenn Jemand Vieles oder Manches anders sieht wie ich ... von mir aus.
Dir wird es ja mit den Meinungen und Gedanken Anderer genau so ergehen.

LG
Tom + Gary









_________________
Der Hofnarr sagte:
"Mein König - ich erkenne nicht die Pointe Eures Scherzes ... Euer Volk nach dem Willen zu fragen aber taub dessen Antwort zu sein ..."


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil Persönliches Album Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff: Re: Die besonderen Diensthunde
Posting Nummer:#27  BeitragVerfasst: Mo 16. Mai 2011, 09:55 
Zitat:
Ja, diese kompetenten Leute habe ich auch kennen gelernt ...
Vor Jahren hatte ich mal …


Ich merke schon, du weißt so richtig Bescheid.

Zitat:
haben nicht das geringste Problem damit, wenn der Hund nicht wie eine Maschine reagiert


So ist es ganz richtig: ein gehorsamer Hund ist eine Maschine und ein ungehorsamer Hund ist lebendig.

Zitat:
bei MEINEM weiß ich zu 101 %, daß selbst wenn er mal nicht hört es keinen wie-groß-auch-immer-GAU gibt.


Eben ein echter Tut Nix und der darf deshalb immer mal wieder gegen den Willen anderer Leute diese oder deren Hunde kontaktieren, denn es ist ja immer noch gut gegangen.


Diesen Beitrag melden
Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff: RE: Die besonderen Diensthunde
Posting Nummer:#28  BeitragVerfasst: Mo 16. Mai 2011, 18:15 
Offline
Member
Member
Benutzeravatar

Registriert: So 1. Feb 2004, 14:12
Beiträge: 2742
Themen: 111
Bilder: 1
Geschlecht: Männlich
Hallo Bello,

nun gilt es, doch ein wenig mehr zu differenzieren.

Zitat:
Bello schrieb
Man sollte nie pauschalieren, denn es gibt Hunde, die aus dem Rahmen der üblichen Familienhunde fallen und sehr anders ticken, ohne gestört oder traumatisiert oder mangelhaft sozialisiert zu sein. Sie sind erfolgreich über Generationen auf bestimmte Eigenschaften gezüchtet worden.

Und deswegen hat man bei anderen Eigenschaften nicht so genau hingeschaut. Aber sozialisiert ist keine vererbbare Eigenschaft. Auf soziales Interesse trifft das dagegen zu. Und wenn die Hunde jung sind, ist das soziale Interesse ohnehin ausgeprägter als später. Und da liegt ja auch eher das Problem. Der junge Hund kommt ungestüm an, nicht der erfahrene und wenn es dreimal ein Labrador ist.
Und so wie der Labi lernen muss, etwas gesitteter Kontakt aufzunehmen, muss der Mali, Schäfer etc. lernen, dass er nicht sofort den großen Macker heraus zu kehren hat. Das ist auch ein Lernprozess. Es gibt ja genügend, die da ganz normal umgänglich sind.

Zitat:
Wenn man nun einen Hund hat, der gerne andere Hunde des gleichen Geschlechts dominiert und die körperlichen und psychischen Möglichkeiten hat, das auch durchzusetzen, wenn der andere nicht deutlich kapituliert, dann ist man sehr froh, wenn andere gleichgeschlechtliche Hunde nicht ungebeten einen solchen angeleinten Hund unabgesprochen zu nahe kommen. Denn als Halter eines DSH oder Malinois z.B. hat man sehr schlechte Karten, wenn der einen Golden oder sonstigen Familien-Mix-Pudel beisst und verletzt.
Es geht dann meist so aus, dass der DSH oder Mali als gefährlicher Hund gilt, der nur noch mit Auflagen angeleint und mit Maulkorb geführt werden darf. Und alles nur, weil ein Tut Nix ausser Kontrolle ist.

Da gibt es nun die alte Regel, dass jeder für den Schaden verantwortlich ist, den sein Hund angerichtet hat. Und wenn ein Hund bei einem Zufallskontakt die Zähne unangemessen einsetzt, dann zählt er zu den gefährlichen Hunden. Wenn jemand seinen Listenhund ausführt und der beißt einen Tutnix, dann hat seiner auch einen Maulkorb um. Warum also verschiedenes Maß, nur weil die einen Halter Hundesport machen?

Zitat:
Wie soll ich es erklären? Schon in der Welpenstunde kann man doch erkennen, dass die meisten DSH und Mali sehr viel robuster spielen als ein Goldi. Das ist doch kein Versagen in der Sozialisation. Es liegt in der Natur dieser auf bestimmte Eigenschaften gezüchteten Rassen. Es liegt auch in ihrer Natur, dass die meisten sich bis sie sich einem Gleichgeschlechtlichen unterwerfen alle Register ziehen.

Sie können sehr robust spielen. Aber sie können auch lernen, mit wem sie so umgehen können. Robust macht ja erst richtig Spaß, wenn der andere auch robust ist. Untereinander können sie ja gern alles Register ziehen. Wenn aber ein freundlicher Hund ungestüm neugierig daher kommt, weit davon entfernt, Überlegenheit zu demonstrieren, dann gibt es keine Register zu ziehen.

Man darf da schon mal fragen, welche Rolle der Hundehalter spielt. Ich habe solche kennen gelernt, die ihren Stolz auf den dominanten Partner kaum verbergen konnten. „Das muss Ihrer halt lernen. Seien Sie froh, dass Sie meinen getroffen haben. Es gibt noch ganz andere!“
Der Polizeihundeführer hat dagegen ganz anders reagiert, als sein Diensthund in der Ausbildung meinte, den King zeigen zu müssen.

Zitat:
Als Halter eines DSH oder Mali oder RS oder sonst eines FCI-Gebrauchshundes fürchtet man nichts mehr als einen ungehorsamen frei laufenden Tut-Nix des gleichen Geschlechts.

Das glaube ich gern. Was macht man auch, wenn der andere nichts tut, außer nahe zu kommen?

Zitat:
Natürlich gibt es auch DSH oder Malis, die nicht gleichgeschlechtlich dominieren wollen um jeden Preis. Die sind aber auch kaum geeignet, den Belastungen eines Schutzdienstes standzuhalten.

Richtig. Und da fragt man sich nach Henne und Ei. Sobald der Schutzdienst intensiviert wird, haben die Halter kaum noch Interesse an Sozialkontakten. Und die Hunde lernen, sich mit den Zähnen und Aggressionen durchzusetzen.

Zitat:
Wenn man aber selbst nur mal einen einzigen auf Schutzhundeigenschaften erfolgreich selektierten Hund hatte, dann weiß man um die Nöte dieser Halter mit den ungehorsamen gleichgeschlechtlichen Tut-Nixen. Geht es gut, ist alles gut. Geht es schief, ist der DSH oder Mali immer Schuld und hat mit Leinenzwang und Maulkorb lebenslang zu büßen.

Ein hoher Testosteronspiegel, regelmäßige Adrenalinschübe und eine Sporternährung, die den Serotoninspiegel kräftig sinken lässt. Das Ergebnis kann nun einmal ein Hund sein, der gefährlich wird. Dem muss der HH genau so offen ins Auge schauen, wie der Tunixhalter dem Vorwurf, dass sein Hund nicht hört. Aber der gefährdet wenigstens niemanden dabei.

Zitat:
Ich erwarte das nicht von jedem Familienhund, dass er auch in hohen Reizlagen gehorcht. Aber ich würde mir wünschen, dass deren Halter ihn bei bekannt mangelndem Gehorsam vorsorglich an die Leine nehmen und Kontakt nur nach Absprache zulassen.

Diesem Wunsch kann ich mich nur anschließen. Sogar einen gehorsamen Hund kann man vorsorglich an die Leine nehmen und sich mit dem anderen Halter absprechen.

Zitat:
Wahrscheinlich gibt es auch unterschiedliche Meinungen darüber, ob solche Hunde mit diensttauglichen Eigenschaften wie DSH und Mali überhaupt in private Hand gehören. Ob solche Hunde überhaupt noch in unsere Zeit passen. Fakt ist aber, dass es sie gibt: freilaufend im Gehorsam und vorsorglich der Situation entsprechend an der Leine. Aber extrem dominant im Kontakt mit gleichgeschlechtlichen Hunden, die sich messen wollen.

Dazu habe ich oben schon Stellung bezogen.

Zitat:
Mir ist klar, dass ich hier eigentlich im falschen Forum bin, denn die meisten von euch haben andere Hunde mit anderen Eigenschaften, die auch sehr schätzenswert sind, und auch andere Probleme beim Grundgehorsam.

Das heißt ja nicht, dass wir keine Diensthunde kennen, dass wir nie mit VPG-lern zusammen waren und dass wir zeitlebens nur Lämmer an der Leine hatten. Du bist schon richtig. Wenn du nur in der „Schutzhundszene" diskutierst, wirst du wahrscheinlich fast nur Zustimmung hören.

Zitat:
Ich wollte euch einfach mal die Nöte der Halter von bestimmten Hunden, die zwar durch Ausbildung sehr gehorsam sind und auch vorsorglich an die Leine genommen werden, aufzeigen, wenn so ein ungehorsamer gleichgeschlechtlicher Tutnix los stürmt, weil der Halter mal wieder unaufmerksam oder zu langsam war.

Wir wissen, dass unser Hund gewinnt, wenn der Tut-Nix sich nicht unterwirft. Aber wir wollen so einen Konflikt nicht. Bitte lasst Hundekontakt nur nach Absprache zu!!!!
Und da sind wir an einem interessanten Punkt. Fast jeder Sporthundführer, den man diesbezüglich fragt, lehnt den Kontakt ab. Seine Freiheit, seine Entscheidung. Aber haben dann die Hunde eine Chance ihre Sozialeignung zu zeigen und zu festigen?

Und eine blöde Begegnung kann auch von der anderen Seite zustande kommen. Sonntag früh, Ruhe im Dorf, HH noch verschlafen, hat nicht alle Türen geschlossen und schon kommt der DSH aus der Garage über die Straße gestürmt und versucht ansatzlos über meinen sehr freundlichen Rüden her zu fallen. Dominieren macht ja Spaß.
Hätte der Sporthundehalter einen sozialfähigen Hund erzogen, dann wäre das ganze mit eine intensiven Kontrolle erledigt gewesen. Mein Hund muss nicht Boss sein. Er steckt gern zurück. Aber dann gibt es auch keinen Grund mehr, ihn in den Boden zu rammen.
Darum geht es bei der Hundehaltung. Um sozialfähige Hunde, die auch ohne Ansage miteinander auskommen.

Für Sporthunde sollten da keine anderen Regeln gelten als für die restliche Hundewelt.

Zitat:
.... mir geht es nicht um besondere Diensthunde.

Sondern (stellvertretend für das Wesen bestimmter Hunde) um die Mehrzahl von Hunden solcher Rassen wie DSH, Mali, Rotti, die privat gehalten werden und deren Halter keine aufgezwungenen Kontakte mit gleichgeschlechtlichen anderen Hunden haben möchten.

Interessant ist, dass du auch noch den Rotti nennst. Der gilt nämlich unter Hunden als ziemlich verträglich. Jedenfalls hat das eine große Studie ergeben.

Zitat aus :
Und was ist mit dem Rottweiler, der ja in Deutschland immer wieder zur Diskussion rauf auf die Liste, runter von der Liste steht? Er ist eine Strichbreite über dem Mittelmaß, außer in der Aggression gegenüber anderen Hunden. Dort ist er deutlich freundlicher.

Und da fällt auf, dass der Rotti nur noch sehr wenig im Schutzdienst geführt wird. Das stimmt dann doch nachdenklich.

Ich wünsche dir noch viele Jahre ohne Tutnixe.

Gruß R.


_________________
Es ist ein aufwändiger Prozess, von einer Dummheit zur nächsten umzulernen.
Georg Christoph Lichtenberg


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil Persönliches Album Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff: Re: Die besonderen Diensthunde
Posting Nummer:#29  BeitragVerfasst: Mo 16. Mai 2011, 20:18 
Schutzhundausbildung ist nicht dran schuld, wenn ein angeleinter Hund keinen Kontakt zu einem anderen unerwünscht aufdringlichen gleichgeschlechtlichen Fremdhund will und diesen wegbeisst, wenn er sich nicht endlich zügig verpisst.

Das kann am ererbten Grundwesen liegen, dass der Hund sich sowas nicht bieten lässt (das findet man nicht nur bei DSH und Co, sondern auch öfter bei anderen Rassen, Terriern z.B., es legen sich im Konfliktfall eben nicht alle Hunde bestimmter Rassen wie Welpen auf den Rücken), an der Art der Sozialisierung und der allgemeinen Haltung, an einer Traumatisierung, an schlechten Erfahrungen überhaupt, an Schmerzen wegen einer Krankheit, an der Läufigkeit (wenn eine Hündin läufig ist, beisst sie andere aufdringliche Hündinnen oder Kastraten schon mal weg), auch Herdenschutzrüden legen ihr Territorium schon mal nach den immer gleichen Gassirunden weiter aus als den eigenen Garten und möchten dort nicht von fremden Rüden belästigt werden.

Das Wegbeißen von gleichgeschlechtlichen fremden Hunden gehört in den meisten Fällen eher zur ganz normalen Biologie als zur Verhaltensstörung eines gefährlichen Hundes.

Der Fehler liegt bei den Haltern der Tut Nixe, die glauben, dass alle Hunde im Prinzip so sind oder sein sollen wie ihr Lamm im Hundekleid. Und bei immer mehr Leuten, die verlangen, dass Hunde nur noch so aussehen dürfen wie Hunde, aber sich nicht mehr so verhalten dürfen. Es fängt an mit medizinisch nicht notwendigen Kastrationen und endet bei der Forderung für Leinenpflicht und Maulkorb für einen ansonsten völlig unauffälligen Rüden, wenn der zum zweiten Mal das Pech hatte, von einem ungehorsamen Tut Nix so genervt zu werden, dass er mal zugebissen hat.

Immer mehr Leute glauben, dass Hunde unbedingt mit fremden anderen spielen wollen oder sollten oder sich beschnüffeln wollen oder sollten. Auch das geht völlig an der Biologie von Hunden vorbei. Hunde wesensmässig als Lämmer oder Stofftiere oder kastrierte ewige Kindsköpfe toll zu finden, zeigt sich auch in der Golden Retriever Mode und der Mode andere Leute zwangsweise zu bekehren oder einen eventuellen Schutzdienst verantwortlich zu machen, wenn deren Halter sich gegen einen gleichgeschlechtlichen Fremdkontakt aussprechen.


Diesen Beitrag melden
Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff: Re: Die besonderen Diensthunde
Posting Nummer:#30  BeitragVerfasst: Mo 16. Mai 2011, 20:48 
Offline
Alter Hase
Benutzeravatar

Registriert: Di 21. Jun 2005, 14:24
Beiträge: 694
Themen: 37
Geschlecht: Weiblich
Hunderasse/n: english springer spaniel field bred, golden retriever
hallo
du schreibst:
Zitat:
Immer mehr Leute glauben, dass Hunde unbedingt mit fremden anderen spielen wollen oder sollten oder sich beschnüffeln wollen oder sollten
oder aber benutzen dies als ausrede, weil ihr hundi nicht mal weiss, wie er heisst.

ganz nett wird es dann, wenn man keinen grossen schwarzen hund oder ein spitzohr bei sich hat, sondern einen lieb aussehenden retriever, leider aus einer linie, welche seit vielen jahrzehnten nicht für die familie, sondern neben der "normalen" retriever-arbeit auch noch für die elch- und bärenjagd eingesetzt wird/wurde. da werden alle hunde hingelassen. alles tutnixe. und meine hat dann bei mir zu sitzen und sich zu benehmen, während ich die tutnixe verscheuche. oder aber die situation so einschätze und sie kontakt aufnehmen lasse, weil ich glaube, dass es okay ist. und sonst muss mein hund ja den entsprechenden appell haben und sich aus jeder situation und immer abrufen lassen. auch wenn der tutnix verdammt unhöflich ist... weil irgendwann meine kein tutnix mehr ist. trotz nettem aussehen...

daher bin ich auch dafür: wenn ich rufe, steht hundi da. egal, was dort vorne ist. und sonst gehört er an die leine. und das geht nicht nur mit nett sein.

nina

_________________
http://www.so-denkt-ihr-hund-mit.ch


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 47 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4, 5  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst neue Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
Infos zur Paypal -Forenspende





Geschützt durch Anti-Spam ACP

© 2004 - 2015 by Peter Rück    Impressum

"

Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de