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 Betreff: Mudi - Rassebeschreibung
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: Mo 13. Dez 2010, 21:22 
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Boardjunior

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Wohnort: Langgöns
Geschlecht: Weiblich
Hunderasse/n: Labrador-Münsterländer-Mix; 2 Mudis
FCI-Standard Nr. 238
Klassifikation FCI: Gruppe 1 Hüte u. Treibhunde, Sektion 1 Schäferhunde - ohne Arbeitsprüfung

Größe und Gewicht:
Für Rüden: 11-13 kg
Für Hündinnen: 8-11 kg
Widerristhöhe:
Für Rüden: 41-47 cm, Idealgröße 43-45 cm
Für Hündinnen: 38-44 cm, Idealgröße 40-42 cm

Verschiedene Stimmen zu diesen sehr ursprünglichen Hütehunden:

1987 Hundeführer /ung. Fachbuch über div. Hunderassen
von Szinák Jánosc und Veress István

Zum Verhalten, Eigenschaften des Mudi:

Der Mudi ist nicht so eine laute Rasse wie der Pumi, aber auch nicht ruhig.
Er ist bewegungsfreudig, lebhaft, wachsam, sehr schnell, und reagiert auf alles blitzschnell.

Er ist leicht zu handhaben und recht gehorsam. Es ist ein mutiger und drauf-gängerischer Hund. Das Hüten ist ihm angeboren, es liegt in seinem Blut, man muss es ihm kaum noch beibringen. Er läßt kein Tier aus der Herde entkommen, er ruht für keine Sekunde, wenn er an der Herde arbeitet. Er ist ein sorgfältiger, mutiger Hütehund, der seine Schutzbefohlenen nicht verletzt.

Verwendung:

Der Mudi ist sicherlich ein ebenso guter Hütehund wie die viel bekannteren Verwandten Puli und Pumi. Er arbeitet ebenso an großen Tieren wie an der Herde hervorragend. Er kennt keine Angst, er treibt die ausbrechenden oder bockigen Tiere fast ohne Kommando selbstständig und bestimmt zur Herde zurück. Ebenso hat er sich als Wachhund bewährt, weil er nicht zu sehr viel bellt, aber gegenüber Fremden sehr mißtrauisch ist und diese mit lautem Gebell meldet.

Einige haben auch bei der Wildschweinjagd Erfahrungen gemacht.

Durch sein kurzes Fell verursacht die Pflege keine besondere Mühe, er eignet sich auch für die Wohnungshaltung. Es ist ein vielseitiger, fast für jedes Gebiet einsetzbarer Hund.

Szabó Zsuzsanna

Der Mudi

Erschienen in Ungarn, 1998

Eine kurze Zusammenfassung betreffend der Eigenschaften des Mudi:

Der Mudi ist keine bekannte und populäre Rasse, das kann ich nur durch die unbekannte züchterische Vergangenheit und durch die Verstreutheit der Züchter erklären.

Betrachten wir das Äußere, ist der Mudi bis heute keine einheitliche Rasse, das sich aus seiner Vergangenheit ableiten läßt, denn die Schäfer haben in erster Linie nach der Arbeitsfähigkeit und der Brauchbarkeit gezüchtet, nicht nach dem Aussehen.

Die Grundlage der Selektion war das gute Hüteverhalten, nicht die äußere Form.

Das eher unscheinbare Äußere des Mudi verbirgt eine mit fantastischen Fähigkeiten ausgestattete Rasse. Ich behaupte, wer einmal einen richtig guten Mudi kennenlernt, der wird sich ohne Ausnahme in diese Rasse verlieben.

Er ist ein idealer Familienhund, leicht erziehbar und robust in der Fütterung und Haltung. Er ist sehr wachsam und nimmt es im Ernstfall mit weit größeren, überlegeneren Gegnern auf.

Durch seine intelligente, mutige, draufgängerische Hütearbeit ist es nicht Zufall, das man heute fast nur Mudis oder Pumis bzw.Mischlinge beider Rassen an den Herden sieht. Bei diesen Hunden ist das Hüteverhalten angeboren und fast perfekt. Es liegt ihnen im Blut, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, sieht man auch die nur einige Wochen alten Welpen mit großer Begeisterung die Hühner treiben. Auch wenn sie noch ab und zu hinfallen, aber schon mit 5-6 Wochen versuchen sie mit dünnem Gebell und Knurren die Schafe zu treiben!

Er ist für jede Aufgabe ausgesprochen leicht auszubilden, da er immer auf seinen Besitzer schaut, ihm fast versucht, die Gedanken zu lesen. Er ist sehr gehorsam uns schließt sich sehr sehr eng an den Besitzer an.

Einen Mudi kann man nicht verlieren, er ist immer darauf bedacht, seinen Besitzer nicht aus den Augen zu lassen. Er ist glücklich, wenn er etwas für seinen Besitzer tun darf, denn sein Leben ist die Arbeit.

Obwohl er sich auch in einer Stadtwohnung wohlfühlt, ist für ihn ein Leben ohne Beschäftigung nicht ratsam.

Er möchte sich nützlich machen, der Besitzer tut gut daran, ihm verschiedene Aufgaben zu geben.

Er ist zum Bewachen und als Wachhund gut geeignet. Er bellt nicht zuviel, aber einige sind ausgesprochen scharf. Einigen Meinungen zufolge sollte man ihn als Schutzhund züchten und propagieren. Dagegen werde ich kämpfen, denn er ist ein ursprünglicher Hütehund, und als solcher gar nicht in der Lage sich aggressiv gegen Menschen zu verhalten, es sei denn ,seine Familie ist bedroht. Bei einem normalen Mudi ist es unvorstellbar, dass er einen Menschen angreift, dazu ist er viel zu intelligent!

Da es eine unglaublich intelligente Rasse ist, lernt er erstaunlich schnell und mit einer riesigen Freude. Aber genau deswegen, weil er so schnell lernt ist eine harte, auf Drill und Druck basierende Ausbildung für ihn nicht geeignet.

Schon nach dem 3.-4. Mal Sitz, Platz zeigt er deutlich, dass es ihn langweilt. Er gähnt, er jammert, verdreht die Augen und zeigt einfach, das ihn diese Wiederholungen langweilen.

Es ist in der Wohnungshaltung von Vorteil, das er recht klein ist, das er sich gut anpassen kann, und sein pflegeleichtes Fell ist ideal. Er fühlt sich auch in einer kleinen Wohnung wohl, vorausgesetzt, das er seinen Bewegungsdrang und seine Lernbereitschaft täglich ausleben kann.

Durch seinen guten Geruchssinn ist er auch leicht als Fährtenhund und zum Erkennen von Gegenständen auszubilden. Es wäre sicher lohnend, diese Rasse auch als Drogensuchhund auszubilden.

Durch seinen leichten Knochenbau und die Arbeitsfreude, ist er auch für Agilitywettbewerbe mit Erfolg ausgebildet worden. Es ist eine Freude zu sehen, wie er über die Hürden fliegt und den Besitzer zum schnelleren Lauf auffordert!


Der Mudi (Hunde-Revue)

Neben Puli und Pumi existiert noch eine dritte, ebenfalls mittelgroße, relativ unbekannte, ungarische Treib- und Hütehundrasse, der Mudi. Seine Geschichte lässt sich nicht allzu weit zurück verfolgen. Sie verschmilzt mit der von Puli und Pumi. Mit Sicherheit waren bis ins 19. Jahrhundert hinein die Unterschiede zwischen den ungarischen Hüte- (und auch Hirten-) hunden nicht so markant wie heute, und man verkreuzte vielfach die verschiedenen Typen untereinander, wie es teilweise auch jetzt noch in Ungarn geschieht. Vor allem wurden die Rassebezeichnungen nicht einheitlich gehandhabt. Der Mudi wurde sehr oft als Pumi oder Puli bezeichnet bzw. sämtliche kleinen ungarischen Hütehunde, egal ob steh- oder kipp- oder hängeohrig, oft generell Puli genannt ; egal, ob es sich nach heutiger Auffassung um Pulis, Pumis oder Mudis handelte. Deshalb ist es nahezu unmöglich, festzustellen, wann genau die einzelnen Schläge sich als eigene Rassen entwickelten.

Ursprünge
Man vermutet jedoch, dass der Mudi im 18. bis 19. Jahrhundert entstanden ist, da in einem ungarischen Werk von 1815 bereits ein stehohriger kleiner Hütehund mit dem Kopf eines Schakals beschrieben wird und abgebildet ist, der zwar dort Pumi genannt wird, vom Exterieur aber eindeutig einem Mudi ähnelt. Eine Theorie besagt, der Mudi sei aus der Vermischung von ungarischen Treib- und Hütehunden mit verschiedenen stehohrigen deutschstämmigen kleinen Schäferhunden vom Typ des sog. Schäferspitzes oder Pommern-Spitzes entstanden. Mit Sicherheit ist der Mudi eng verwandt mit dem ihm äußerlich stark ähnelnden, etwas größeren und hochbeinigeren Kroatischen Schäferhund (Hvratski Ovcar).

Zu Beginn der Sporthundezucht in Ungarn, circa um 1900 herum, stellte man jedenfalls fest, dass neben hängeohrigem Puli und kippohrigem Pumi noch ein dritter, stehohriger, Hütehundschlag existierte. Nachdem jahrzehntelang ein großes Wirrwarr hinsichtlich der Benennung der verschiedenen Hüte- und Hirtenhundvarietäten geherrscht hatte, war man mit Entwicklung der Kynologie bestrebt, endlich Ordnung in die Nomenklatur der ungarischen Hirtenhunde zu bringen. Dezsö Fenyes, ein Museumsdirektor aus Balassagyarmat, war es, der als erster den Mudi beschrieben, ihm zu seinem Namen verholfen und seine Zucht organisiert hat. (1936)

Verbreitung
Die meisten Mudis leben im Mutterland Ungarn. Dort ist das Zuchtgebiet zwar sehr groß, aber die meisten Hunde werden als reine Gebrauchshunde ohne Papiere gezüchtet. Deswegen ist ihre Gesamtpopulation schwer abzuschätzen. Relativ wenige Sportzüchter befassen sich bisher mit dieser noch sehr urwüchsigen Rasse. Mudis mit Ahnentafeln dürfte es in Ungarn derzeit 200-300 geben, das Zuchtbuch ist immer noch offen; d.h. es werden noch Mudis von Hirten ohne Papiere in das Zucht-Register aufgenommen, um die Zuchtbasis zu verbreitern. Seit Beginn der geordneten Zucht 1936 also in 67 Jahren sind insgesamt ca. 2250 Hunde ins Ungarische Zuchtbuch eingetragen worden. Der Rassestandard des Mudi wurde 1966 von der FCI anerkannt.

Viele Kleinbauern in Ungarn nennen einen Mudi oder Mudi-Mischling ihr eigen. Er wird von ihnen als Mädchen für alles; eingesetzt. Morgens treibt er die paar Schweine, Hühner und Gänse aufs Feld, bewacht und beschützt diese untertags und bringt sie abends wieder vollzählig und selbständig in den heimatlichen Stall zurück. Andere Mudis bewähren sich als unentbehrliche Helfer von Rinder-, Pferde- und Schafhirten.

Außerhalb seiner Heimat ist dieser großartige Gebrauchshund noch wenig bekannt. In Deutschland beginnt der Mudi erst in den letzten Jahren, langsam Fuß zu fassen. Hier dürfte es momentan circa 35-40 Mudis geben, um die sich 3-4 Liebhaber-Züchter bemühen. Der erste Mudiwurf in Deutschland wurde 1981 eingetragen, die aktuelle Zuchtbuchnummer ist derzeit 51 inclusive Importe. Einige Mudis gibt es in Holland, einige in England. In Norwegen, Schweden und Finnland gibt es mehrere engagierte Züchter, neuerdings ebenso in den USA u. Canada.

Exterieur
Der Mudi ist ein knapp mittelgroßer, stehohriger, harmonisch proportionierter und muskulöser Herdengebrauchshund. Er erinnert im Aussehen an die süddeutschen, hauptsächlich in Baden-Württemberg gehaltenen, meist schwarzen, altdeutschen Schäferhunde. Die Rasse ist noch weitgehend unberührt von der Sporthundezucht, von daher noch sehr urwüchsig und robust.

Kopf und Extremitäten des Mudi sind kurz und glatt behaart, was seinen hübschen Kopf mit dem ausdrucksvollen Gesicht wirkungsvoll unterstreicht. Der restliche Körper ist mit mittellangem, mehr oder weniger stark gewelltem bis leicht gelocktem Haar bedeckt, welches etwas an das Fell von Wasserhunden erinnert und im deutschen Schäfer-Jargon als Rollhaar& bezeichnet würde.

Obwohl die Grundfarbe des Mudi ein glänzendes Schwarz ist, kommt er selten - auch in anderen Farbvarietäten vor: blue-merle (ungarisch: cifra), aschfarben (blau), beige (ungarisch: fakó), aschbraun (isabellfarben), braun und weiß. Kleine weiße Abzeichen (Brustfleck, weiße Zehen) werden toleriert, obgleich sie nicht erwünscht sind.

Das Haarkleid des Mudi ist schmutzabweisend, sehr witterungsbeständig und pflegeleicht. Gelegentliches Kämmen oder Bürsten sind vollends ausreichend.

Wesen, Besonderheiten und Eignung
Hinter dem eher unscheinbaren Äußeren des Mudi verbirgt sich eine mit fantastischen Fähigkeiten ausgestattete Rasse ein Rohdiamant, der in den richtigen Händen zum Juwel sprich Traumhund werden kann.

Wer dem Mudi gerecht werden will, muss sich stets vor Augen halten, dass dieser kleine Geselle ein Vollblut-Arbeitshund ist, ausgestattet mit lebhaftem Temperament und auffallend rascher Auffassungsgabe, lernbegierig und arbeitswillig. Reines Gassigehen alleine reicht oft nicht aus. Dieser Hund will gefordert und gefördert werden. D.h., wenn man den Mudi als Haus- und Begleithund halten will, muss man ihm, neben ausreichend Bewegung, auch geistige Beschäftigung bieten, z.B., indem man ihm eine Ausbildung in einem hundesportlichen Bereich angedeihen lässt und/oder sich kleine Aufgaben für ihn ausdenkt, die man ihn täglich ausführen lässt. Da er sehr gelehrig, aufgeweckt und verständig ist und über eine gehörige Portion will to please& verfügt, bereitet seine Erziehung fast nur Freude und wenig ernsthafte Probleme vorausgesetzt, man behandelt ihn nicht grob oder ungerecht. Für eine harte, auf Drill und Druck basierende Ausbildung ist diese sensible Rasse nicht geeignet. Ihre Qualitäten kommen dann am besten zum Tragen, wenn man sie geduldig und einfühlsam erzieht und führt am besten über Vertrauensbildung u. positive Bestärkung, aber dennoch mit der nötigen Konsequenz. Günstig für diesen energiegeladenen und arbeitsfreudigen Hund ist ein lebhaftes, viele Aktivitäten bietendes Umfeld, er will immer mit dabei sein. Bei ständiger starker Unterforderung kann er aggressiv oder apathisch und durchaus zum Problemhund werden wie man das ja auch von anderen Herdengebrauchshunden her kennt.

Eine weitere typische Eigenschaft des Mudi ist, dass er eine extrem enge Bindung zu seinem Meister eingeht, seine Bezugsperson(en) wahrlich vergöttert. Er bleibt von sich aus dicht bei seinen Menschen, ist immer darauf bedacht, sie nicht aus den Augen zu verlieren. Viele Mudis sind so anhänglich, dass sie ihren Menschen buchstäblich auf Schritt und Tritt folgen. Hinzu kommt, dass der Mudi im allgemeinen keinen Jagdtrieb hat, d.h. nicht streunt, jagt oder wildert, was Spaziergänge in Wald und Flur mit ihm sehr erleichtert. Zudem ist er außerordentlich reviertreu. Fremden gegenüber verhält er sich eher reserviert.

Bei ungarischen Hirten wird der Mudi wegen seines schneidigen Auftretens und seiner Wendigkeit zum Hüten und Treiben großer, wehrhafter Weidetiere wie Pferde und Rinder eingesetzt, aber auch an Schafen sowie gelegentlich zur Treibjagd auf Wildschweine. Das Hüten und Treiben ist ihm angeboren. Er ruht für keine Sekunde, wenn er an der Herde arbeitet. Obwohl er ein äußerst mutiger und draufgängerischer Hund ist, der keine Angst kennt und ausbrechende oder bockende Tiere fast ohne Kommando selbständig und zielgerichtet zur Herde zurück treibt, verletzt er die ihm Anbefohlenen bei der Arbeit nie. Höchste Intelligenz, Rasanz sowie Mut und schier unglaubliches Durchsetzungsvermögen sind die Attribute, mit denen er eine Herde in Schach hält. Anders als von unseren bodenständigen altdeutschen Schafhunden oder anderen Rindertreibhunden (Heelern) her bekannt, kneift oder greift der Mudi bei der Arbeit nicht mit dem Maul nach dem Vieh, sondern arbeitet mit eying und ausgeprägtem Drohverhalten. Er schießt wie ein geölter Blitz von da nach dort und hält die Tiere mit rasanter Wendigkeit und kraft seiner überragenden psychischen Autorität in Schach.

Um die Intelligenz und den schier unglaublichen Schneid dieser körperlich relativ kleinen Hunde näher zu illustrieren, sei von einer Mudi-Hündin berichtet, die in Brandenburg lebt. Diese Hündin mit Namen Amanda arbeitet an schwierigen teils verhaltensgestörten Pferden. Sie kennt jedes einzelne Individuum und weiß um seine Macken. Eine Episode ist besonders bemerkenswert: Einmal brach eine Herde von 98 Jungrindern (Färsen) aus dem zwei Kilometer entfernten Nachbargut aus und schickte sich an, in den liebevoll gehegten Biogemüsegarten von Amandas Frauchen einzudringen. Vier erwachsene Personen und drei große Hunde des Pferdebetriebes waren nicht imstande, die Rinderherde zur Umkehr zu bewegen. Da griff Amanda, die das Schauspiel aus dem Lkw heraus, in den man sie zu ihrem eigenen Schutz rasch eingesperrt hatte, ein. Sie drückte sich durch den Fensterspalt heraus und übernahm das Kommando. Binnen weniger Minuten gelang es ihr, die komplette Herde in den Griff zu bekommen und geschlossen zur Umkehr zu bewegen. Sie trieb sie durch schwieriges Gelände zurück, dabei mussten sie z.B. einen Bach durchqueren, für Amanda kein Problem; ausbrechende Grüppchen mussten wieder schön brav zurück in die Herde. Wohlgemerkt: die mittlerweile vierjährige Hündin war damals gerade mal 18 Monate alt. Sie hatte nach diesem Abenteuer vor Begeisterung leuchtende Augen u. war sichtbar zufrieden!

Trotz seiner enormen Härte bei der Arbeit ist der Mudi sensibel und weich in der Ausbildung und Führung. Kindern pflegt er ein geduldiger, ausdauernder und stets fröhlicher Spielkamerad zu sein. Und auch mit Artgenossen und anderen Tieren des gleichen Haushalts verträgt er sich gut. Das gilt jedoch nicht immer für fremde Hunde, insbesondere solche, die wesentlich größer sind als er. Da die Rasse zur Zurückhaltung neigt, sind optimale Prägung und Sozialisation im Welpenalter sehr wichtig. Bei ausreichendem Auslauf und genügend Auslastung sind Mudis im Haus sehr brav und angenehm und lassen sich sogar in einer Stadtwohnung halten. Außer als liebenswürdige Haushunde haben sie sich als vorzügliche, unbestechliche Schutz- und Wachhunde sowie als Rauschgiftspürhunde und Rettungshunde bewährt. Selbstverständlich eignen sie sich ausgezeichnet für nahezu alle Hundesportarten, ob Agility oder Dogdancing

Da Mudis noch sehr urtümliche, unverdorbene und robuste Hunde sind, werden sie in der Regel sehr alt. 13 bis 15 Lebensjahre sind der Durchschnitt, aber viele Hunde werden noch wesentlich älter und dies im allgemeinen bei guter Gesundheit bis ins hohe Alter.

Diese Rasse könnte ein Geheimtipp sein für Menschen, die einen nicht zu großen, gesunden und widerstandsfähigen, pflegeleichten Familienhund suchen, der neben angenehmen Begleithundeigenschaften noch vollwertige Gebrauchshundcharakteristika wie Wachsamkeit und Verteidigungsbereitschaft, hohe Intelligenz und Ausdauer aufweist und sich auf Grund seiner Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit für nahezu alle Aufgaben ausbilden und einsetzen lässt.


Über das Verhalten
Ein komplexes Thema, was sicher nicht allgemeingültig für jeden einzelnen Hund gilt - dennoch versuchen wir unsere Erfahrung und Beobachtungen zusammenzufassen.

Was ist 'muditypisches' Verhalten?
Spontan kann man dazu eigentlich nur sagen: die Bellfreudigkeit!
Mudis neigen zum häufigen Bellen, kläffen aber nicht von Natur aus sinnfrei und pausenlos.

Nach einer kleinen Umfrage unter Mudi-Besitzern hört man die meisten Exemplare hauptsächlich in folgenden Situationen:
wenn jemand das Grundstück / Haus betritt oder an der Tür klingelt
bei Begrüßungen (von Besuchern, Familienmitgliedern)
in Aufbruchstimmung (zum Spaziergang, Hundeplatz, etc.)
zur Spielaufforderung (mit Hund und Mensch)
Dann gibt es sehr unterschiedliches Bellverhalten im Hundesport: es gibt Mudis, die z.B. beim Agility im Parcours ohne Unterbrechung kläffen, aber ebenso gibt es viele Mudis, die lautlos arbeiten, vielleicht mit stimmlicher Begleitung auf dem Weg zum Start oder wenn es Unstimmigkeiten über den Parcoursverlauf gibt.

Über territorial motivierte "Meldepflicht" können auch einige Mudi-Halter berichten. Wie bereits erwähnt, sind Mudis sehr wachsam und die Art des Alarmsignals und die Einteilung in erwähnenswerten Auffälligkeiten variieren von Hund zu Hund - mit leisem Wuffen bis hin zum lautstarken Alarmgebell melden manche Mudis damit schon kleinste Geräusche im Umfeld. Wie gesagt manche Mudis, nicht alle!
Dieses Territorialverhalten kann sich natürlich auch auf Bereiche außerhalb des Wohnraums beziehen, wie z.B. Auto, Hundeplatz, Spielwiese, etc.

Eine andere Möglichkeit für stimmliche Darbietung ist die Ressourcenverteidigung im weiteren Sinne: d.h. Mudis, die sehr personenbezogen sind, haben es mitunter gar nicht gerne, wenn jemand ihrem Menschen oder ihrem Rudel zu nah kommt und teilen diesen Missmut auch gerne deutlich mit! Auch hier gibt es Unterschiede: einige Mudis dulden eine Annäherung bis auf ein paar Zentimeter, andere dagegen vielleicht nur bis auf 100 Meter - und anderen ist es völlig egal, wer wem zu nahe kommt. Nicht jeder Mudi ist so distanziert zu fremden Hunden oder Menschen, es gibt nur eine gewisse Tendenz bei vielen Mudis!

Zum Bellen sei noch einmal darauf hingewiesen, dass Mudis in ihrem eigentlichen Job, dem Treiben von Vieh, mit der Stimme arbeiten! Idealerweise nur während des Arbeitens als direktes Mittel zum Zweck: um das Vieh in Bewegung zu setzen. Das setzt natürlich eine gewisse Lautäußerungsbereitschaft voraus und die ist eng mit der Entstehungsgeschichte dieser Rasse verknüpft! Es macht also keinen Sinn, sich für einen Mudi zu begeistern, aber ihm als erstes das Bellen abgewöhnen zu wollen! Schon gar nicht, wenn z.B. ein unterforderter Hund gerne Action möchte und sein Mensch 15 Minuten lang fragt: Ja, was hast du denn? Ja, was willst du denn? und dann endlich doch den heiß ersehnten Ball wirft! Da lohnt sich jedes Geschrei - in Zukunft gerne auch für länger!

Nicht jeder Mudi ist ein Kläffer - es gibt langjährige Mudi-Besitzer, die das nie von ihrem Hund sagen könnten, aber diese Hunde haben nun mal genetisch bedingt die Veranlagung, oft zu bellen. Wie sich das im einzelnen und im Alltagsleben verhält, ist von einigen Faktoren abhängig:
Persönlichkeit des Hundes (nervöser oder eher ruhiger Typ)
körperliche und geistige Auslastung des Hundes
Anzahl der Hunde, bzw. Zusammensetzung des Rudels (viele Mudis -> viel + oft laut!)
Persönlichkeit der Menschen (Stimmungsübertragung)
und natürlich die Erziehung!
Man kann es wie gesagt nicht abgewöhnen, aber man kann es kontrollieren - das klappt selten mit Gegenschrei und es gehört auch konsequentes Training dazu, aber da ist viel machbar!


Eigentlich gibt es nicht viel mehr über spezielles Mudi-Verhalten zu sagen - sie sind im Grunde ganz normale Hunde... Und auch wieder nicht! Aber das, was ihren Charme ausmacht und uns begeistert, läßt sich eh nicht in Worte fassen

_________________
Alex und die schwarzen Monster


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 Betreff: RE: Mudi - Rassebeschreibung
Posting Nummer:#2  BeitragVerfasst: Mo 13. Dez 2010, 23:26 
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Hallo Alex

Zitat:
Original geschrieben von Alex

Eigentlich gibt es nicht viel mehr über spezielles Mudi-Verhalten zu sagen - sie sind im Grunde ganz normale Hunde... Und auch wieder nicht! Aber das, was ihren Charme ausmacht und uns begeistert, läßt sich eh nicht in Worte fassen
Wenn es ein ganz normaler Hund wäre, warum dann eine solch ausufernde Beschreibung?
Und wenn ich auch nur punktuell gelesen habe, wie sieht dann ihre Eignung für unsere Verhältnisse aus? Deutschland ist nicht Ungarn.

Nachher haben wir wieder die gegenseitig tröstenden Klagen, dass man ja einen typischen Hüter habe.

Ich bin tatsächlich der Meinung, dass es bei uns bereits genug Hunderassen gibt, die sich hervorragend für unsere Verhältnisse eignen. Warum in der Ferne suchen?

So herätisch R.



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Georg Christoph Lichtenberg


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 Betreff: RE: Mudi - Rassebeschreibung
Posting Nummer:#3  BeitragVerfasst: Mo 13. Dez 2010, 23:39 
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Zitat:
Original geschrieben von Renegat

Und wenn ich auch nur punktuell gelesen habe, wie sieht dann ihre Eignung für unsere Verhältnisse aus? Deutschland ist nicht Ungarn.

Nachher haben wir wieder die gegenseitig tröstenden Klagen, dass man ja einen typischen Hüter habe.

Ich bin tatsächlich der Meinung, dass es bei uns bereits genug Hunderassen gibt, die sich hervorragend für unsere Verhältnisse eignen. Warum in der Ferne suchen?

So herätisch R.




Hi,
ehrlich gesagt habe ich mich auch mal für die Mudis interessiert.... So für später mal wegen ihrer handlichen Größe und überhaupt...
Aber dann habe ich immer mehr über den Charakter gehört und gelesen und verabschiedete mich von dem Gedanken, solch einen Hund haben zu wollen!

Eben aus dem Grund, weil ich keinen typischen Hüterich mit all seinen Eigenschaften mehr haben möchte, die vermutlich super für einen Schäfer wären, aber total nervig für Otto-Normal-Hundebesitzer. Ja, ich gebe zu, bei aller Liebe für meinen Herrn Wäller, dass ich auf keinen Fall jemals mehr einen Hütehund adoptieren möchte :_h - keinen kleinen Polizisten mehr, der mir und sich selber das Leben schwer macht!!!!!
Kid ist nach wie vor kein "leichter" Hund, und ich muss immer versuchen, ein wenig schneller zu sein als er. Natürlich bin ich das jetzt seit über 12 Jahren gewohnt, aber noch einmal werde ich mir das nicht antun. Niemals. :crazy

Und jedem, der "unbedingt" auch solch einen süßen wuscheligen Herrn Wäller haben möchte, dem rate ich ab, wenn er nicht seeeehr viel Zeit, Geduld, Konsequenz und gute Nerven hat, denn bis ich den Kid soweit hatte, wie er heute ist, also die Zeit war echt schlimm :(
Bestimmt gibt es auch "harmlose" Wäller und keine, deren Opa noch direkt aus einer Arbeitslinie aus den USA stammt, aber wer weiß schon vorher, was aus seinem niedlichen Wollknäuel mal wird :?
Und er wurde seinerzeit als "der perfekte Familienhund" angepriesen!!!!

Liebe Grüße
von Petra und Kid dem Wäller!


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 Betreff: Re: Mudi - Rassebeschreibung
Posting Nummer:#4  BeitragVerfasst: Di 14. Dez 2010, 01:28 
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Hallo Renegat
Hallo Petra,

ich will eine "Lanze brechen" ... für alle Alexe der Welt ... für alle Mudis der Welt.
Dabei muss ich mich jetzt auch gleichzeitig fragen, für wen und welche Hunderassen sonst noch ?

Tatsächlich aber - bin ich nun aber auch der Meinung - darf nicht nur gefragt werden, ob es noch einen Mudi, einen Wäller(*) oder sonst welche Rasse braucht - sondern auch und vielleicht besonders, ob diese oder jene Hunderasse in den Händen von diesem oder jenem Halter/in richtig ist ?

Es gibt da wohl ganz katastrophale Hund-Halter "TEams", weil der Eine nicht zum Anderen passt, wobei die "Schuldfrage dann in Bezug auf besondere Eignung eindeutig beim Halter zu suchen ist.

Andere Hund-HalterTeams funktionieren interessanterweise ganz gut, obwohl die ursprüngliche Verwendung des Hundes nicht artgerecht befriedigt wird/weden kann.

(*)
Aber, und ich hoffe, daß Du Petra, mir das nicht persönlich nimmst - stand ich auch mal sehr kopfschüttelnd mit der Frage da, ob es denn wirklich neu designte Rassen braucht.
Insbesondere dann, wenn es im Bereich der einzelnen Rassegruppen sowieso schon eine solch große "Auswahl" gibt ?

Zuletzt könnte man dann noch die Frage klären, wer denn nun Schuld sei, dass es Mudis, Borders, Pointers und sonst welch arbeitswütiges Getier auch in ONH-Halterhand gibt ?

Der Markt fragt, der Markt wird bedient ... ;)
Wem will man daraus nun den Vorwurf machen ?

In vielen Fällen bräuchte es wirkliche, objektive Blicke von Käufern und Interessenten.

Es grüßen
Tom + Gary


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Der Hofnarr sagte:
"Mein König - ich erkenne nicht die Pointe Eures Scherzes ... Euer Volk nach dem Willen zu fragen aber taub dessen Antwort zu sein ..."


Zuletzt geändert von grigotom2003 am Di 14. Dez 2010, 01:32, insgesamt 3-mal geändert.

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 Betreff: Re: Mudi - Rassebeschreibung
Posting Nummer:#5  BeitragVerfasst: Di 14. Dez 2010, 10:32 
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Hallo Alex,
vielen Dank für Deine umfangreiche Rassebeschreibung, die nicht nur sehr informativ, sondern auch kurzweilig zu lesen ist. Rassebeschreibungen zu lesen (und zu verstehen) sind für mich der erste unerlässliche Schritt, bevor man sich einen Hund ins Haus holt, um zu einem funktionierenden Hund-Halter-Team zu werden, um Toms Worte zu verwenden.

Ich persönlich glaube nicht, dass man für einen Hütehund eine Schafherde braucht. Es sollte aber eine den Hund fordernde Alternative vorhanden sein, wenn man sich eine Arbeitsrasse ins Haus holt. Möglichkeiten gibt es ja heute genug.

Wie bist Du auf den Mudi gekommen, Alex? Sind bei Dir im Umfeld weitere Mudis? Hast Du "typische Erlebnisse" mit Deinen Mudis?

Ich habe bisher nur einen Mudi live und in Farbe gesehen, bei uns auf dem Hundeplatz. Er hat mir sehr gefallen und dessen Halterin schwärmte auch in den höchsten Tönen von ihrem Hund.


Liebe Grüße aus dem verschneiten Norden,
Stripey


P.S.: Der Vollständigkeit halber: Natürlich gibt es auch für Mudis eine Seite für in Not geratene Tiere:
Mudi in Not







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 Betreff: RE: Mudi - Rassebeschreibung
Posting Nummer:#6  BeitragVerfasst: Di 14. Dez 2010, 11:40 
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Hallo Tom,

sicher hast du mit einigen deiner Bemerkungen zu Halter - Hunde Paarungen recht.
Fehlpassungen wird es immer geben. Man muss die Wahrscheinlichkeit dazu aber nicht unnötig erhöhen.
Mir reichen derzeit die unleidlichen Border Collies vollständig. Sportlich voll ausgelastet aber kein Leben als Hund.

Zitat:
Der Markt fragt, der Markt wird bedient ... ;)
Wem will man daraus nun den Vorwurf machen ?
Bevor der Markt fragen kann, muss man erst einmal den Bedarf wecken. Werbung macht das vorsätzlich, der begeisterte Halter NN einfach nur so.

Aber dafür gibt es ja nachher die Tauschbörse "Hund .... in Not."

Mir ist es so gesehen egal, wer sich wo einen Mudi hält oder für ihn schwärmt. Aber mit Bemerkungen wie "ganz normaler Hund" sollte man in unseren Gegenden sorgfältiger umgehen.

Gruß R.


_________________
Es ist ein aufwändiger Prozess, von einer Dummheit zur nächsten umzulernen.
Georg Christoph Lichtenberg


Zuletzt geändert von Renegat am Di 14. Dez 2010, 13:09, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff: Re: Mudi - Rassebeschreibung
Posting Nummer:#7  BeitragVerfasst: Di 14. Dez 2010, 13:15 
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wenn ein hundeerfahrener Halter sich einen Hütehund ins Haus holt und weiss, was er tut, dann geht sowas auch gut.

Leider ists doch oftmals so:

Ersthundbesitzer sucht nach unkompliziertem Hausgenossen, versucht sich schlau zu machen.
Will nix, das jagt, nix, das beisst sondern was unkompliziertes.
Da ist der Hütehund rasch aufgeschwatzt, der beisst nämlich nicht, der zwickt nur, der jagt auch nicht, der hütet blos.
DAS kling süß, das klingt unkompliziert, das kann man auch als Anfänger schaffen.

Die Mudis, die ich kenne, möchte ich nicht geschenkt haben, eigenwillig, kläffig, triebstark, autonom und nicht sehr bindungswillig ...

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Grüßle, Monika


Zuletzt geändert von Monika und Paul am Di 14. Dez 2010, 13:18, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff: Re: Mudi - Rassebeschreibung
Posting Nummer:#8  BeitragVerfasst: Di 14. Dez 2010, 13:24 
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Hallo Tom,

wegen Arbeitsrassen und neuen Rassen usw. muss ich etwas ausholen, um unsere Erlebnisse verständlich zu machen:

Im Februar 1998 verlor ich meine Mutter an Darmkrebs. Sie lebte gesund, rauchte nicht, trank nicht und ging zu allen Vorsorgeuntersuchungen. Sämtliche Blutwerte waren in Ordnung. Angeblich, denn als endlich Ende 1997 klar war, was sie hatte, war die Sache schon inoperabel. ;(

Unser damaliger Hund Dicky hatte irgendwann im Sommer ähnliche Probleme, sprich es wurde ihm ab und an übel. Er bekam vom Arzt etwas gegen die Übelkeit, und die Sache schien sich zu bessern...
Eines Tages humpelte er vorne. Der Arzt meinte, es könne was an der Schulter sein. Beim Röntgen entdeckte man per Zufall einen Knubbel, der dort nicht hingehörte. Den wollte man in einer OP entfernen. Während der OP stellten die Ärzte fest, dass Dicky ebenfalls Darmkrebs hatte, und zwar schon mit Metastasen. Eine Entfernung war nicht mehr möglich. So ließ ich ihn während der OP "einschlafen", um ihm weitere Schmerzen zu ersparen. Er war gut 10 Jahre alt :(

Als ich nach einiger Zeit in eine Hundezeitschrift blickte, die ich mir VOR seinem Tod noch gekauft hatte, fand ich per Zufall einen interessanten Bericht über den Wäller. Wie wurde dort geschwärmt von dieser neuen Rasse, sie sei absolut kinderfreundlich, verträglich, sportlich, pflegeleicht, würde nicht jagen, da die Wäller ja ein Mix aus 2 Hütehundrassen seien und so weiter und so weiter, kurzum: der Familienhund an sich (**) Und weil ich noch total trauerte zog mich der Artikel magisch an...

Da wir als 1. Hund einen "Jagdcocker" adoptiert hatten (Second Hand) und als 2. Hund einen "English Settermix" aus Italien als Notfall übernommen hatten, der mit 11 Monaten noch nie an der Leine gegangen war und nix kannte, außer der Jagd :-) wollten wir natürlich als dritten Hund unbedingt einen Hund, der NICHT jagen wollte. Da kam uns ein Hütehund, der so toll angepriesen wurde, gerade recht.
Weil ich mit Hunden aufgewachsen war (DSH seit meinem 3. Lebensjahr) konnte ich natürlich nicht ohne Hund leben. Dieser Artikel über die Wäller half mir also in meiner Trauerphase sehr. Kurz entschlossen rief ich beim Wäller-Club an, bekam eine Nr. von einer Welpenvermittlerin und eine Adresse bei HH. Dort sollten noch 2 Welpen frei sein. Natürlich fuhren wir hoch (nur mal zum "Gucken") und kamen mit dem kleinen Kid stolz zurück)...

Wenn ihr bedenkt, dass ich damals noch kein Internet hatte, wie hätte ich mich wirklich informieren können? Natürlich gab es auch kein Buch über die Wäller, und - blauäugig wie ich war - glaubte ich dem Club und den Züchtern alles (**)

Mit meinem heutigen Wissen kann ich nur müde darüber lächeln, dass die Wällerzucht im Jahr 1994 begann und dass im Jahr 1998 die Wäller schon als eigenständige Rasse beschrieben wurden!

Und dass der Herr Wäller einen Opa hat, der noch am Vieh gearbeitet hatte, das erfuhr ich per Zufall um drei Ecken auch erst, nachdem Kid schon über 2 Jahre bei uns war!

Aber wer gibt dann seinen geliebten Hund wieder ab, wenn er nicht seinen ursprünglichen Vorstellungen entspricht?
Ich auf jeden Fall nicht, also kämpfte ich hart, um eine Möglichkeit zu finden, dass Kid und ich glücklich werden. Im großen und ganzen klappte das ja auch recht gut. Nur mit nicht kastrierten Rüden hat Kid Probleme, besonders seitdem er mehrfach böse und mit schlimmen Folgen gebissen wurde, aber das kann ja jedem Hund passieren, war halt Pech :(

Nun ja, mit dem Jagen hatten wir Glück. Da ich vom ersten Tag an alles machte, um Kid das Interesse an sämtlichen "wilden" Tieren (inkl. Mäusen und Vögelchen) zu vermiesen entwickelte er sich auch entsprechend *freu*
Dafür hatten wir andere Baustellen, denn mit dem Charkter eines Hütehundes kamen wir kaum klar mangels Erfahrung. Was bei seinen Vorgängern richtig war, das war bei ihm kontraproduktiv. Einerseits ist er ein harter Kotzbrocken, andererseits ist er empfindlich wie eine kleine Mimose :?
Was macht man dann? Gute Frage, denn gleich in mehreren Hundeschulen erlebten wir ein Fiasko.
Zu der damaligen Zeit waren solche Hütehunde eher Exoten und wurden in ein Schema gepresst und so behandelt wie alle Hunde.
Und dass man bei Kid mit "Rucken" (noch dazu am Halsband!) oder mit "Alphawurf" oder auch mit "Schnauzgriff" nicht weiterkam, das merkten wir schnell :_h
Außerdem wurden uns alle möglichen Sachen empfohlen, um Kid "artgerecht" zu beschäftigen.
Beinahe mutierte er zum Balljunkie, und ich hatte es sehr schwer, ihn da wieder runterzubringen :(

Irgendwann hatte ich dann endlich Internet und konnte so allerlei darüber lesen, wie denn Hütehunde wirklich "ticken"....

Mit viel Phantasie fand ich durch Üben heraus, womit ich Kid genau so beschäftigen konnte, dass er ausgelastet war.
Und das waren keinesfalls nur Übungen , wo er sich körperlich auspowern konnte. Besonders gefallen ihm alle Dinge, wo er nachdenken musss, wo er Strategien entwickeln muss. Das gefällt ihm und macht ihm großen Spaß, auch heute noch und trotz seiner Behinderung :top

Und noch ein Wort zur "Designer-Rasse": Uns wurde seinerzeit erzählt, dass die Briards mehr auf Schönheit gezüchtet würde und weniger auf Charakter und dass angeblich deshalb ein ehemaliger Briard-Züchter auf die Idee kam einen Briard mit einem Aussie zu kreuzen...

Mein Fazit nach über 12 Jahren: Konsequenz, Konsequenz, Konsequenz und ganz viel Liebe. Und einmal NEIN ist IMMER NEIN, sonst wächst einem ein intelligenter Hütehund über den Kopf und übernimmt das Kommando! Gerade solche Hunde nutzen kleinste Schwächen des Hundebesitzers meist gnadenlos aus und entwickeln blitzschnell eigene Strategien :-)

Liebe Grüße
von Petra und Kid dem Wäller!



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 Betreff: Re: Mudi - Rassebeschreibung
Posting Nummer:#9  BeitragVerfasst: Di 14. Dez 2010, 13:31 
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Hallo Renegat,

Zitat:

Zitat Renegat:
Bevor der Markt fragen kann, muss man erst einmal den Bedarf wecken. Werbung macht das vorsätzlich, der begeisterte Halter NN einfach nur so.


Ja klar, aber nicht nur diese - als da nicht zuletzt auch sonstige Formate sind die über die Mattscheibe flimmern.

Aber auch dies geschieht und ist vielleicht im Bereich der Hütehunde nicht viel anders:

Gerne machen uns Herrn und Damen der Jagdzunft, die noch dazu jagdleistungsorientiert eine entspr. Hundezucht betreiben klar, daß eine Jagdhundrasse auch NUR in die Hände von Jägern gehören.
Denkt man daran, welch' Problematik sich für den ein oder anderen nichtwaidmännischen Halter einer Jagdhundrasse schon aus nicht jagdlicher Leistungzucht ergeben (können), so ist dies sicher eine ehrbare Einstellung.
Wenn es tatsächlich auch immer so wäre.

Im letzten Jahr, trafen wir hier bei uns an der Isar einen Herren mit einem drei, vier Monate alten Drahthaar.
Während einer Unterhaltung mit dem Herrn, fragte ich interessiert nach, wann er denn mit seinem Hund die jagdliche Ausbildung beginnt ?
Der Herr verneinte meine Vermutung einer geplanten jagdlichen Ausbildung, denn er selbst ist ja nicht mal Jäger und habe auch nicht vor einen Jagdschein zu machen.

Er erzählte mir, ein Jäger habe in einer hiesigen Tageszeitung den Wurf inseriert.
Er - der jetzige Halter - hat angerufen und seinen Hund, als dieser abgabebereit war, abgeholt.
Einfach so, er wurde nicht mal danach gefragt, ob er auch einen Jagdschein habe und warum es denn ausgerechnet ein Drahthaar sein müsse.

Das Besondere muss man manchmal einfach nur anbieten.
Hin und wieder entsteht die Nachfrage dann von selbst.
Natürlich gibt es trotzdem auch Züchter solcher Hunde, die ihrem ehrbaren Vorsatz treu bleiben.

LG
Tom + Gary


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Der Hofnarr sagte:
"Mein König - ich erkenne nicht die Pointe Eures Scherzes ... Euer Volk nach dem Willen zu fragen aber taub dessen Antwort zu sein ..."


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 Betreff: RE: Mudi - Rassebeschreibung
Posting Nummer:#10  BeitragVerfasst: So 19. Dez 2010, 20:22 
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Zitat:
Original geschrieben von Renegat

Hallo Alex

Zitat:
Original geschrieben von Alex

Eigentlich gibt es nicht viel mehr über spezielles Mudi-Verhalten zu sagen - sie sind im Grunde ganz normale Hunde... Und auch wieder nicht! Aber das, was ihren Charme ausmacht und uns begeistert, läßt sich eh nicht in Worte fassen
Wenn es ein ganz normaler Hund wäre, warum dann eine solch ausufernde Beschreibung?
Und wenn ich auch nur punktuell gelesen habe, wie sieht dann ihre Eignung für unsere Verhältnisse aus? Deutschland ist nicht Ungarn.

Nachher haben wir wieder die gegenseitig tröstenden Klagen, dass man ja einen typischen Hüter habe.

Ich bin tatsächlich der Meinung, dass es bei uns bereits genug Hunderassen gibt, die sich hervorragend für unsere Verhältnisse eignen. Warum in der Ferne suchen?

So herätisch R.




Ich war, bis ich zu den Mudi´s kam, eigentlich immer ein ausgesprochener Fan der Retriever!
Tja, und dann, durch die Arbeit im Tierschutz, bekam ich den ersten Mudi, und vor zwei Jahren haben wir uns entschlossen, den zweiten Mudi aufzunehmen und unsere Meute auf drei Hunde aufzustocken.

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Alex und die schwarzen Monster


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