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 Betreff: Würmer
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: Sa 20. Jan 2007, 20:32 
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SDU
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Würmer gehören zu den Endoparasiten. Sie leben entweder permanent oder zeitweise in Wirten, auf dessen Kosten sie sich ernähren. Ihre Wirte sind Tiere oder Menschen, die weiter in Fehl-, Zwischen-, oder Endwirte unterschieden werden.
Einige Würmer, die in Hunden parasitieren, stellen auch eine Gefahr für den Menschen dar. Ist der Mensch ein Fehlwirt, das heißt dass er nicht zu den Wirten gehört, in denen Würmer sich zur Geschlechtsreife entwickeln können, sind schwerwiegende, mitunter tödlich verlaufende Krankheiten die Folge. Ausgelöst werden diese durch Wurmlarven, die durch den Körper des Menschen wandern und sich in der Muskulatur oder in Organen wie der Leber einkapseln.


Wurmbefall bei Welpen

Vorgeburtlich werden Spulwürmer übertragen, durch die Muttermilch zusätzlich Hakenwürmer. Bandwurmbefall ist bei Saugwelpen sehr selten, es sei denn sie haben Flöhe, die als Überträger auftreten und den Hund infizieren wenn er einen Floh zerbeißt und schluckt.

Der Welpe kann sich zunächst einmal vor seiner Geburt durch die Mutter infizieren. Beim Befall des Hundes mit Spulwürmern (zum Beispiel Toxacara canis) wandern einzelne Larven durch den Körper und kapseln sich in der Muskulatur, aber auch in Organen, ein. Im Gewebe der Hündin sitzende Larven werden durch die hormonellen Veränderungen während einer Trächtigkeit aktiviert und infizieren durch die Plazenta die Jungen. Nach der Geburt wandern die Larven über die Blutbahn in die Lunge der Welpen. Diese werden dann hochgehustet und abgeschluckt. Bereits am zweiten oder dritten Lebenstag des Welpen erreichen die Larven den Dünndarm, wo sie sich zu adulten Parasiten entwickeln.

Durch das Säugen kann der Welpe ebenfalls mit Würmern infiziert werden. Nach 2 bis 4 Wochen scheiden die Welpen infektiöse Eier mit dem Kot aus und können sich dadurch untereinander und das Muttertier infizieren.

Erste Symptome für einen Wurmbefall bei Welpen können struppiges Fell, Apathie, Abmagerung, ein aufgeblähter Bauch mit Durchfall und Erbrechen und Blutarmut sein. Zudem kann der Wurmspeichel und die Wunden, die der saugende Wurm dem Darm zufügt, zu Durchfall und Entzündungen der Darmwand führen.
Bei massivem Wurmbefall können Entwicklungsstörungen und Tod die Folge sein.


Wurmbefall bei ausgewachsenen Hunden

Viele erwachsene Hunde zeigen bei einem geringen oder einzelnen Wurmbefall und einem guten Immunsystem keine auffälligen Symptome wie Abmagerung, struppiges Fell, Durchfall, der auch schleimig sein kann, Abgeschlagenheit oder Erbrechen. Der Hund kann aber infektiöse Wurmeier ausscheiden, die dann eine Gefahrenquelle für andere Tiere und Menschen darstellen. Das Ausscheiden der Wurmeier erfolgt nicht ständig, sondern in zeitlichen Abständen. Daher ist es empfehlenswert bei einer Kotprobenuntersuchung auf Wurmbefall eine Sammelprobe von mehreren Tagen zu nehmen und diese untersuchen zu lassen. Ein negatives Ergebnis der Untersuchung garantiert nicht Wurmfreiheit des Hundes! Vielleicht hat man grade an den Tagen Proben genommen, an denen keine Wurmeier ausgeschieden wurden. Oder die aufgenommene Larve hat das geschlechtsreife Stadium noch nicht erreicht.


Bandwürmer

Von Bedeutung sind die Bandwurmarten Echinococcus und Taenia mit mehreren ihrer jeweiligen Unterarten. Der Hund infiziert sich hauptsächlich durch rohe Schlachtabfälle von Schafen, Schweinen, Ziegen und Rindern. Aber auch durch den Verzehr von rohem Geflügel, Fischen und Nagern.

Bandwürmer sind wenige Millimeter bis mehrere Meter lange gliedrige Würmer, die hauptsächlich im Dünndarm zu finden sind, häufig auch nicht allein vorkommen. Je nach Befall scheidet der Hund täglich bis zu 50 Glieder aus. Teilweise mit dem Kot, teilweise ohne Kotabsatz. In den Gliedern befinden sich mehrere tausend Eier.
Je nach Region wird der Befall von Haushunden zwischen 1% und 30% eingeschätzt.


Hakenwürmer

Hakenwürmer werden etwa 0,5 bis 3cm lang und saugen im Hundedünndarm Blut, wodurch bei starkem Befall eine Blutarmut ausgelöst werden kann. Die Würmer wechseln alle 5 bis 6 Stunden ihre Position wodurch die Darmschleimhaut sehr stark gereizt werden kann, in der Folge können auch blutige Durchfälle auftreten.
Ausgeschiedene Eier entwickeln sich innerhalb von 10 Tagen zu infektiösen Larven, die vom Hund entweder zufällig durch Schnüffeln, durch das Fressen eines Zwischenwirtes wie der Maus oder durch die Haut aufgenommen werden können. In letzterem Fall bohren sich die Larven durch die Haut an Ballen oder Bauch, wandern in die Lunge und von dort in den Darm.
Einige Laren können auch in die Muskulatur und ins Fettgewebe wandern und dort bis zu einem Jahr infektiös bleiben.


Peitschenwürmer

Sie kommen bei Hunden jeden Alters vor, sind aber relativ selten. Besonders betroffen sind vor allem Welpen von Vermehrern und Hunde in Gebieten infizierter Füchse. Die Infektion erfolgt durch die orale Aufnahme von Larven.

Dieser etwa 7,5cm lange Wurm lebt im Dickdarm des Hundes, wo er durch die kleinen Blutgefäße im Darm Blut saugt. Die ausgeschiedenen Eier sind sehr widerstandsfähig und können mehrere Jahre im Boden überleben.
Bei erwachsenen Hunden führt eine Infektion zu langanhaltenden Durchfällen, bei Welpen führen diese teilweise auch blutigen Durchfälle zur Schwächung des Hundes. Da zwischen der Infektion und dem Ausscheiden von Wurmeiern zweieinhalb bis dreieinhalb Monate liegen können, ist der Nachweis meist schwierig.


Spulwürmer

Diese Parasiten erreichen eine Länge von bis zu 18 cm und sehen aus wie Spaghetti. Sie können als Eier mehrere Jahre im Boden überleben. Befallen werden meist Welpen und Junghunde, erwachsene Tiere selten. Die Infektion erfolgt durch die Aufnahme von Larven, Kontakt mit befallenen Artgenossen und Katzen oder durch das Fressen infizierter Mäuse. Bis zum Nachweis des Befalls können 7 bis 10 Wochen vergehen.
Symptome bei starkem Befall sind ein aufgeblähter Bauch, Durchfall, Blutarmut, Abmagerung, Entwicklungsstörungen, Darmverschluss durch das Zusammenknäueln von mehreren Würmern. In einigen Fällen können die Larven auch in Leber, Lunge, Muskulatur und andere Organe wandern.


Behandlung

Dieser Abschnitt begrenzt sich lediglich auf die kurze Vorstellung der gängigen Medikamente. Die Behandlung sollte unter tierärztlicher Aufsicht stattfinden, die meisten Medikamente sind ohnehin nicht frei verkäuflich. Im Idealfall kann man die Wurmart, von der der Hund befallen ist, erkennen und diese dann gezielt behandeln. Die meisten Entwurmungsmittel bekämpfen mehrere Wurmarten.
Die Intervalle, in denen man den Hund entwurmt, sollte man mit dem Tierarzt besprechen.

Banmith- Paste wird hauptsächlich bei Welpen gegen Spul- und Hakenwürmer angewandt, da sie gut verträglich ist.
Drontal wird gegen die meisten Band-, Spul- und Hakenwürmer eingesetzt.
Flubenol wird als Paste Welpen und als Tabletten ausgewachsenen Hunden gegeben. Hauptsächlich wirksam gegen Spul- und Hakenwürmer, aber auch gegen einige Peitschen- und Bandwürmer.
Lopatol ist gegen die meisten Band-, Spul- und Hakenwürmer wirksam, zusätzlich auch gegen Strongyliden.
Panacur ist gegen viele Spul- und Hakenwürmer, gegen einige Bandwürmer (mit Ausnahme der Echinococcen) und bei Welpen gegen Giardien wirksam.
Program- Tabletten wirken gegen einzelne Spul-, Haken- und Peitschenwürmer. Neben der Flohbekämpfung wird das Medikament auch zur Herzwurmprophylaxe eingesetzt.


Hygiene

Hat der eigene Hund Würmer, sollte man die Kothaufen sorgfältigst entsorgen, damit diese keine Ansteckungsquelle für andere Tiere oder Menschen darstellen. Auch die bevorzugten Aufenthaltsorte des Hundes in Wohnung/ Haus und Garten sollten sorgfältig gereinigt werden, da grade Bandwurmglieder nicht zwingend mit dem Kot ausgeschieden werden müssen, sondern allein aus dem After wandern. Die meisten Wurmeier sind äußerst widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und Putzmittel.

Eine Vorbeugung vor Wurmbefall ist sinnvoller als die Bekämpfung von Würmern. Der Hund sollte dazu erzogen werden keine Mäuse, keinen Unrat und keinen Kot zu fressen. Auch sollte man ihn nicht mit Tieren spielen lassen, von denen bekannt ist, dass sie unter Würmern zu leiden haben. Durch die vom Hund selbst betriebene Fellpflege verteilt er Wurmeier im Pelz, beim Spiel mit Artgenossen oder auch dem Menschen können also auf diesem Wege Wurmeier übertragen werden. Des Weiteren beschnüffeln und belecken sich Hunde gegenseitig in der Aftergegend, auch dies stellt eine Infektionsquelle dar.

hauptsächliche Quellen: „Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin“, Institut für Veterinärpharmakologie und –toxikologie Zürich


Zuletzt geändert von Mirjam am Sa 20. Jan 2007, 20:44, insgesamt 1-mal geändert.

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