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 Betreff: Zecken
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: So 10. Sep 2006, 01:20 
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Was sind Zecken?
In der biologischen Systematik findet man die Zecken bei den Gliederfüßlern (Arthropoden). Diese werden unterteilt in drei Klassen: Insekten, Krebstiere und Spinnentiere. Bei letzteren finden sich in der Ordnung der Milben die Zecken.

Es gibt weltweit rund 850 verschiedene Zeckenarten, für den mitteleuropäischen Hund sind aber nur drei relevant:
Gewöhnliche Zecke, Holzbock = Ixodes ricinus
Braune Hundezecke= Rhipicephalus sanguineus
Bunt- oder Auwaldzecke = Dermacentor reticulatus

Holzbock
Bild
Quelle: www.meb.uni-bonn.de

Braune Hundezecke
Bild
Quelle: www.vetbook.org

Auwaldzecke
Bild
Quelle: www.vetion.de

Die Braune Hundezecke sowie die Auwaldzecke wurden aus mediterranen Ländern nach Deutschland eingeschleppt. Die Auwaldzecke lebt und vermehrt sich, im Gegensatz zu den beiden anderen Arten, unter anderem auch in Wohnungen.

Zecken sind Ektoparasiten, die sich vom Blut anderer Tiere ernähren.
Ohne Blutaufnahme kann der Holzbock rund 1 Jahr überleben, die Braune Hundezecke dagegen höchstens 2 Monate.

Bei entsprechenden Temperaturen (mindestens +5 Grad in Bodennähe) sind Zecken das ganze Jahr über aktiv.

Wie vermehren und entwickeln sich Zecken?
Die Zecke entwickelt sich über vier Stadien: Ei --> sechsbeinige Larve --> achtbeinige Nymphe --> Zecke.

Das vollgesogene Weibchen lässt sich zu Boden fallen und legt, je nach Art, bis zu 5.000 Eier als Paket auf dem Erdboden ab und stirbt dann.
Die ausschlüpfenden Larven klettern auf Gräser oder Büsche und lassen sich von den Gras-/Zweig-Enden auf ein Wirtstier fallen oder werden abgestreift. Nach dem Vollsaugen lassen sie sich wieder vom Wirt abfallen und steigen nach der erfolgenden Häutung am Erdboden als Nymphen wieder in die Zweige auf. Larven und Nymphen benötigen zur Weiterentwicklung je eine Blutmahlzeit, die sie sich bevorzugt von Igeln und Mäusen holen (Mäuse sind der Hauptträger von Borrelien). Besonders die Larven bedienen sich aber auch bei Vögeln. Auch (und vor allem) der letzte Blutspender (Endwirt) ist ein Säugetier. Erst nach dieser Mahlzeit wird der Holzbock geschlechtsreif.

Die Dauer des Entwicklungszykluses ist bei den einzelnen Zeckenarten unterschiedlich und zudem abhängig von Witterungsbedingungen, Umgebungstemperaturen und Luftfeuchtigkeit.
Orientierend kann man für den Entwicklungszyklus bei Auwaldzecke und Holzbock 1 – 3 Jahre angeben, bei der Braunen Hundezecke 3-4 Monate.

Wo und wie leben Zecken?
Zecken leben nicht auf hohen Bäumen, wie vielfach noch zu hören ist, sondern in Bodennähe auf Gräsern oder Büschen.

Bei den erwachsenen Tieren saugen nur die Weibchen Blut. Das saugen dauert 7 – 13 Tage, wobei ca. 365 mg Blut aufgenommen werden. dabei schwillt das Weibchen von 4 mm auf ca. 11 mm Körperlänge an.
Die erwachsenen Männchen saugen nicht auf dem Wirt, sondern suchen lediglich nach einem Weibchen. ]I7
Nach der Begattung lässt das Weibchen sich fallen und legt seine Eier ab.

Wie gelangen Zecken an den Hund?
Die Zecken sitzen auf Grasspitzen oder Zweig-Enden. Die potentiellen Opfer werden durch das Hallersche Organ erkannt, ein in der Spitze des Vorderbeines gelegenes chemisches Sinnesorgan.
Auf dem Wirt selbst sind die Zecken oft noch mehrere Stunden unterwegs bevor sie zubeißen. Die Bissstelle wird vor dem Biss durch die Zecke betäubt.

Welche Gefahren gehen von Zecken aus?
Abgesehen von dem Umstand, dass man beim Zertreten der vollgesogenen Zecken auf dem Perserteppich Blutflecken erzeugt, können sie vor allem sehr gefährliche und schwierig zu behandelnde Krankheiten übertragen, wie:

  • Borreliose (Lyme disease): Holzbock,
  • Babesiose (Piroplasmose): Braune Hundezecke, Auwaldzecke
  • Ehrlichiose (Rickettsiose): Braune Hundezecke
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME): Holzbock.[/list]

    Die Bissstellen können durch Juckreiz, Schwellungen und/oder zum Teil extreme Hautrötungen auffällig werden. Manche Hunde entwickeln eine Zeckenbissallergie.

    Vorbeugung
    Hunde sollten nach jedem Spaziergang nach Zecken abgesucht werden. Zecken setzen sich bevorzugt an dünnhäutigen Stellen fest wie Kopf, Hals, Schulter und Achsel.
    In den zeckenstarken Zeiten (Frühjahr bis Herbst) sollten Hunde am besten mit spot-on Präparaten, Schutzhalsbändern oder ähnlichem geschützt werden.
    Besonders bei allergisch reagierenden Hunden empfiehlt es sich, hohe Wiesen und Gebüsch zu meiden.
    Festgesaugte Zecken führen häufig dazu, dass der Hunde an den entsprechenden Stellen knabbert und leckt. Dieses sollte unbedingt unterbunden werden und statt dessen die Zecke fachgerecht entfernt werden.

    Wie entfernt man Zecken?
    Zecken werden herausgedreht oder gehebelt/gezogen. Die Drehrichtung ist dabei völlig gleichgültig.
    Hierzu gibt es spezielle Instrumente – Zeckenzangen oder Zeckenhaken.
    Wichtig ist, dass die Zecken nicht gedrückt werden, da dabei vermehrt Zeckenspeichel abgegeben wird, der Krankheitserreger enthalten kann.
    Auf keinen Fall sollte eine Zeckenentfernung mit "altbekannten Hausmittel" erfolgen:
    kein Öl, Uhu, Äther, Nagellackentferner oder ähnliches verwenden!!!!!!

    Nach der Entfernung der Zecke sollte die Stelle mit Jod oder Alkohol desinfiziert werden. Im Hinblick auf Borreliose-Infektionen empfiehlt sich die Aufbewahrung der entfernten Zecke. Bei Infektionsverdacht kann diese auf Borreliose-Erreger untersucht werden noch bevor die Borreliose beim Hund nachweisbar ist.

    Links
    Zecken
    Scalibor: Zecken
    Vetion: Wichtige Informationen über Zecken beim Hund für Sie als Tierhalter

    Weitere informative Links werden gerne aufgenommen.

    Diesen Beitrag weiter im Parasiten-Bereich diskutieren

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Manchmal denke ich, es ist Hauptaufgabe der Hunde, uns Menschen bescheiden zu halten. [Patricia B. McConnell]
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Zuletzt geändert von BeaSin am So 29. Mai 2011, 22:20, insgesamt 3-mal geändert.

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 Betreff: Zecken-Video
Posting Nummer:#2  BeitragVerfasst: Do 17. Jan 2008, 00:05 
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Im gleichnamigen rund 10-minütigen Video ist der Entwicklungszyklus des gemeinen Holzbocks sowie einzelne entscheidende Lebensmomente (Befall des Wirtes, Anzapfen des Wirtes etc.) sehr anschaulich dargestellt.

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Zuletzt geändert von BeaSin am So 29. Mai 2011, 19:21, insgesamt 2-mal geändert.

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