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 Betreff: Erfahrungsbericht Zweithund
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: Do 14. Aug 2008, 17:40 
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Hallo allerseits!

Heute möchte ich mir endlich mal die Zeit nehmen und das Neueste zum Thema „Rudelvergrößerung“ berichten bzw. erzählen, wie uns die Konstellation großer Welpe / kleiner Althund bzw. selbstbewusster Welpe / sensibler Althund ganz schön aufgemischt hat …

Also: lasst uns am Anfang beginnen :)
Die ersten Vorbereitungen wurden schon einige Zeit vor Yumas Geburt getroffen – mit Sammys Kastration im Herbst 2006. Dass es eine Hündin als Zweithund werden sollte, stand damals schon fest und nach reiflicher Überlegung zogen wir die Kastration eines knapp 6-jährigen Rüden der einer noch jungen Hündin vor. Zwei unkastrierte Hunde in einem Haushalt – das hätten wir uns nicht zugetraut, ebenso wenig wie einen Rüden als Zweithund. Mit dieser Entscheidung bin ich nach wie vor sehr glücklich und würde es heute genauso machen.

Nach der Kastration hatte Sammy noch reichlich Gelegenheit sich mit seinem neuen Hormon-Haushalt anzufreunden bevor dann im Sommer 2007 unsere Yuma eingezogen ist.
Was soll ich sagen… seit ich Klein-Yuma kennen lernen durfte bin ich ein wenig von der allgemeinen Welpen-ach-wie-süß-Hysterie geheilt. Weg mit der rosa Brille, aber flott. Die ersten Wochen und Monate waren – gelinde gesagt – nervenzehrend. Nicht, dass wir Probleme mit Stubenreinheit, Alleinbleiben oder Möbel zerkauen gehabt hätten. Auch die ersten Erziehungsübungen klappten gut.
Nein, die Probleme lagen ganz woanders: nichts war vor Yumas spitzen Beisserchen sicher! Wir konnten nicht mal an Streicheln oder gar Kuscheln DENKEN, da hatten wir schon zwei Reihen spitze Zähne in Fingern, Nasen, Armen, Zehen oder sonst wo stecken. Und wer glaubt die Sache wäre mit konsequentem Aufstehen und Gehen in Kürze erledigt weil ein Welpe doch Anschluss sucht… Neee, nicht bei Yuma. Was wir schon bei der Züchterin erahnen konnten: die Kleine kann auch allein und weiß was sie will. Oder nicht will.
Sammy war natürlich völlig entsetzt was wir da angeschleppt hatten: ein zwackendes, stinkendes, völlig unverschämtes Ungetüm. (= }M1 ) Nach kurzer Zeit machte er ohne mich keinen Schritt mehr, traute sich kaum ins Erdgeschoss, wo hinter dem Kindergitter an der Treppe mit erstaunlicher Beharrlichkeit Yuma lauerte um Sammy durch die Wohnung zu scheuchen und in die Hacken zu zwicken. In dieser Zeit entschied mein Vater, dass Sammy aufs Sofa darf – anders hätte er sich nicht im Erdgeschoß aufhalten können, ohne dass Yuma ihn ununterbrochen gepiesakt hätte. So hatte sich das Problem wenigstens darauf reduziert das kleine Biest davon abzuhalten, ihn beim Hochspringen in den Schwanz zu beißen… aber immerhin: am Sofa war Sammy halbwegs sicher vor ihren wilden Attacken.
Ihre RICHTIGE Schokoladenseite hat uns die Gute schließlich bei ihrem ersten Ochsenziemer gezeigt. Den hat sie nach ca. 2 Sekunden zähnefletschend, knurrend und mit gesträubten Nackenhaaren verteidigt. Dieses Erlebnis hat uns natürlich ganz schön zu denken gegeben und letzten Endes wohl auch unseren Umgang mit ihr bis heute geprägt: sorgfältigste Konsequenz und souveränes Auftreten.

In dieser Zeit lernten wir alle, was es heißt ZWEI Hunde ständig im Auge zu behalten: Sammy, um ihm den Rücken zu stärken und Yuma, um ihre lustigen Spielideen in geordnetere Bahnen zu lenken. Somit waren wir dann auch alle erleichtert, als ich Mitte August mit Sammy für zwei Wochen nach Prag aufbrach (10. und 11. Woche) und Anfang Oktober für ein Semester nach Wien (ca. ab der 16. Woche).
Nach der Prägephase haben sich die Hunde bis auf kurze Wochenendbesuche also länger nicht gesehen – das war von vornherein so geplant und wie ich glaube (va für Sammy) die einzig richtige Entscheidung gewesen.

Ihren respektlosen Umgang gegenüber Menschen hat sie erst im Alter von 5-7 Monaten merklich abgelegt. Heute kann man auch mit dem Gesicht näher als einen halben Meter ran gehen, ohne dass man eine gebrochene Nase befürchten muss. Das klingt übertrieben? Ein kurzes Gespräch mit Verwandten, Bekannten, Nachbarn dürfte eure Zweifel beseitigen…
Ihre dominanten Spielchen mit Sammy hat sie sich leider wesentlich hartnäckiger bewahrt und dieses Verhalten ist recht stark nochmals mit 10 oder 11 Monaten aufgeflackert, insbesondere wenn die beiden allein zu Hause waren (unser Fehler). Sie hat Sammy in solchen Fällen durchs ganze Haus gejagt, in eine Ecke getrieben und nicht mehr raus gelassen oder ihn auf der Treppe überholt und dann den Weg versperrt… Erste Abhilfe schuf wieder das Kindergitter: Sammy im OG, Yuma im EG, klappte bestens. Und der Rest war dann wieder jede Menge konsequente Arbeit, viele "Abbrüche" und verteilte Leckerchen bei richtigen Ansätzen.

Heute kann ich - nicht ohne Stolz - feststellen, dass Yuma ein wirklich toller Hund ist! Es ist eine Freude mit ihr zu Arbeiten und auch ihr Verhältnis zu Sammy ist mittlerweile sehr entspannt. Das Scheuchen und „An-die-Wand-Stellen“ hat sie völlig abgelegt (ich klopf auf Holz) und ihr Umgang mit ihm ist respektvoll. Ihren anfänglichen Futterneid haben wir durch jede Menge gezieltes Training gut in den Griff bekommen und auch sonst können wir uns nicht beklagen.
In Hinblick auf Sammy ist es rührend zu beobachten, wie sie mit größter Sorgfalt Zentimeter um Zentimeter näher robbt, um ihren Kopf an den schlafenden Sammy zu kuscheln. Und manchmal tut er ihr den Gefallen und bemerkt sie nicht (die kurzzeitig weit aufgerissenen Augen :-o sprechen in solchen Fällen natürlich Bände…).
Und Sammy hat mittlerweile keine Angst mehr vor ihr, er bewegt sich völlig unbeschwert durchs Haus und tut wonach immer ihm gerade der Sinn steht. Sogar von seinen Liegeplätzen lässt er sich mittlerweile nicht mehr vertreiben – früher hat er bei der kleinsten Annäherung das Weite gesucht, was Yuma natürlich nach Strich und Faden ausgenutzt hat. Manchmal dreht er sogar schon den Spieß um und klaut ihr Spielzeug, was sie wiederum mit Fassung trägt. Insgesamt hat ihm die vierbeinige Konkurrenz aber sicher gut getan: er ist schon beinahe verwegen, legt sich auf harten Boden, watet durch bauchtiefes Wasser, frisst anständig, fordert Clicker-Sessions ein, sucht Anschluss und ist verschmust. Das hätte es früher nicht gegeben... :)

Was ich als guten Tipp weitergeben möchte: KEINE PANIK! Erlebnisse wie starker Futterneid, hartnäckiges Schnappen oder zB „Begrüßungs-/Beschwichtiguns-Grinsen“ kann frischgebackene Welpenbesitzer ganz schön verunsichern. Glücklicherweise erscheint einem vieles schlimmer als es ist und so manches „wächst sich einfach aus“. Richtig gut tut es hier wenn man sich gegenseitig sagt: wir tun alles Erdenkliche um einen sozialsicheren Hund heranzuziehen. Die Chancen, dass er sich völlig katastrophal entwickelt sind realistisch betrachtet gering.
Und an dieser Stelle sei erwähnt: auch ein sensibler Ersthund kann so eine aufreibende Zeit besser wegstecken als man vermuten würde. Sammy hat das Ganze jedenfalls gut überstanden.
Mantra: Weder Nerven noch Geduld verlieren und um Himmels willen konsequent bleiben. Einfach durchbeißen. Dann wird – mit einem Quäntchen Glück – auch aus einem Katastrophen-Welpen ein passabler Großer und aus einem eigenbrötlerischen Althund ein mehr oder weniger enthusiastischer Zweithund. Und beides zusammen gibt dann ein nettes Zwei-Hund-Gespann… :top

Soweit, so gut. Ende der Geschichte. Jetzt können wir erstmal die Füße hochlegen. *)
Allen die in einer ähnlichen Situation sind: toi toi toi! :g

Viele liebe Grüße, :-ww
Melli und Sammy (und Yuma)

PS: *) Naja, natürlich nur zeitweise, versteht sich. Wir haben ja noch soooo viel vor :crazy

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Zuletzt geändert von Melli und Sammy am Do 14. Aug 2008, 17:42, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff: Re: Erfahrungsbericht Zweithund
Posting Nummer:#2  BeitragVerfasst: Do 14. Aug 2008, 21:31 
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Hallo Melli,

das ist schön zu lesen! Freut mich, dass Yuma sich zu einem Hund entwickelt, den ihr wolltet :)

Gruß, Mirjam




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 Betreff: RE: Erfahrungsbericht Zweithund
Posting Nummer:#3  BeitragVerfasst: Do 14. Aug 2008, 22:34 
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Hallo Melli
Zitat:
Original geschrieben von Melli und Sammy
Mantra: Weder Nerven noch Geduld verlieren und um Himmels willen konsequent bleiben. Einfach durchbeißen.

Na - da müsst ihr ja dann nur eine größere Beisskraft als Yuma mit ihren Beisserchen aufweisen :-)

Aber im wesentlichen kann ich deine guten Tipps bestätigen:
Zitat:
KEINE PANIK! Erlebnisse wie starker Futterneid, hartnäckiges Schnappen oder zB „Begrüßungs-/Beschwichtiguns-Grinsen“ kann frischgebackene WelpenbesitzerZweithundbesitzer ganz schön verunsichern. Glücklicherweise erscheint einem vieles schlimmer als es ist und so manches „wächst sich einfach aus“. [...]
Und an dieser Stelle sei erwähnt: auch ein sensibler Ersthund kann so eine aufreibende Zeit besser wegstecken als man vermuten würde. [...]
Mantra: Weder Nerven noch Geduld verlieren und um Himmels willen konsequent bleiben. Einfach durchbeißen. Dann wird – mit einem Quäntchen Glück – auch aus einem Katastrophen-WelpenZweithund ein passabler Großer und aus einem eigenbrötlerischen Althund ein mehr oder weniger enthusiastischer Zweithund. Und beides zusammen gibt dann ein nettes Zwei-Hund-Gespann.


Und wo bleiben jetzt die Bilder zum Beitrag?

Gruß Bea

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 Betreff: Re: Erfahrungsbericht Zweithund
Posting Nummer:#4  BeitragVerfasst: Do 14. Aug 2008, 23:02 
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Huhu Melli,

da muste ich ja erst mal grinsen, als ich das las ....

siehe

die ersten zwei Wochen, da wir Pepi hatten, hab ich mich stündlich gefragt, warum wir uns DAS angetan haben, dem Paul (der das Ganze sehr entspannt von Anfang an sah ) gegenüber ganz zu schweigen, wo wir uns doch son schönes entspanntes Dasein geschaffen hatten ...
Ein Leben ohne Pepi ... heute undenkbar.

Grüßle, M

[adm]Link korrigiert[/adm]

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Grüßle, Monika


Zuletzt geändert von Monika und Paul am Fr 15. Aug 2008, 00:34, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff: RE: Erfahrungsbericht Zweithund
Posting Nummer:#5  BeitragVerfasst: Sa 16. Aug 2008, 23:22 
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Liebe Leute!

Zitat:
Original geschrieben von BeaSin
Und wo bleiben jetzt die Bilder zum Beitrag?
Na DAS lass ich mir nicht zwei Mal sagen :o

Unser Irrwisch:
Bild Bild Bild
Peng!, Slalom und still sitzen. Was fällt ihr DA wohl am schwersten? 8-|

Und der Beste und Bravste, seine Hoheit höchstpersönlich:
Bild Bild Bild
Hat alles im Auge. Auch den Trampel im Hintergrund. Ansonsten natürlich ganz abgebrüht.

Zitat:
Original geschrieben von Monika und Paul
wo wir uns doch son schönes entspanntes Dasein geschaffen hatten ...
Achja, schön ists gewesen... und vor allem so sauber! So ruhig und ungefährlich wenn man über die Treppe geht. So entspannt im Wald und am Wasser.
Und sooooo fad! :D Wir lieben eben die Action, das Chaos, die vielen Haare, das Gesabbere, ... :crazy

Ich weiß nicht ob ich mich jemals wieder mit EINEM Hund werde begnügen können... Man entfaltet offensichtlich soetwas wie eine Sammlerleidenschaft.

Übrigens: Yuma liegt auch am liebsten auf halber Treppenhöhe, beim Bild von Pepi musste ich lachen: genau so macht sie das auch! Und ihre besondere Vorliebe: sobald man sie streichelt richtet sie sich in Männchenposition auf und legt beide Pfoten über Schoß oder Arm.
Anfangs war uns so ein Verhalten gar nicht recht, da waren wir durch Themen wie Futterneid, Sammy scheuchen, freches Zwacken, usw. geeicht. Abgesehen davon hatte uns schon die Züchterin mit auf den Weg gegeben, dass die Kleine einen sehr starken Charakter hat und im Welpenrudel die Chefin ist. Wir haben dann lieber Vorsicht walten lassen und "Verdächtiges" unterbunden.
Mittlerweile sehen wirs pragmatischer: solange sie auf Befehl die Treppe räumt bzw. mit allen Vieren am Boden bleibt, was soll's? Sie gibt uns anderweitig keinen Anlass zur Sorge, also soll sie ihren Willen haben.

Natürlich fragt man sich da, ob man so ein Verhalten nun als Dominanz überbewertet oder ob man aber tatsächliche Avancen als harmlos abtut. Aber ich schätze ich werde es spätestens DANN merken, wenn Yuma mir morgens die Futterschüssel füllt und zur Gassi-Runde pfeift. Bis dahin schenk ich mir das Rätselraten.

Liebe Grüße :-ww
Melli und Sammy

PS: Vielleicht mag sich noch jemand der frischgebackenen Zweithundbesitzer anschließen und resümieren, was sich gerade in der ersten Zeit so zwischen den Hunden abgespielt hat? Und wie es euch dabei ergangen ist: worüber habt ihr euch Sorgen gemacht, welche Maßnahmen habt ihr ergriffen? (Monika? Kine? Marco? Bea? Heike? Und ich hab sicher noch so einige vergessen...) Würde mich wirklich interessieren!

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Zuletzt geändert von Melli und Sammy am Sa 16. Aug 2008, 23:30, insgesamt 4-mal geändert.

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 Betreff: Re: Erfahrungsbericht Zweithund
Posting Nummer:#6  BeitragVerfasst: So 17. Aug 2008, 13:34 
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Hallo Melli

ich hatte ja damals einen Zweithund gesucht, um Sina etwas mehr Hundekontakte zu ermöglichen und um ihrer Trennungsangst irgendwie in den Griff zu kriegen. Diese Trennungsangst trat ja erst so massiv auf, als sie wirklich alleine in der Wohnung bleiben musste (also ohne Katzen) und reicht hin bis zu blutigem Durchfall oder spastischem Darmverschluss.
Meine Befürchtungen waren allerdings, dass Sina dem Neuhund ganz schnell mitteilt, wie lustig Jagen ist.
Gesucht hatte ich definitiv keinen Arbeitshund, also z.B. KEINEN Aussi. Ein Vollblutarbeiter ist eigentlich für einen berufstätigen Menschen ausreichend.... Also suchte ich eher einen Hund, der schon seit Generationen Nur-Begleithund ist und definitiv keine Verhaltensprobleme hat: ein gute erzogener Groß-Pudel etwa.

Soweit meine Überlegungen im Vorfeld. Dann schneite Otis ins Haus. Aussie aus mehr oder weniger Arbeitslinie, mit nicht ganz unproblematischer Vergangenheit.

Otis erkennt keinerlei Individualdistanz an, ist ein Meister im beschwichtigen und hält sich für den absolut tollsten Rüden auf dieser Welt (das er kastriert ist, hat er noch nicht mitgekriegt).

Somit waren eigentlich die Probleme vorprogrammiert: er klebte Sina teilweise am Popo (keine Ahnung was das soll) – und sie wehrte sich hin und wieder mit vollem Körpereinsatz. DAS wiederum konnte sich der Held der Hunde nicht gefallen lassen. Anfangs kam es also mehr oder weniger regelmäßig zu Kloppereien. Inzwischen warnt Sina nur noch ziemlich heftig, wenn´s ihr zu viel wird. Sollte sie dennoch mal richtig „zuschlagen“, hält er einfach still und Sina´s Zorn ist dann auch verklungen.

Andererseits hat Otis aber massig Respekt vor ihr. Das ging dann soweit, dass eine Verhaltenstherapeutin, die die beiden zusammen sah, nach den ersten Minuten meinte, ich solle Otis besser abgeben. Nach längerer Beobachtung hat sie das aber revidiert, weil er sich vorwiegend eher positiv an ihr orientiert. Zumal als sie dann sah, wie wenig Individualdistanz er einhält.
Dennoch habe ich anfangs viel darüber nachgedacht, ob das wirklich das Dreamteam ist.

Sina´s Jagdleidenschaft hat Otis sich natürlich abgeschaut. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass der angeblich nicht jagende Hund auch früher schon Rehen nachgestellt hat und Füchse etc. einfach nicht vorhanden waren.... Hasen und Katzen interessieren ihn trotz Sina´s eindeutigem Getue nach wie vor nicht (oder er läuft ein paar Meter hinterher und kommt dann zurück) und still stehende Rehe schaut er (im Gegensatz zu Sina) auch nur an.

Mit einander Spielen oder Kuscheln tun sie eher nicht. Sina´s Spiel wüsten Aufforderungen begegnet er mit Bewegungslosigkeit. Hin und wieder legen sie aber einen parallelen Sprint ein. Was super gut klappt: gemeinsam andere Hunde bespielen. Erstaunlich, wie da die gemeinsame Hüternatur duchschlägt.

Das war´s aber auch schon an negativem.

Sina bleibt in Gegenwart von Otis alleine, ohne das sie derart in Stress gerät, dass ich anschließend mit ihr zum Notarzt muss.
Durch Otis hat sie sehr viel“hündisch“ gelernt, so dass sie Hundebegegnungen inzwischen meist relativ locker sieht. Bei unseren letzten Massen-Hundebegegnungen (Mini-Forum-Treff hier, Altdeutschen-Treffen) hat sie sich dermaßen super gehalten, dass ich sie kaum wiedererkannt habe ;)

Otis hat durch Sina „Autofahren“ gelernt, orientiert sich in der bösen Welt an ihr und verteidigt sie gegen böse Hunde ;). Bei bekannten Hunden schlichtet Sina auch schon mal, wenn Otis sich durch sein Macho-Tun in Schwulitäten bringt. Das macht sie vollkommen souverän...
Jault irgendeiner der beiden auf, ist der andere sofort da.

Letztes Jahr im Urlaub habe ich eine sehr schöne Situation erlebt:
Ich war beim Camping-Urlaub zum Spülen im Waschhaus, S+O waren vor´m WoMo angebunden und lümmelten sich in der Sonne.
Dann fingen Kinder an, Böller loszulassen. Irgendwie ist mir das gar nicht bewusst geworden – also habe ich weiter gespült und komme dann irgendwann ahnungslos zum WoMo zurück.
Und da seh ich Otis dicht gedrängt an Sina sitzen. Und sie lässt ihn ruhig gewähren,. Obwohl ihr das eigentlich normalerweise zu eng gewesen wäre. Sie war auch sichtlich erleichtert, dass ich jetzt die Rolle übernehmen konnte....

Tja, im großen und ganzen haben sich meine Hoffnungen erfüllt und ich denke, beide sind auch recht zufrieden miteinander.


Achja: der Arbeits-Aussie ist nicht halb so anstrengend (körperlich, geistig) wie der Altdeutsche.... Daher krieg ich das mit den beiden gerade noch so hin ;)
(Besonders in diesem Punkt bin ich ja sehr gespannt auf Marco´s Bericht :) )

Gruß Bea

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 Betreff: Re: Erfahrungsbericht Zweithund
Posting Nummer:#7  BeitragVerfasst: Mo 18. Aug 2008, 07:17 
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Hallo Melli,

ich wollte letzte Woche schon schreiben, wie toll ich Deinen Bericht fand. Er ist ehrlich, interessant und macht Mut.
Danke schön!

So viel kann ich aktuell noch nicht beitragen. Das ist zwar unser insgesamt 5. Welpe, aber es ist naütrlich immer wieder alles anders, als man es sich vorher ausgemalt hat ...
Vieles haben wir vergessen, wie es mit den anderen WIRKLICH war ]B4
Ich schwanke auch zur Zeit zwischen "oh wie toll" und "warum haben wir uns DAS denn angetan" :p
Diese unglaubliche Energie, Schnelligkeit, Kraft und Beisskraft 8-|
Andererseits natürlich viel Spass und Lust drauf, ihm die Welt zu zeigen und ihn zu trainieren.

Die anderen Hunde reagieren unterschiedlich.
Luzie ist am coolsten. Ein Terrier geht seinen Weg! :D
Ed fand ihn an ersten Tag unwiderstehlich und ist seit dem zweiten Tag im Schmollwinkel.

Aber beide scheinen ihn zu mögen. Sie schauen nach ihm und schnüffeln auch an ihm, wenn er schläft.
Zumindest springt er ihnen seit zwei Tagen nicht mehr volle Kanne ins Gesicht, wenn es Lecker gibt 8-|
Das hab ich schon ein bisschen geschafft ...

Wir sind, denke ich, noch alle in der "Zusammenfindungsphase".

Lieben Gruss - Heike

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Achtung: Lesen gefährdet die Dummheit!


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 Betreff: Re: Erfahrungsbericht Zweithund
Posting Nummer:#8  BeitragVerfasst: Mo 18. Aug 2008, 21:46 
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Hallo Melli,

da hattet ihr ja eine aufregende Zeit.
Hier lief es völlig anders. Brösel ist ja jetzt 20 Wochen und seit 12 Wochen bei uns.
Chili ignorierte ihn die erste Zeit völlig, er durfte sich ihr mehr oder weniger nur kriechend nähern und selbst da hat ihre Hoheit ihn auf Distanz gehalten. Brösel musste sich an Chilis Regeln halten. Wenn wir Brösel etwas untersagt hatten fühlte sich Chili zuständig das Verbot durchzusetzen und das doch ziemlich heftig.
Brösel selbst war völlig unkompliziert. Er ordnete sich ihr unter und nach zwei Wochen hatte sie ihn akzeptiert und bemerkt dass er langsam bespielbar wurde. Seither sind sie ein gutes Team. Brösel lernt sehr viel von Chili und dies hat manches doch sehr vereinfacht.
Uns gegenüber zeigt er ein wirklich sonniges Gemüt. Stubenrein war er von Beginn an und er zeigte keinerlei Tendenzen zu beißen oder in die Beine zu zwicken. Natürlich hat er anfangs auch ganz gerne die Finger gekaut, aber ein paar "Aua" haben ausgereicht um ihn zu zeigen, dass wir kein Fell haben sondern eine empfindliche Haut. Er ist sehr zart wenn man ihm die Hand hinhält.
Sein neuestes Hobby ist allerdings alles klauen was man erwischen kann und dafür steigt er auch hoch und versucht auf Tisch und Schränke zu kommen. Dabei hat er letzthin einige Schwimmkerzen gefressen, zwei Messer apportiert und meine Lieblingsteetasse vom Tisch gefegt (und stolz die Scherben angebracht). Den Topfdeckel der ihm (als er inflagranti erwischt wurde) vor die Füße fiel und auf den Fliesen einen Riesenkrach machte beschnupperte er nur kurz. Der Lärm hat ihn nicht sonderlich interessiert (ist halt ein Retriever) oder gar beeindruckt.
Wir sind alle sehr gespannt wie er sich weiter entwickelt und ob er so ein unkomplizierter Hund bleibt.

viele Grüße
Elke

... ach ja, wie gehts denn Yuma mit dem Dummy? Konnte den Thread gerade nicht finden, daher weiß ich nicht ob sie das Dummy jetzt schon nimmt? Brösel trägt alles, aber kein Dummy :sarcastic ...


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 Betreff: Re: Erfahrungsbericht Zweithund
Posting Nummer:#9  BeitragVerfasst: Di 19. Aug 2008, 21:39 
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PS: Vielleicht mag sich noch jemand der frischgebackenen Zweithundbesitzer anschließen und resümieren, was sich gerade in der ersten Zeit so zwischen den Hunden abgespielt hat? Und wie es euch dabei ergangen ist: worüber habt ihr euch Sorgen gemacht, welche Maßnahmen habt ihr ergriffen? (Monika?


Hallo Melli,

bei uns war es von der ersten Stunde an zwischen den Beiden absolut palletti.

Paul hat uns schon immer zu verstehen gegeben, das er es doof findet, keinen zweiten Hund an seiner Seite zu haben, und er ist ein echter "Welpenversteher", von daher hab ich mir da keine Gedanken gemacht.
Die Begrüßung der beiden fand in einem Weinberg statt, wir sind dann erst mal ne Runde drehen gegangen, und Klein Pepi ist sofort dem Paul hinterhergestiefelt, der fand das auch ganz normal so.
Paul hat sich von Anfang an rührend um Pepi gekümmert, teilweise mehr als uns lieb war. ...
So ist ihm zB. das rassebedingt bei Pepi vorstehende Brustbein suspekt, denn das gehört da seiner Meinung nach nicht hin. Er hat es dann so intensiv beschleckt und beknabbert, das Pepi da ein Leckekzem entwickelt hat, das mit Jodshampoo bekandelt werden musste.
Seit ein paar Tagen knabbert Paul an Pepis Pfoten, ich nehme an, er hat die Wachstumsknospen entdeckt ...
Natürlich greif ich da ein, aber es tut mir in der Seele weh, ein so überbordendes Sozialverhalten zu beschränken, zumal es der Pepi sehr sehr genießt, so betüdelt zu werden und Paul immer wieder zum weitermachen auffordert und ihn selbst auch sehr hingebungsvoll pflegt.

Angst gemacht hat mir, das der Pepi in den ersten Tagen ziemlich auf die Kacke gehauen hat, was das Aufzeigen von "Dominanzgesten" betraf.
Das hab ich richtig ernst genommen, und mich gefragt, was das bitte werden soll, wenn der jetzt schon so drauf ist, hab meinen Paul mit Pauken und trompeten unter gehen sehen und befürchtet, das ich den in Zukunft wie einen Scheuerlappen behandeln muss, damit der dominante Pepi ihn nicht frisst ...
Paul hingegen hat das alles ganz entspannt gesehen, und das tun wir inzwischen auch.
Und der Pepi ist alles - aber kein bischen dominant.
Er ist ein riesen Herz mit Fell drumrum und benimmt sich auch so.
Außer dem einen Knurrer beim Fressen in den ersten Tagen hab ich den Pepi nur noch im Spiel knurren gehört, es gab - auch in der Welpenstunde- nicht eine Situation, wo er mal losgegrollt hätte, und er gibt die Liebe und Freundlichkeit, die er von Paul, uns und seiner ganzen Umgebung erfährt, 1:1 weiter.

Die beiden Jungs spielen sehr liebevoll und intensiv mit einander, sie können stundenlang kopf an kopf liegen, kauen sich dabei gegenseitig die Ohren durch, Paul "singt" dabei für seinen Pep, und alle sind glücklich.
Ein Sänger namens Paul

Der ganze Stressfilm lief ausschließlich in MEINEM Kopf ab, mit dem, was in realität bzw. unter den Hunden passierte hatten meine Sorgen NIX zu tun.

Grüßle, M

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Grüßle, Monika


Zuletzt geändert von Monika und Paul am Di 19. Aug 2008, 22:52, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff: RE: Erfahrungsbericht Zweithund
Posting Nummer:#10  BeitragVerfasst: Mi 29. Okt 2008, 17:01 
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[Test...Test....


entschuldigt bitte, ich sitze hier mit aufgetürmten Locken weil es mir seit Wochen nicht gelingt mich wieder einzuloggen. Dabei habe ich euch sooooo viel zu erzählen. Natürlich über einen Welpen, dazu noch z´Zweithund und wüste Geschichten.... ;)

So, mal schaun ob es geklappt hat

Grüße
Elke


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