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 Betreff: Zeckenprophylaxe – Ein Gesamtüberblick
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: So 19. Mär 2006, 16:34 
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Folgende Übersicht wurde mir von Heidi Heigel freundlicherweise zur Verfügung gestellt:



Zeckenprophylaxe – Ein Gesamtüberblick

... über die Möglichkeiten, wie ich ihn in den vergangenen Jahren von Frau Dr. Rösch, Haßloch und von Johannes Bluhm erhalten habe.
Diese ganzen Hinweise von den beiden habe ich in einem Cora-Allergie-Tagebuch erfaßt, das ich seit 9 Jahren kontinuierlich führe. Es enthält die Herstellerangaben.
Vielleicht hilft es euch bei eurer Entscheidungsfindung ein bißchen weiter.

Fachterminologie:

Repellent - Effekt: Der Parasit wird ferngehalten.
Anti - feeding - Effekt: Der Parasit wird abgehalten zu stechen.
Knock - down - Effekt: Der Parasit wird gelähmt
Knock - down - Effekt: Der Parasit wird getötet.

Zeckenprophylaxe:

Das Ziel bei der Zeckenprophylaxe ist, die Zecken abzutöten, bevor sie sich festbeißen und saugen. Nur so kann die Übertragung von Krankheitserregern ausgeschlossen werden.

Nur Substanzen, die als Repellent wirken, können den Biß der Zecke verhindern. Sie halten die Parasiten von der Haut fern, gleichzeitig nehmen die Parasiten aber durch ihre Fluchtversuche genug chemische Substanz auf, so dass sie abgetötet werden. Diese Repellenteigenschaft, besitzen u.a. die Pyrethroide. Zu dieser Wirkstoffgruppe gehört beispielsweise Permethrin.


I) Halsbänder:
All die Anti-Zecken-Halsbänder dünsten aus.
Und sie tun das direkt unter der Nase des Hundes. Er atmet also permanent die jeweilige Chemikalie ziemlich direkt ein. Und das ist DER Nachteil bei all diesen Halsbändern..

Bei Puder-Halsbändern verteilt sich der Wirkstoff überdies im Fell und man hat ihn beim Streicheln an den Fingern. Beim Schwimmen wäscht sich das Puder raus und die Wirksamkeit ist beeinträchtigt.

Das Scalibor-Halsband, Wirkstoff: Deltamethrin, wirkt gegen Zecken und Sand- oder Schmetterlingsmücken. Es ist mit dem Wirkstoff getränkt und er verteilt sich, genau wie bei den Ampullen auch, über die Talgschicht und setzt sich auf der Haut, NICHT aber im Fell, fest. Das tut er über gut 6 Monate hinweg und wirkt dann noch ca. 4 Wochen nach, bis er dann abschuppt.

Also wenn schon Halsband, dann auf jeden Fall das Scalibor-Band.
Doch wegen der Ausdünstungen des Bandes und wegen der besseren Hautverträglichkeit empfiehlt mir Johannes weiterhin Spot-on Applikationen zu benutzen. Die setzen sich, wie geschrieben, auf der Talgschicht fest und schuppen im Laufe von ca. 4 Wochen ab. Dann müssen sie erneuert werden.


II) Ätherische Öle auf Teebaumöl-Basis oder reiner Teebaumöl-Extrakt halten - wenn überhaupt - nur wenig Zecken fern, sind nur vermeintlich schonender, denn es reizt. Vor allem der Citrusduft im Teebaumöl stört viele Hunde erheblich. Es soll nie als Konzentrat gegeben werden, für Katzen kann Teebaumöl sehr schädlich sein. Teebaumöl ist für manche Fachleute nur die "eso-ätherische" Neufassung des früheren vermeintlichen Allheilmittels Ballistol und Neo-Ballistol. Dies war und ist besser ein Waffenschmierstoff.

III) Spot-on Applikationen bzw. Spray

1) FRONTLINE® , Wirkstoff: Fipronil. Bei Hunden und Katzen: zur Bekämpfung des Floh- (Ctenocephalides spp.), Zecken- (Ixodes ricinus, Rhipicephalus sanguineus) und Haarlingsbefalls (Trichodectes canis bzw. Felicola subrostratus) sowie zur Behandlung und Kontrolle der Flohstichallergie (Flohallergiedermatitis = FAD). Es wird damit geworben, dass der Wirkstoff in verschiedenen Ländern auch als Pflanzenschutz eingesetzt wird, z.B. auf Orangen, Reis, Mais usw. Dies gilt als weiterer Beweis für seine sogar(Lebensmittel-)Sicherheit.
Das Spray wurde mir, als Cora noch Hautallergien hatte, wegen des Einsatzes zur Behandlung und Kontrolle der Flohstichallergie, vom Tierarzt empfohlen und tatsächlich hat sie sich weniger gekratzt und aufgebissen. Das Spray wäscht sich aber schnell raus und Cora ist nun mal eine Plantschkuh.

2) Advantage®, Wirkstoff: Imidacloprid = Behandlung und Vorbeugung von Flohbefall

3) Advantix®, Wirkstoffe: Imidacloprid und Permethrin gegen Zecke, Floh und Stechmücke. Flöhe werden am Stechen gehindert; zwölf Stunden nach Kontakt sind zwischen 98 und 100 Prozent der Flöhe tot; neu aufspringende Flöhe werden innerhalb von zwei Stunden bekämpft, ebenso Flohlarven in der Umgebung des Hundes.
Das Kombinationspräparat tötet darüber hinaus nicht nur zuverlässig unterschiedliche Zeckenarten, sondern wirkt gleichzeitig als Repellent, das heißt, die Zecke wird daran gehindert, sich am Hund festzubeißen. Außerdem werden rund 95 Prozent der Stechmücken zuverlässig abgewehrt, bevor sie stechen können. Advantix® wird einmal monatlich appliziert.
Die prophylaktische Wirkung hält selbst nach mehrmaligem Wasserkontakt an. Das Kombinationspräparat steht in vier Dosierungseinheiten, die in Abhängigkeit von Körpergewicht und -größe des Hundes verabreicht werden, zur Verfügung. Es eignet sich auch für Welpen ab der siebten Lebenswoche sowie für trächtige und säugende Hündinnen.

4) Stronghold, Wirkstoff: Selamectin, Bekämpfung / Vorbeugung des Flohbefalls, Behandlung und Kontrolle durch Flöhe bedingter allergischer Dermatitis; Vorbeugung der durch Dirofilaria immitis verursachten Herzwurmkrankheit; Behandlung und Vorbeugung des OhrmilbenbefaIls, Bekämpfung und Vorbeugung von Haarlingsbefall, Nematodenbefall, außerdem zur Behandlung und Vorbeugung der Sarcoptesräude, Bekämpfung und Kontrolle von Spulwürmern.
Stronghold hilft nicht gegen Zecken, ich habe es jedoch von Johannes' Rat hin jedesmal zusätzlich zu Avantix benutzt, wenn ich mit Cora nach Spanien gefahren bin.

5) Exspot® Wirkstoff; Permethrin, wirkt sowohl als Kontaktgift und sogenanntes "Magengift" als auch als Repellent für nicht festgebissene Zecken und Flöhe. auf keinen Fall, auch nicht in geringen Mengen, bei Katzen angewendet werden. Katzen können die in exspot® enthaltene Menge Permethrin in ihrem Stoffwechsel nicht verarbeiten. Es kann zu schweren Vergiftungserscheinungen kommen, die mit Symptomen wie starken Muskelkrämpfen und Bewegungsstörungen einhergehen. Bei irrtümlicher Anwendung ist als erste Massnahme ein Abwaschen und Baden des Patienten mit einem milden Reinigungsshampoo oder Geschirrspülmittel vorzunehmen. Der Patient sollte unverzüglich einem Tierarzt vorgestellt werden. Nicht bei unter 3 Monate alten Hunden anwenden. Nicht bei kranken oder rekonvaleszenten Tieren anwenden. Hunde mit Hautläsionen, besonders im Rückenbereich, sind von der Behandlung auszuschliessen.
Blühmchen sagte mir später, dies sei das toxischste Mittel, das auf dem Markt überhaupt verfügbar sei und riet mir recht energisch davon ab.

Eigene Erfahrungen mit diesen Mitteln:

Exspot war das Mittel, das mir mein erster Haustierarzt für Cora empfohlen hat.
Mit dem Auftreten Hautallergie (hatte absolut nichts mit dem Mittel zu tun) ging er dann zu Frontline Spray über, woraufhin das Fell besser wurde, sie jedoch durch ihre Wasserspiele Zecken hatte. (Ein breiter Bach läuft direkt über unser Gelände und das Baden ist gar nicht zu verhindern).
Also sind wir zu Advantix übergegangen und ich bin damit sehr zufrieden.


Anhängend findet ihr
1) eine Veröffentlichung zu dem Thema von Dr. Torsten J. Naucke (Parasitologe und Entomologe)
2) einen früheren Beitrag von mir zur Borreliose-Impfung


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 Betreff: Mittel gegen Leishmaniose und Zecken
Posting Nummer:#2  BeitragVerfasst: So 19. Mär 2006, 16:37 
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Mittel gegen Leishmaniose und Zecken

Von Dr. Torsten J. Naucke (Parasitologe und Entomologe)

Das Protectorband Scalibor: In Spanien (dort bereits seit 1999 im Handel) wissen Tierärzte häufig dennoch nicht um die Existenz dieses Halsbandes - offensichtlich scheint es dort zu wenig Pharmavertreter zu geben. In Portugal gibt es Pharmavertreter, die Scalibor dort auch vermarkten, aber über die Wirkung gegen Sandmücken zu wenig wissen, bzw. sich auf Nachfrage nach wie vor bedeckt halten. In Deutschland kennt fast nur derjenige Scalibor, dem ich es empfohlen oder mitgebracht habe (mit Einschränkung in diesem Kreis). In Frankreich hingegen kennt praktisch jeder Tierarzt und Apotheker Scalibor, dieses bereits seit 1997.
Die karge Informationspolitik über die Wirkungsweise dieses Hundehalsbandes führte zum Teil in Deutschland soweit, dass Leute, die Scalibor ihren Hunden während eines Mittelmeerurlaubes angelegt, und danach wieder entfernt hatten, völlig verunsichert waren. So erhielt ich die Resonanz, was denn Scalibor für ein Teufelszeug sei, weil auch Wochen nach dem Ablegen dieses Hundehalsbandes sich immer noch keine Zecke an den Hunden befand - ganz im Gegenteil zu den Nachbarshunden, welche wohl "voller Zecken" waren.
Das grosse Band (65 cm) enthält 1 g, das kleine Band (48 cm) 0,760g Deltamethrin. Angewendet wird Scalibor bei Hunden gegen Zecken, Flöhe und Sandmücken. Es schützt gegen Zecken und Sandmücken sechs Monate, gegen Flöhe vier Monate. Es soll nicht angewendet werden bei Hunden unter sieben Wochen, auch nicht bei trächtigen Hündinnen, weil hierzu bislang keine Studien gelaufen sind.
Scalibor kann jedoch bei säugenden Hündinnen angewendet werden. Auf eine Anwendung soll auch verzichtet werden, wenn der Hund Hautläsionen im Halsbereich aufweist. Wie bei Halsbändern üblich, darf das Halsband nicht in Kinderhände gelangen.

Wirkstoffe

Deltamethrin ist ein hochgradig lipophiles (fettlösliches) synthetisches Pyrethroid. Deltamethrin wird in Malaria-endemischen Gebieten seit mehr als 15 Jahren zum Imprägnieren von Moskitobettnetzen verwendet. Der chinesische Wissenschaftler Shao stellte zur gleichen Zeit eine gute Wirksamkeit von Deltamethrin auch gegen Sandmücken fest. Weltweit zeigte Deltamethrin Ende der 80er Jahre hervorragende Ergebnisse bei der Bekämpfung von Sandmücken, bereits bei einer äusserst geringen Konzentration von 25 mg/m2, so beispielsweise in China, in Brasilien und Bolivien. Seit Anfang der 90er Jahre werden Hunde in China in Deltamethrin-Lösungen (25 mg Deltamethrin pro Hund) gebadet, um diese - imprägniert - vor Sandmückenstichen zu schützen. Es wurde festgestellt, dass ein einmalig in 25 mg Deltamethrin gebadeter Hund 70 Tage lang Sandmücken "tötet". Nebenwirkungen wurden beim Hund nicht beobachtet.
Der Wirkstoff Deltamethrin (DTM) liegt im Scalibor gekoppelt an das Bindemittel Triphenyl-Phosphat (TPP), also als DTM-TPP Komplex vor. Das gesamte Halsband ist mit diesem DTM-TPP Komplex gesättigt. Daher befindet sich auf der Oberfläche dieses Halsbandes auch kein 'Pulver', wie häufig bei anderen Halsbändern zu beobachten ist, welche nur oberflächlich imprägniert sind.
Aus der Sättigung des gesamten Halsbandes mit dem DTM-TPP Komplex resultiert eine gleichmässige Abgabe des Komplexes nach aussen. Deltamethrin koppelt sich dann aussen von dem Komplex ab, und breitet sich wegen seines hochgradig lipophilen Charakters im Lipidfilm, also im Fettfilm auf der Haut des Hundes aus. Diese Technik, den Wirkstoff ausschliesslich auf der Haut des Hundes zur Wirkung kommen zu lassen, unterscheidet sich praktisch von allen anderen Halsbändern, bei denen der Wirkstoff durch reine Verdunstung freigesetzt wird.
Bei solchen Halsbändern geht der grösste Teil des Wirkstoffes verloren, es bleibt nur ein unkontrollierbarer Teil für den Schutz des Hundes übrig. Durch diese Technologie des Halsbandes Scalibor erhält der Hund die gesamte, verfügbare Menge Deltamethrin Tag für Tag. Es werden ca. 0,3 mg Deltamethrin pro cm Halsband und Tag an den Lipidfilm der Haut abgegeben.
Nach Erkenntnissen aus Frankreich hält Scalibor die antiparasitische Wirkung gegen Sandmücken und Zecken sogar acht Monate aufrecht. Die zuverlässige Wirkungsweise wurde bei Haus- (Hüte-) Hunden auch in Italien und dem Iran bestätigt.
Scalibor kombiniert verschiedene Effekte in seiner Wirkung: den Repellent-, den Knock-Down-, den Letalen -, und den Antifeeding-Effekt, was die Insekten (Flöhe, Sandmücken) oder Spinnentiere (Zecken, Milben) angeht. Weitere Ausführungen zu den Effekten erspare ich mir weitgehend, stelle aber fest, dass der Begriff Antifeeding- Effekt speziell aufgrund der Eigenschaft von Scalibor geprägt wurde, dass eben ein Blutsaugen von Sandmücken verhindert wird.
Wie dieser Antifeeding-Effekt zustande kommt, ist derzeit nicht völlig geklärt, denn die Sandmücken werden nicht beim ersten Anfliegen des Hundes getötet. Vielmehr laufen die angeflogenen Sandmücken orientierungslos auf dem Hund herum, verlassen ihn bald wieder, und stechen daher nicht. Vermutlich wird der Orientierungssinn der Sandmücken derartig gestört, dass es nicht zum Blutsaugen kommt. Die Sandmücken selbst sterben dann nach 15 bis 120 Minuten.
Deltamethrin ist ein sehr sicheres, nicht-systemisch wirkendes antiparasitisches synthetisches Pyrethroid, bei dem praktisch keine Resorption (Aufnahme) durch die Haut stattfindet. Auch mit den derzeit feinsten Nachweismethoden ist Deltamethrin während des Tragens des Scalibor im Blut nicht nachweisbar (die Nachweisgrenze liegt derzeit bei 5 ng/ml). Eine orale Dosis von 300 mg/kg ist nicht tödlich für Hunde, das heisst, selbst das Verschlucken des gesamten Halsbandes nicht - im Gegensatz zu vielen anderen Halsbändern.
Scalibor ist wasser-resistent, klar, denn Deltamethrin ist fettlöslich und löst sich somit nicht in Wasser. Ihr Hund kann also ruhig im Meer baden gehen, und auch danach geduscht werden - ohne dass die Wirkungsweise beeinträchtigt wird. Auf keinen Fall darf ihr Hund shampooniert werden, denn mit der Seife waschen Sie den Lipidfilm herunter, indem sich der Wirkstoff von Scalibor befindet.
Wie bereits oben erwähnt, gibt das Halsband (pro cm) ca. 0,3mg Deltamethrin pro Tag auf den Lipidfilm auf die Haut ihres Hundes ab. Da die Fette auf unserer Haut (und auch der Hunde) recht träge sind, benötigt es einige Tage (mitunter bis zu zwei Wochen), bis sich das Deltamethrin über den gesamten Hundekörper verbreitet hat.
Daher ist es unbedingt notwendig, dass Scalibor zum Schutz gegen Sandmücken (Zecken, Flöhe) bereits zwei Wochen vor dem Mittelmeerurlaub angelegt wird. Somit erklärt sich auch die Eingangs geschilderte Beobachtung, dass die Wirkung von Scalibor auch über Wochen noch andauert, selbst wenn das Halsband bereits entfernt wurde.
Die äusserst träge Abgabe von 0,3 mg Deltamethrin (pro cm Halsband und Tag) erlaubt völlig bedenkenlos jegliches Spielen ihrer Kinder mit dem Scalibor-tragenden Hund.

Andere Schutzmittel

In verschiedensten Variationen wird häufig das synthetische Pyrethroid Permethrin bei Hunden angewendet. Häufig handelt es sich hierbei um Lösungen oder Suspensionen, die in den Nacken geträufelt werden (EXspot, Spot on). Der Vorteil einer "Spot on"-Applikation liegt darin, dass die antiparasitische Wirkung praktisch sofort einsetzt. Es ist jedoch zu bedenken, dass der Hund die Gesamtdosis auf ein Mal erhält. Eine "Spot on"- Prozedur muss im allgemeinen monatlich wiederholt werden.
Hier ist die Gesamtbelastung für den Hund gegebenenfalls. zu überprüfen, beziehungsweise die Wirkungsweise zu beachten. Das Permethrin in der dem EXspot "Spot on" zugrundeliegenden Formulierung verteilt sich in den oberen Hautschichten, wird dort langsam abgebaut, und hält somit seine Wirkungsweise über einen Monat aufrecht.
Deltamethrin wird in China dem Permethrin vorgezogen, weil Permethrin in doppelt so hoher Konzentration angewendet werden muss. Gegen erwachsene Zecken ist sogar eine zehnfach höhere Dosis an Permethrin nötig. Weiterhin wird Permethrin zum Imprägnieren von Uniformen beim Militär benutzt, auch zum Imprägnieren von Moskitobettnetzen, mit einer Konzentration von 500 mg/m2.
Es macht vielleicht Sinn, das Permethrin, wegen seiner weltweiten Anwendung dem Menschen als Schutz vor Parasiten vorzubehalten, denn - die ersten Probleme ergeben sich bereits in Indien, denn dort bilden Sandmücken erste Resistenzen gegen Permethrin.
Ein weiteres Hundehalsband auf dem deutschen Markt (Kiltix) ist mit 2,25 Prozent (1,013 g) des synthetischen Pyrethroides Flumethrin imprägniert. Neben Flumethrin enthält dieses Halsband (45 g für grosse Hunde) zehn Prozent (4,5 g) Propoxur (ein Carbamat).
Die Wirkung dieses Halsbandes gegen Zecken und Flöhe ist sehr gut, hält etwa sechs Monate an, jedoch ist dieses Halsband nicht gegen stechende Insekten, zum Beispiel Sandmücken, getestet. Relativ unklar ist, welchen Anteil an der antiparasitären Wirkung dieses Pyrethroid hat. Dass es auch ohne dieses Pyrethroid geht, zeigt Bolfo, welches als Wirkstoff ausschliesslich Propoxur (4,23 g Propoxur pro 45 g Halsband) enthält.
Da Bolfo gegen Zecken nur eine Wirkungsdauer von drei Monaten aufweist, scheint wohl Flumethrin beim Kiltix als "Wirkstoffverlängerer" zu fungieren. Propoxur ist wasserlöslich.
Das Pyrethroid Cyhalothrin zeigt eine hervorragende Wirkung gegen stechende Insekten, wenn Moskitonetze mit einer Konzentration von 3 mg/m2 (Vergleich: Permethrin 500 mg/m2, Deltamethrin 25 mg/m2) damit imprägniert werden. Die toxikologischen Daten aller Pyrethroide sind weitgehend miteinander vergleichbar. Vielleicht ist ein Cyhalothrin-imprägniertes Hundehalsband das der nächsten Generation, um die Insektizidbelastung für den Hund nochmals um den Faktor 10 zu reduzieren.

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 Betreff: Borreliose-Impfung
Posting Nummer:#3  BeitragVerfasst: So 19. Mär 2006, 16:38 
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In Rheinland-Pfalz sind immerhin 30 % der Zecken infiziert ! Und da meine Hunde absolute Freigänger sind, bringen sie von jedem 2. Spaziergang mind. 1 Zecke mit. Das ist unvermeidlich. Also wollte ich sie doch wieder gegen Borreliose impfen lassen. Ich habe das schon früher getan, doch dann damit aufgehört, nachdem mir ein Tierarzt sagte, der Impfstoff käme aus den USA und sei gegen hiesige Borreliose-Stämme kaum wirksam. Mittlerweile kommt der Impfstoff nun lt. Tierarzt aus Frankreich und ist nun evtl. wirksam.

Der eine Tierarzt ist absolut dafür, der andere genauso absolut dagegen. Letzterer schlug vor, in jedem Fall vor einer Borreliose-Impfung die Antikörper bestimmen zu lassen. Gesagt, getan.

Für diejenigen unter euch, die sich mit der Frage der Impfung beschäftigen, hier die Befunde samt Laborbeurteilung der Blutproben von Cora (DSH) und Inka (Rottweiler), beide 8,5 Jahre alt im Detail:

1) Inka
Borrelien Westernblot-IgM-AK: schwach positiv (AK = Antikörper) im Resultat, negativ im Referenzbereich
Borrelien Westernblot-IgG-AK : eindeutig positiv im Resultat, negativ im Referenzbereich
Es waren B.borgdorferi-spezifische Antikörper der Igm. u. IgG-Klasse nachweisbar. Diese Antikörper-Konstellation (v. a. IgG) findet man in der Spätphase einer Infektion, sie ist jedoch auch mit einer persistierenden oder reaktivierten Infektion und auch mit einem mehrere Monate zurückliegenden Erregerkontakt vereinbar. Sofern ein Impfstatus vorliegt (Merilym), wäre die Antikörper-Konstellation damit vereinbar, bzw. zu erklären.
Bei bestehender Impfanamnese und vorhandener Gelenkssymptomatik sollte evtl. auch eine, durch die Borreliose-Impfung ausgelöste Autoimmun-Erkrankung in Betracht gezogen werden. Bei einem in den USA vorübergehend beim Menschen eingesetzten Borreliose-Impfstoff gab es beschriebene Nebenwirkungen, die in Richtung von Autoimmunerkrankungen (z. B. SLE, Rheumatoide Arthritis) zeigten (Lathrop et al, Vaccine 2002; 20; 1603).
Im Einzelnen sind Antikörper gegen folgende B. Burgdorferi-Antigene nachweisbar ... ... das erspare ich euch hier.

2) Cora
Borrelien Westernblot-IgM-AK: negativ sowohl im Resultat, als auch im Referenzbereich
Borrelien Westernblot-IgG-AK: negativ sowohl im Resultat, als auch im Referenzbereich

Es waren IgG-Antikörper gegen spezifische B. burgdoferi-Antigene in geringgradiger Konzentration nachweisbar.
Die nachweisbare, schwache OspA-Bande wäre mit einem Impfstatus (Merilym) vereinbar, wobei jedoch die letzte Immunisierung mind. 9 Monate zurückliegen müßte.
Hinweise auf eine frische, oder persistierende Feldinfektion bestehen nicht.

--- Ende der Laborbefunde ---

Die letzte Borreliose-Impfung der beiden war im Febr. 2002 !!
Bei Inka kommt eine Impfung überhaupt nicht infrage !
Bei Cora wäre eine Impfung möglich. Ihrer Allergie-Disposition entsprechend, rät der Tierarzt jedoch recht energisch ab.
Die allgemeinen Nebenwirkungen der Impfung und besonders die Möglichkeit das Borreliose durch die Impfung erst zum Ausbruch kommt, wird durch Coras Allergien zu sehr begünstigt.

Heidi Heigel

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Zuletzt geändert von Peter am So 19. Mär 2006, 16:38, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff: Hundemalaria / Zecken / Babesiose
Posting Nummer:#4  BeitragVerfasst: Fr 14. Apr 2006, 01:08 
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Hallo zusammen,

zu Euerer Information :


AHO Aktuell - Informationen zur Tiergesundheit

Tierärzte warnen vor Ausbreitung der Hundemalaria +++ Zecken bekämpfen (13.04.2006)

-----------------------------------------------------------
Frankfurt am Main (aho) - Im letzten Jahr erkrankten nach
Informationen des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) mehr
als 1.500 Hunde an der Hundemalaria. Die Dunkelziffer, so vermuten die
Tierärzte, kann noch um einiges höher liegen. Deshalb wollen sie in
den kommenden Wochen den Hundehalter in den Tierarztpraxen über die
Ausbreitung und Gefährlichkeit dieser Krankheit in Deutschland
informieren.

Der Erreger dieser Hundekrankheit, der Wissenschaftler spricht von
Babesiose, ist ein Blutparasit und wird von Auwaldzecken übertragen.
Diese Krankheit ist in ihren Symptomen der menschlichen Malaria sehr
ähnlich. In beiden Fällen werden die roten Blutkörperchen zerstört.
Fieber, Blutarmut und Gelbsucht sind bei der Hundemalaria die Folge.

Im Gegensatz zur menschlichen Malaria wird die Symptomatik der
Hundemalaria häufig nicht rechtzeitig diagnostiziert, da sie bisher
nur als Reisekrankheit bekannt war. Unbehandelt oder falsch behandelt
stirbt der Hund in der Regel nach einigen Tagen oder Wochen. Deshalb
ist die richtige und schnelle Diagnose durch den Tierarzt wichtig.

Bereits ein einziger Zeckenstich reicht aus, um diese gefährliche
Krankheit zu übertragen. Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte
empfiehlt deshalb den Hundehaltern, ihren Hund rechtzeitig
prophylaktisch vor Zecken und anderen Parasiten zu schützen. Am
häufigsten werden von Tierärzten die sogenannten Spot on-Produkte mit
Zweifachwirkung verordnet, die die Parasiten sowohl abschrecken als
auch abtöten. Sie werden auf die Haut des Hundes geträufelt. Der Hund
wird hierdurch fast bis zu 100 Prozent vor den Zecken-, Mücken- und
Flohstichen geschützt, d.h. also auch vor der Übertragung anderer
durch diese Parasiten übertragenen Krankheiten, wie Borreliose und
FSME.

Da bereits mit dem ersten Zeckenstich die gefährlichen Erreger
übertragen werden können, sollte der Hund von Anfang des Frühjahrs bis
Ende des Herbstes regelmäßig im Abstand von 4 Wochen mit diesen
Wirkstoffen behandelt werden. [1]


http://www.animal-health-online.de/zeck/

( Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von AHO. Text oder Textteile daraus dürfen nicht ohne weitere Genehmigung von AHO auf anderen Webseiten benützt werden. )

Liebe Grüße
Jutta und Buben

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Lieber Gruß
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Wenn der Hund dabei ist, werden die Menschen gleich menschlicher (Hubert Ries)


Zuletzt geändert von Gil am Mi 3. Mai 2006, 17:20, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff: Hundemalaria / Zecken / Babesiose
Posting Nummer:#5  BeitragVerfasst: Di 2. Mai 2006, 18:14 
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Hallo zusammen,


AHO Aktuell - Informationen zur Tiergesundheit

Drastischer Anstieg der Hundemalaria nach Ende des Winters (02.05.2006)

-----------------------------------------------------------
Frankfurt (aho) - Mit dem freundlich werdenden Frühlingswetter nehmen
in Deutschland die Fälle von Hundemalaria drastisch zu. Jede Woche
werden von Tierärzten und Labors aus vielen Regionen in Deutschland
neue Fälle gemeldet. Unbehandelt oder zu spät erkannt, endet sie in
der Regel für den Hund tödlich. Im letzten Jahr erkrankten mehr als
1500 Hunde an dieser heimtückischen Krankheit. In diesem Jahr rechnet
Dr. Hans-Joachim Götz, Präsident des Bundesverbands Praktizierender
Tierärzte, mit einem weiteren Anstieg dieser gefährlichen
Hundekrankheit. Der Erreger dieser Krankheit, der Wissenschaftler
spricht von Babesiose, ist ein Blutparasit, der von Auwaldzecken
übertragen wird. [1] Diese Krankheit ist in ihren Symptomen der
menschlichen Malaria sehr ähnlich.

Da sich die mit Babesien infizierten Auwaldzecken erst in den
letzten Jahren über Deutschland ausbreiten, sind die
Krankheitssymptome der Hundemalaria häufig wenig geläufig. Hinzu
kommt, sie kann mit anderen Krankheiten verwechselt werden. Nach
Zeckenstich sollte deshalb bei den ersten Anzeichen von Müdigkeit,
Fressunlust, Erbrechen und erhöhter Temperatur sofort der Tierarzt
aufgesucht werden. Wenn der Urin rot bis dunkelrot gefärbt ist, ist
größte Eile geboten, denn unbehandelt stirbt der Hund.

Bereits ein einziger Zeckenstich kann zur Übertragung dieser Krankheit
ausreichen. Da das Entfernen der Zecken die Übertragung der Erreger
nicht sicher verhindert, empfehlen die Tierärzte den Hundehaltern,
ihre Tiere prophylaktisch vor Zecken zu schützen. Am häufigsten
werden hierzu die so genannten Spot on-Produkte mit Zweifachwirkung
verordnet. Sie verfügen über eine abschreckende Wirkung auf die
Parasiten und schützen den Hund fast bis zu 100 Prozent, d.h. also
auch vor anderen durch Zecken übertragenen Krankheiten, wie Borreliose
und die gefährliche FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). [1] Hieran
kann auch der Mensch erkranken. Gegen die FSME bietet ihm die Impfung
aber einen sicheren Schutz.

Links
[1] http://www.animal-health-online.de/zeck/index.html

( Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von AHO. Text oder Textteile daraus dürfen nicht ohne weitere Genehmigung von AHO auf anderen Webseiten benützt werden. )

Liebe Grüße
Jutta und Buben



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Zuletzt geändert von Gil am Mi 3. Mai 2006, 17:19, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff: Hundemalaria - Zecken - Babesiose
Posting Nummer:#6  BeitragVerfasst: Fr 13. Apr 2007, 15:44 
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Hallo zusammen,

ein neues Jahr, eine neue Info:

Tierärzte warnen vor Hundemalaria (13.04.2007)

-----------------------------------------------------------
Frankfurt am Main (aho) - Ab dem 16. April starten die deutschen Tierärzte wieder ihre Informationswochen über Babesiose, die so genannte Hundemalaria. Diese extrem gefährliche Krankheit hat sich fast über ganz Deutschland ausgebreitet. Das bestätigte eine Tierärztebefragung des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte
(bpt). 1300 Tierarztpraxen meldeten 834 Hunde, die in Deutschland infiziert wurden. Insgesamt erkrankten in Deutschland etwa 3000 bis 5000, einschließlich der Import- und Reisehunde. Etwa jeder zehnte erkrankte Hund starb trotz Behandlung.

Die Hundemalaria ist in ihren Symptomen und dem Krankheitsverlauf der menschlichen Malaria sehr ähnlich, auch wenn Überträger und Erreger unterschiedlich sind. In den meisten Fällen stirbt der unbehandelte Hund an Nierenversagen. Bereits ein einziger Zeckenstich reicht aus,
um diese gefährliche Krankheit zu übertragen. Der bpt empfiehlt deshalb den Hundehaltern, ihren Hund rechtzeitig vor Zecken und anderen Parasiten zu schützen. Am häufigsten werden von Tierärzten die sogenannten Spot on-Produkte mit Zweifachwirkung verordnet, die die Parasiten sowohl abschrecken als auch abtöten. Sie werden auf die
Haut des Hundes geträufelt. Der Hund wird hierdurch fast bis zu 100 Prozent vor den Zecken-, Mücken- und Flohstichen geschützt. Sie sollten deshalb von Anfang des Frühjahrs bis Ende des Herbstes regelmäßig im Abstand von vier Wochen geschützt werden.

Durch diese Maßnahmen bewahrt der Hundehalter aber auch sich selbst und seine Familie vor den Parasiten. Wenn Zecken sich nicht auf dem Hund festsetzen, können sie auch nicht über ihn ins Haus getragen werden. Der Mensch kann zwar nicht an Hundemalaria erkranken, bei Infektion drohen ihm aber die Borreliose und/oder die gefährliche
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Deshalb sollte er sich gegen die FSME durch Impfung und seinen Hund durch Spot on-Produkte mit Zweifachwirkung schützen.

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 Betreff: Re: Zeckenprophylaxe – Ein Gesamtüberblick
Posting Nummer:#7  BeitragVerfasst: Mi 19. Sep 2007, 17:19 
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Tierärzte warnen vor Zecken im Spätsommer und Herbst

+++ Absammeln unzureichend (19.09.2007)+++
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Frankfurt am Main (aho) - Welcher Hundehalter freut sich nicht über
die sonnigen Tage im Herbst oder Spätherbst. Dann macht der
Spaziergang durch Wiesen, Felder und Wälder ohne die Sommerhitze erst
richtig Spaß. Doch das kann schlimme Folgen für Herr oder Hund haben.
Und zwar dann, wenn sie von Zecken befallen und gestochen werden.
Hierauf weist Dr. Hans-Joachim Götz, Präsident des Bundesverbands
Praktizierender Tierärzte (bpt) ausdrücklich hin und empfiehlt deshalb
für Mensch und Hund einen wirkungsvollen Schutz.

Waldspaziergänger und Pilzsammler besonders gefährdet

Hierzu braucht der Pilzsucher noch nicht einmal querfeldein zu
streifen. Die gefährlichen Vampire lauern bereits an den Wegrändern
auf ihr Blutopfer, auf Sträuchern und Grashalmen. Unbemerkt nutzen sie
den Moment des Vorbeistreifens, der kurzen Berührung des Halms und
schon krallen sie sich an dem Mensch oder Hund fest. Wenig später
beginnen sie mit ihrer Blutmahlzeit und übertragen dabei häufig die
gefährlichen Erreger der Borreliose, der Hundemalaria, der Anaplasmose
und der Ehrlichiose sowie FSME-Viren. Während der Mensch nicht an der
Hundemalaria erkrankt, kann er sich gegen die Frühsommer -
Meningoenzephalitis (FSME) - sie verursacht zum Teil schwere
Hirnhautentzündungen - durch eine Impfung schützen. Bei Hunden sind
die Besitzer trotz Tierliebe leichtsinniger. So wird nur etwa jeder 5.
Hund, wie Dr. Hans-Joachim Götz betont, vor den Zecken und damit vor
den gefährlichen Erregern, z.B. der Hundemalaria, der Anaplasmose und
Ehrlichiose, geschützt. Diese bewirken schwere Infektionskrankheiten.
So erkranken allein Deutschland jedes Jahr etwa 3.000 bis 4.000 Hunde
an der Hundemalaria. Sie ist eine sehr schwere Infektionskrankheit,
die unbehandelt in der Regel tödlich endet.

Absammeln der Zecken - kein sicherer Schutz

Das Absammeln der Zecken nach jedem Spaziergang gilt ebenfalls nicht
als sichere Methode, die Übertragung der gefährlichen Erreger zu
verhindern. Der Grund: Junge Zecken, die sogenannten Nymphen, sind in
der Regel viel zu klein, um im Fell eines Hundes rechtzeitig vor der
Erregerübertragung erkannt zu werden. Erst Tage nach dem Beginn der
Blutmahlzeit, wenn die Zecken mit Blut voll gesaugt sind und den Hund
bereits infiziert haben, können sie erkannt und entfernt werden.

Schutz durch Prävention

Der zweite Höhepunkt in der Zeckensaison beginnt in der Regel Ende
August und dauert bis Ende Oktober. Aus diesem Grund, so sagt Dr.
Götz, starten der bpt und die DGK-DVG die gemeinsame Herbstaktion zur
Aufklärung der Hundehalter über die Gefährlichkeit der Zecken in den
Tierarztpraxen. Zur wirksamen Verhinderung der Übertragung dieser
gefährlichen Krankheiten durch Zecken empfehlen sich, wie jetzt in
der gemeinsamen Leitlinie des Bundesverbands Praktizierender
Tierärzte, der Bundestierärztekammer, der Deutschen Gesellschaft für
Kleintiermedizin und der Fachgruppe Parasitologie in der Deutschen
Veterinärmedizinischen Gesellschaft veröffentlicht, Medikamente mit
einer Zweifachwirkung. Zum einen sollen sie eine starke abschreckende
(repellente) Wirkung aufweisen, zum anderen über eine gute abtötende
(insektizide/akarizide) Wirkung verfügen. Diese Medikamente werden in
der Regel als Spot on-Präparate an einem oder mehreren Punkten auf
die Haut des Hundes geträufelt, verteilen sich innerhalb weniger
Stunden über den ganzen Hund und dringen dabei in seine obere
Hautschicht ein. Nach vier Wochen muss der Schutz erneuert werden, da
durch Hautschuppung die Wirkung in dieser Zeit leicht abnimmt. Der
Tierarzt, so Dr. Götz, würde gerne den Hundehalter in den
Aktionswochen "Herbstzecke" beraten, welche Antizeckenmittel für
Hunde optimal sind.

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 Betreff: Hundemalaria - Prävention
Posting Nummer:#8  BeitragVerfasst: Mo 18. Feb 2008, 01:17 
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Hallo,

die Zeckensaison hat in einigen Gebieten schon begonnen.


AHO Redaktion Kleintiere & Pferde
17. Februar 2008

Hundemalaria: Durch rechtzeitige Prävention Krankheiten verhindern

Ein Weibchen legt ca. 3000 Eier. Wenn es mit den Erregern der Hundemalaria infiziert ist, sind auch ihre Eier mit den Erregern infiziert. Alle Zecken, die sich aus den Eiern entwickeln, können die Hundemalaria bei ihrer nächsten Blutmahlzeit übertragen. Hierin liegt die große Gefahr der Verbreitung.

Frankfurt/Main (ots) - Kaum hat das Jahr begonnen, so werden von Tierärzten wieder schwere Infektionen der Babesiose gemeldet, die auch häufig als Hundemalaria bezeichnet wird. Diese Krankheit wird von der Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) übertragen. Der bisherige milde Winter begünstigt ihre Ausbreitung und das Infektionsrisiko für Hunde. Bis vor einigen Jahren galt die Hundemalaria als Reisekrankheit, die durch Urlaubsreisen oder durch Importhunde nach Deutschland eingeschleppt wurde. Heute beträgt die Zahl der mit dieser gefährlichen Krankheit infizierten Hunde pro Jahr einige tausend Fälle in Deutschland. Aufgrund der Gefährlichkeit dieser Krankheit und der steigenden Fallzahlen empfiehlt der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) deshalb allen Hundehaltern, ihre Tiere rechtzeitig vor der beginnenden “Zeckensaison” vor den gefährlichen Zecken präventiv zu schützen. Hierzu verfügt der Tierarzt über wirksame Medikamente mit Zweifachwirkung, die sowohl die Zecken vom Hund abschrecken als auch in kurzer Zeit abtöten.

Erreger der Hundemalaria werden bei der Blutmahlzeit übertragen

Bei der Hundemalaria, einer der menschlichen Malaria sehr ähnlichen Infektionskrankheit, werden die roten Blutkörperchen des Hundes zerstört. Der Verlauf der Krankheit ist meist akut, unbehandelt in der Regel tödlich. Immer häufiger, so sagte Professor Ingo Nolte, Direktor der Klinik für Kleintiere der Tierärztlichen Hochschule Hannover auf dem bpt-Pressesymposium, müssen Tierärzte neben der Babesiose bei Hunden auch andere schwere, durch die Erreger von Zecken und Mücken übertragene Krankheiten therapieren. Beispiele hierfür sind die Ehrlichiose, die Hepatozoonose und eine schwächere Form der Babesiose, die durch die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen wird. Neben Zecken übertragen auch Mücken schwere Infektionskrankheiten, wie die Herzwurmkrankheit oder die Leishmaniose. Sie ist auch für den Menschen gefährlich.

Prävention gegen Erregerübertragung

Um den Hund wirkungsvoller als bisher vor Zecken und Mücken zu schützen, wurde eine gemeinsame Leitlinie des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte, der Bundestierärztekammer, der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin und der DVG Fachgruppe Parasitologie und parasitäre Krankheiten unter Federführung von Professor Eberhard Schein, Direktor des Instituts für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin, erarbeitet, die den neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung bei der Prävention gegen die Übertragung gefährlicher Erreger berücksichtigt. So empfiehlt die Leitlinie insbesondere Medikamente mit zweifacher Wirkung beim Hund einzusetzen, die sowohl die Zecken und Mücken abschrecken als auch schnell abtöten. Medikamente mit Zweifachwirkung, so sagte Professor Heinz Mehlhorn, Direktor des Instituts für Zoomorphologie, Zellbiologie und Parasitologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf auf dem bpt-Pressesymposium, seien grundsätzlich der beste Schutz. Denn wenn keine Zecke oder Mücke auf den Hund kommt, kann sie ihn auch nicht stechen und ihre Erreger übertragen.

Die zur Abwehr von Zecken und Mücken eingesetzten Medikamente mit zweifacher Wirkung, wie das Permethrin, werden auch zur Behandlung von Säuglingen ab dem 3. Lebensmonat und bei Kleinkindern mit Köpfläusen und Krätze (Skabies) sowohl vom Robert-Koch-Institut, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) als auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen.

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