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 Betreff: Quo Vadis, Altdeutscher Hütehund?
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: Mo 23. Jul 2012, 10:24 
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Canidas hat geschrieben:
Über Jahrhunderte hinweg waren sie die rechte Hand des Schäfers, heute sieht man sie selten. Laut der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) gehören Altdeutsche Hütehunde zu den gefährdeten Tierrassen.

In den letzten Jahren lässt sich beobachten, dass die Zahl dieser Hütehunde in Privathand steigt. Während die Hunde bis vor einigen Jahren noch ausschließlich von Schäfern gehalten wurden, finden sich nun immer mehr Altdeutsche auf den Hundeplätzen und -wiesen der Republik wieder.

Feiern diese Hunde ein Comeback oder werden sie über kurz oder lang zusammen mit dem Beruf des Wanderschäfers aussterben? Und, ist es überhaupt sinnvoll, Hunde, die für die harte Arbeit an der Herde gezüchtet wurden, als Familienhunde zu halten?


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 Betreff: Re: Quo Vadis, Altdeutscher Hütehund?
Posting Nummer:#2  BeitragVerfasst: Do 2. Aug 2012, 15:14 
Das man die die Hüter überall sieht, liegt aber auch daran, dass die Schäfer oft auch vermehren. Alles was übrig ist oder "nichts taugt" erscheint dann ( zum Glück) auf irgendwelchen Vermittelungsseiten.

Ehrlich gesagt, sehe ich das man den Hütern als nicht schlimmer an, als bei Jagdhunden voll im Trieb #y_es#

Auch die muss ich auslasten und notfalls gesichert an der Leine führen. So what?


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 Betreff: Re: Quo Vadis, Altdeutscher Hütehund?
Posting Nummer:#3  BeitragVerfasst: Do 2. Aug 2012, 23:11 
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Hallo Bea
und alle Anderen,

Bea hat geschrieben:
Das man die die Hüter überall sieht, liegt aber auch daran, dass die Schäfer oft auch vermehren. Alles was übrig ist oder "nichts taugt" erscheint dann ( zum Glück) auf irgendwelchen Vermittelungsseiten.


Ähnlich ist es auch bei den Jagdhundrassen.
Gerade in diesem Bereich kommt es dann hin und wieder in einschlägigen Foren zu recht hitzigen Debatten zur Schuldfindung wer denn nun die Verursacher sind, dass ganze Jagdhundrassen "vor die Hunde gehen".
Da ist man dann mit dem Fingerzeig auf ONH's recht schnell herbei.
Sie, so heißt es, entziehen einer jagdlichen Zucht das genetische Potential, weil sie
an einer jagdlicher Ausbildung und Führung des Hundes nicht interessiert sind, und somit
die züchterische Basis schmälern.

Das mag bei den Jagdhunden teílweise sogar zutreffen, nur frage ich mich dann, wie "genetisch wertvolles Material" überhaupt in die Hände von ONHs kommt ?

LG
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 Betreff: Re: Quo Vadis, Altdeutscher Hütehund?
Posting Nummer:#4  BeitragVerfasst: So 5. Aug 2012, 02:51 
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Hi
zunächst zum Artikel
Code:
So ist der Bestand der Westerwälder Kuhhunde heute massiv bedroht, da es kaum noch Landwirte gibt, welche die Kuhherde von einer Weide zur nächsten treiben. Die GEH ermittelte 2006 eine Population von nur noch ca. 30-40 weitgehend reinrassigen Tieren.

Westerwälder wurden zeitweise als ideale Familienhunde abgegeben, um den Bestand erhalten zu können. Die Folge war, dass zahlreiche Westerwälder im TH landeten. Wieso nur?

Code:
So müssen die Hunde ausdauernde Läufer sein und, nachdem sie viele Stunden an der Herde gearbeitet haben noch fähig sein, dem Schäfer dabei zu helfen, die Schafe einzupferchen oder ggf. zurück zum Stall zu treiben.
....
Einen Hund, der wie schon erwähnt über Jahrhunderte dahingehend selektiert wurde, viele Stunden am Tag zu laufen und schließlich trotz körperlicher Erschöpfung noch dabei zu helfen, die Schafe zu pferchen, wird man körperlich nicht auslasten können.

Hierzu müsste der Hund die Möglichkeit haben, 7-8 Stunden täglich zu laufen – ein Pensum, das selbst ambitionierteste Hundesportler ihrem Hund nicht bieten können.

Die Frage sollte daher vielmehr lauten, ob ein Hütehund ein solches Programm tatsächlich benötigt, um ein tiergerechtes Leben führen zu können.

Hier lautet die Antwort „Ja, aber“. Vorausgesetzt, man weiß um das Potential dieser Hunde, verzichtet darauf, dieses zu fördern und legt gerade in den ersten Lebensmonaten Wert darauf, dass sie ein hohes Maß an Ruhe und Frustrationstoleranz erlernen, dann können solche Hütehunde zu souveränen Begleitern im Alltag werden.

Sie sind nicht nur dazu fähig - sondern brauchen zT auch extrem viel Aktivität (zur Erinnerung: Sina verbrachte ihr erstes Jahr im Zwinger. Ihre Aktivitätsneigung wurde nicht durch den Menschen aufgebaut). Natürlich gibt es Individueen, die das nicht benötigen. Eine Freundin von mir hatte so einen Westerwälder.
Ich kenne zwei Kuhbauern, die Westerwälder hatten/haben. Die Arbeit unterscheidet sich heute von der Arbeit von früher. Die Hunde treiben heute nur noch die Kühe auf die nahe Weide und abends zurück. Dazwischen ist "Freizeit".
Der eine Bauer hat seinen Hund verloren, weil er in seiner Freizeit vor ein Auto gelaufen ist. Seiddem hat er einen genügsameren BC. Der andere ist anfangs mit seinem Westerwälder verzweifelt. Inzwischen ist der Hund etwas ruhiger geworden (aber immer noch nicht der Traum eines Kuhbauern). Aber ihn an der Herde zu sehen, ist einfach nur schön :)

Code:
Ein bekannter Besitzer dreier Altdeutscher hat mal gesagt: „Ein Altdeutscher Hütehund will Dir bei irgendetwas helfen, bei was, ist ihm egal“.

Ja, damit sind wir auch recht weit gekommen - Ampeln schalten, Licht anmachen, Türen öffnen, Müll weg werfen...Wäsche machen und büglen hat leider nicht funktioniert #w_acko1#

Code:
Neben diesen Eigenschaften sollen die Tiere außerdem ernstzunehmende Wächter für die Herde und Schutzhund für den Hirten sein, so entstand also eine Kombination aus Herdenschutzhund und wendigen Hütehund.

DAS sollte man nie vergessen, wenn man einen Altdeutschen hat!

Code:
Solche Menschen sehnen sich nach einem pfiffigen und aktiven Familienbegleithund, der eine schnelle Auffassungsgabe besitzt, gerne lernt und sich unkompliziert ins Familienleben einfügt.

Jo - danach kann man als Mensch süchtig werden. Ich habe nie so einen intelligenten Hund gehabt, wie Sina. Otis kann da definitiv nicht mithalten. Nur macht so eine Intelligenz den Halter nicht nur glücklich.

Code:
in welche Richtung sich die Zucht und die Haltung der Hunde – außerhalb der Schäfereibetriebe – derzeit entwickeln, neige ich dazu, diesen tollen Hunden zu wünschen, dass sie in Würde und ohne die Tortur menschlichen Ehrgeizes und zu erwartender züchterischer Übertreibung aussterben dürfen.

Sehe ich fast genauso. Ich wünsche mir wieder einen Westerwälder, weil es wahnsinnig tolle Hunde sind. Aber ich weiß, dass ich so einem Hund mit meinem jetzigen Leben nicht mehr gerecht werden könnte.
Wenn ich die mir bekannten Westerwälder (und eigentlich rede ich die ganze Zeit nur davon, weil andere Altdeutsche fallen mir kaum auf #w_ink# ) sehe - egal ob in privater Hand oder beim Bauern (Schäfer haben selten Westerwälder - zumindest kenne ich keinen mit einem Westerwälder) - dann machen die Hunde kaum das, wofür sie geschaffen sind und machen vorwiegend Probleme.
Andererseits weiß ich aber, dass sich der jetzige Zuchtwart (oder wars der letzte?) erfolgreich bemüht, die Hunde im Ausland in adäquate Stellungen zu bringen. Da sehe ich eine echte Chance ....

Zu den Beiträgen:
Bea hat geschrieben:
Ehrlich gesagt, sehe ich das man den Hütern als nicht schlimmer an, als bei Jagdhunden voll im Trieb #y_es#

Auch die muss ich auslasten und notfalls gesichert an der Leine führen. So what?

So what? Ich halte es nicht für optimal einen lauffreudigen und neugierigen Hund "notfalls gesichert an der Leine [zu] führen". Und was die Auslastung betrifft: das kann ziemlich aufwendig sein - mehr, als sich der durchschnittliche Hundehalter leisten kann.
Und nur, weil der extreme Jagdhund nun bei Hundehaltern en vogue ist, heißt das nicht, dass das ok ist (s.o.).

Anmerkung: ich habe ja noch einen Arbeits-Aussie. Der ist im Vergleich zu Madam easy - auch wenn er es geschafft hat, seine Vorbesitzer, die einen Familienhund wollten, zu überfordern. Mit dem neuen rassemäßig geeigneteren Familienhund sind sie inzwischen glücklich. Lag also nicht an ihrer "Unfähigkeit", sondern an mangelnder Kompatibilität.

Tom hat geschrieben:
Sie, so heißt es, entziehen einer jagdlichen Zucht das genetische Potential, weil sie
an einer jagdlicher Ausbildung und Führung des Hundes nicht interessiert sind, und somit
die züchterische Basis schmälern.

Das mag bei den Jagdhunden teílweise sogar zutreffen, nur frage ich mich dann, wie "genetisch wertvolles Material" überhaupt in die Hände von ONHs kommt ?

Das entziehen des "genetischen Potentials" hat bei den Westerwäldern auch stattgefunden. Zum einen wurden andere Hunde bewusst eingekreuzt (Harzer zB) zum anderen wurde bei Hunden in privaten Händen alles mögliche eingekreuzt.

Und wie ""genetisch wertvolles Material" überhaupt in die Hände von ONHs kommt " sagte ich oben schon: der verzweifelte Versuch, einen Schlag der Altdeutschen zu erhalten.

LG Bea

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Manchmal denke ich, es ist Hauptaufgabe der Hunde, uns Menschen bescheiden zu halten. [Patricia B. McConnell]
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