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 Betreff: Der Allergiker
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: Sa 11. Mär 2006, 13:40 
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SDU
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Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten muss zunächst einmal zwischen Unverträglichkeiten und echten Nahrungsmittelallergien unterschieden werden. Bei einer Nahrungsmittelallergie ist das Immunsystem beteiligt, bei einer Unverträglichkeit hingegen nicht – auch wenn die auftretenden Symptome ähnlich sind. Eine echte Nahrungsmittelallergie tritt sehr selten auf, lediglich 2- 3% aller Verdachtsfälle sind tatsächlich Allergien. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um Unverträglichkeiten gegenüber verschiedenen Futtermitteln. Auch bei einer Unverträglichkeit sollte die Ernährung des Hundes überdacht werden.

Klassische Unverträglichkeiten bestehen gegen Gluten und Laktose. Einige Getreidesorten enthalten Gluten. Das ist ein Klebereiweiß, das Unverträglichkeitserscheinungen in Form von schweren Durchfällen verursachen kann. Die Zotten der Dünndarmschleimhaut werden stark geschädigt. Nährstoffe, Vitamine und Mineralien können nicht mehr aufgenommen werden, so dass bei Jungtieren Entwicklungsstörungen auftreten.
Zu den glutenhaltigen Getreiden zählen Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern und Dinkel.

Beim Menschen wurden neben Magen- Darmbeschwerden starke Kopfschmerzen, Müdigkeit und als Langzeitschäden Osteoporose und Darmkrebs beschrieben.
Die Ursache dieser Erkrankung ist bisher ungeklärt, vermutet werden Antikörper oder fehlende Enzyme. Die Erkrankung tritt sehr selten auf, es besteht eine familiäre Häufung bei Irish Settern.

Wird eine solche Glutenunverträglichkeit beim Hund vermutet, sollte man glutenfreie Getreide wie Mais, Reis oder Hirse füttern. Mit einer Besserung der Beschwerden ist innerhalb weniger Tage zu rechnen, die geschädigten Darmzotten regenerieren sich. Eine Glutenunverträglichkeit bleibt ein Leben lang bestehen, der Hund sollte also nicht mehr mit Getreideprodukten gefüttert werden, die glutenhaltig sind. Hier sollte insbesondere die Zusammensetzung von Leckerlies beachtet werden.


Laktose ist Milchzucker, der aus den Bausteinen Glukose und Galaktose besteht. Bei Hundewelpen ist das Enzym Laktase, das für die Spaltung des Milchzuckers verantwortlich ist, bis zum Alter von etwa 16 Wochen reichlich vorhanden. Es fördert die gesunde Entwicklung der Darmflora. Die Enzymaktivität nimmt mit zunehmendem Alter ab, ist jedoch ernährungsabhängig. Bei regelmäßiger Verfütterung laktosehaltiger Produkte kann der Körper verstärkt Laktase bilden. Ausgewachsene Hunde vertragen bis zu 2g Laktose pro Kilogramm Körpergewicht problemlos. Ist der Laktosegehalt in der Nahrung zu hoch und ist der Hund dies nicht gewöhnt, kommt es zu Blähungen und Durchfällen.

Kuhmilch enthält im Vergleich zu Hundemilch recht viel Laktose. Der Laktosegehalt in Hundemilch beträgt 3,3g pro 100ml, bei der Kuhmilch sind es ~5g pro 100ml. Möchte man Milchprodukte verfüttern, kann man auf Kuhmilchprodukte wie Joghurt, Käse und Quark zurückgreifen. In Sauermilch- und Joghurtprodukten wird der Milchzucker bakteriell zur wesentlich besser verträglichen Milchsäure, dem Laktat, abgebaut.

Ziegenmilch ist aufgrund der Fettsäurezusammensetzung besser verträglich als Kuhmilch, hat aber ähnlich hohe Laktosegehalte.



Reagiert ein Hund - vermutet oder diagnostiziert - allergisch auf Bestandteile von Futtermitteln, sollte verstärkt auf die Ernährung geachtet werden. Im Prinzip kann ein Hund auf alles allergisch reagieren. Eine einzelne Allergie, zum Beispiel gegen Weizen, ist eher selten. Meist bestehen Allergien gegenüber mehreren Nahrungsbestandteilen, Zusatzstoffen, Medikamenten, etc.
Häufig auftretende Futtermittelallergien bestehen gegen Weizen, Soja, Mais, Hühnerfleisch und in jüngster Zeit verstärkt gegen Rindfleisch.

Der Organismus reagiert allergisch auf die jeweiligen Proteine, daher ist die Gefahr einer Allergie umso höher, je größer die jeweiligen Proteine sind. Futtermittelallergien äußern sich meist in Form von Hautkrankheiten, Juckreiz, Nesselfieber und Durchfall. Atemwegserkrankungen sind eher selten.

Allergische Reaktionen auf Nahrungsbestandteile können unmittelbar nach dem Fressen auftreten, beispielsweise mit Ausschlag am Maul, geröteten und geschwollenen Lefzen, Juckreiz und Schwellungen im Gesicht - im schlimmsten Falle im Rachenraum. Bei akuten Symptomen und starken Schwellungen im Gesicht sollte der Hund umgehend zum Tierarzt gebracht werden, da Schwellungen im Rachenraum zum Tod durch Ersticken führen können. Allergische Reaktionen können auch erst mehrere Stunden nach der Mahlzeit auftreten. Sie äußern sich dann meist als Durchfall. Bis zu einigen Tagen nach der Allergenaufnahme durch die Nahrung kann es zu Hautreaktionen kommen, die sich als Juckreiz am ganzen Körper oder nur an einzelnen Körperstellen äußern können. Auch bei chronischen Ohrenentzündungen sollte immer an eine Futtermittelallergie gedacht werden. In diesem Fall kann es unter Umständen lange dauern bis man den Auslöser findet.


Es gibt spezielle Trocken- und Nassfutter für allergische Hunde. Hier sollte die Zusammensetzung sehr kritisch betrachtet werden, da sich Allergene hinter Sammelbegriffen verstecken können. Reagiert ein Hund auf Futtermilben allergisch, wird auch ein hochwertiges Trockenfutter selten helfen, da diese Milben in jedem Trockenfutter enthalten sein können. Einfrieren kann sie abtöten, aber der allergieauslösende Milbenkot wäre neben den toten Milben noch im Futter enthalten. In neueren Studien konnten jedoch keine Futtermilben in den untersuchten Futterproben nachgewiesen werden, daher besteht die Vermutung, dass die betroffenen Hunde eher auf Hausstaubmilben reagieren.


Allergietest

Beim Intrakutantest werden verschiedene Substanzen, die im Verdacht stehen allergieauslösend zu sein, in die Haut gespritzt und nach einer bestimmten Zeit die Reaktion des Hundes auf diese Substanzen abgelesen.
Das Ergebnis ist stark von den gewählten Testsubstanzen und der korrekten Bewertung abhängig. Dies erfordert einen erfahrenen Tierarzt um das Risiko falsch positiver oder falsch negativer Beurteilungen gering zu halten.

Der Patch- Test dient dem Nachweis von Kontaktallergien. Das vermutete Allergen wird mit einem Pflaster aufgeklebt, nach 1 bis 2 Tagen wird die Hautreaktion bewertet. Allerdings kann der Hund auch auf das Pflaster allergisch reagieren, es bleibt schlecht bis gar nicht am Fell haften oder wird nicht toleriert.

Allergietests sind in Bezug auf Futtermittelallergien wenig bis gar nicht aussagekräftig. Das liegt unter anderem daran, dass die Parameter, die in einem Bluttest gemessen werden, bei Hunden von Natur aus höher als bei Menschen sind und daher kein sicherer Indikator für das Vorliegen einer Futtermittelallergie sind.
Man kann lediglich einen groben Kreis schließen, auch Kreuzallergien sollten bedacht werden. Die sicherste Möglichkeit eine Futtermittelallergie nachzuweisen ist eine Ausschlussdiät. Diese sollte unter tierärztlicher Aufsicht erfolgen und erfordert ein hohes Maß an Konsequenz seitens der Hundehalter.


Ausschlussdiät

Bevor man mit einer Ausschlussdiät beginnt sollte man alle anderen möglichen Ursachen für die bestehenden Symptome ausgeschlossen haben und den Hund möglichst einem Tierarzt mit Zusatzqualifikation in Allergologie vorgestellt haben. Als „andere Ursachen“ kommen bei einer Hautproblematik zum Beispiel Waschpulver, Weichspüler, Seife und Parfüm auf der menschlichen Haut, bestimmte Stoffe (Handtücher, Hundedecken), (Zimmer)pflanzen, gedüngte Spazierwege, et cetera in Frage. Je nach Lokalisation der betroffenen Hautpartien und Ausprägung der Veränderung könnte auch Milbenbefall oder eine Leishmaniose vorliegen.
Bei Durchfall und Erbrechen sollte zuerst an die Umstände der Fütterung gedacht werden. Ist die Futtermenge zu groß oder ist das Futter zu kalt, begünstigt das Probleme im Verdauungstrakt ebenso wie zu viel Hektik bei der Futteraufnahme.


Es gilt vor dem Beginn einer Ausschlussdiät sorgfältig zu überlegen mit welchen Zutaten man eine solche Diät beginnen möchte und welche Komponenten man in welcher Reihenfolge testen möchte. Man kann nicht nach zwei Wochen mal eben eine Portion Trockenfutter füttern, weil man vergessen hat das Fleisch zu kaufen oder weil es zeitlich grade nicht passt. Der Hund darf natürlich auch nicht die Näpfe der Nachbarskatzen leeren oder unterwegs ein weggeworfenes Brötchen verschlingen.


Bei einer Ausschlussdiät wird ein individueller Nahrungsplan erstellt, denn es ist wichtig mit Nahrungsmitteln zu beginnen, die der Hund noch nicht kennt. Das ist oftmals Pferde-, Schafs- oder Entenfleisch, Gurke, Kartoffel, Hirse, Gerste oder Reis. Die Diät besteht anfangs aus einer Fleischsorte, die über mindestens 4 Wochen nicht gewechselt wird, einer Gemüsesorte und einem Öl oder Fett. Ein solcher Plan sollte immer den einzelnen Hund mit seinen speziellen Problemen berücksichtigen. Des Weiteren muss diese Diät natürlich für den Halter durchführbar sein. Es ist ein zeitlicher und finanzieller Mehraufwand und die jeweiligen Komponenten müssen in immer gleicher Qualität verfügbar sein.
Während der Diät dürfen keine anderen Nahrungsmittel, keine Kekse oder Leckerlies, auch keine Vitamin- und/ oder Mineralstoffergänzungen gefüttert werden. Denn auch auf Bestandteile oder Konservierungsmittel in diesen kann der Hund allergisch reagieren.


Unverträglichkeitsreaktionen während der Diät

Hat der Hund bereits bestehende Symptome wie Durchfall oder Juckreiz muss man dem Körper Zeit geben sich zu regenerieren, das heißt dass der Hund während der ersten Woche(n) noch keine sichtbare Besserung der Beschwerden zeigen muss. Während dieser Umstellungsphase sollten daher keine weiteren Komponenten getestet werden, sondern abgewartet werden bis der Hund beschwerdefrei ist. Das setzt natürlich voraus, dass sich die bestehenden Symptome auf Unverträglichkeiten in der Nahrung zurückführen lassen – daher sollte vor Beginn einer Ausschlussdiät geklärt sein, dass eine Nahrungsmittelunverträglichkeit die wahrscheinlichste aller Ursachen für die individuellen Probleme des Hundes ist.

Es wird beispielsweise Pferdefleisch gefüttert, einige Gemüsesorten hat der Hund ohne Probleme vertragen und jetzt sollen die Getreidesorten getestet werden. Roggenflocken hat der Hund ohne Probleme vertragen und nach der ersten Mahlzeit mit Weizenflocken reagiert er plötzlich mit Durchfall/ Juckreiz/ geröteten Haustellen/ Nervosität. Damit hat man die Sicherheit, dass der Hund Weizen nicht verträgt und man diesen in Zukunft nicht mehr füttern sollte.
Nun wird zu den Nahrungskomponenten zurückgekehrt, die vor der Unverträglichkeitsreaktion gefüttert wurden und etwa eine Woche bei dieser Zusammenstellung gebleiben. Nach dem vollständigen Abklingen der Symptome können dann die ausgewählten weiteren Komponenten getestet werden.


Zuletzt geändert von Mirjam am Mo 30. Mai 2011, 15:27, insgesamt 4-mal geändert.

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