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 Betreff: konservative und alternative Behandlungsmöglichkeiten
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: Mi 28. Dez 2005, 21:13 
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SDU
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Inhaltsverzeichnis

1. Konservative Behandlungsmöglichkeiten
1.1 Pectineus- Muskeldurchtrennung
1.2 Denervation
1.3 Femurkopfresektion
1.4 Femurhalsverlängerung
1.5 Beckenosteotomie
1.6 Totalendoprothese

2 Alternative Behandlungsmöglichkeiten
2.1 Golddrahtimplantation
2.2 Physiotherapie
2.3 Sonstige


1. konservative Behandlungsmöglichkeiten


Hat der Hund eine so schwer deformierte Hüfte, dass er kein schmerzfreies Leben führen kann, wird der behandelnde Tierarzt eine Operation vorschlagen. Nicht jede Operationsmethode muss für den betroffenen Einzelhund die beste sein. Auch eine Totalendoprothese ist nicht der Mercedes unter den Operationsmöglichkeiten. Es gibt bei jeder Methode Faktoren die dafür und welche die dagegen sprechen. Das ist vom Einzelfall abhängig. Günstig ist es, wenn man sich eine zweite Meinung eines auf Gelenkerkrankungen spezialisierten Tierarztes einholt. Auch sollte man die Operation möglichst von einem erfahrenen Chirurgen durchführen lassen und nicht bei dem Tierarzt, der am günstigsten ist.

Die einzelnen Operationsmöglichkeiten werden bewusst nur kurz vorgestellt, auf spezielle Hinweise zu Komplikationen, Indikationen und Kontraindikationen bewusst verzichtet, da zu diesen Punkten der behandelnde Tierarzt befragt werden sollte.


1.1 Pectineus- Muskeldurchtrennung

Eine Durchtrennung des „Musculus pectineus“ wird überwiegend bei Junghunden durchgeführt. Dieser Muskel befindet sich an der Innenseite der Oberschenkel, durch das Durchtrennen soll der Zug auf den Oberschenkelkopf ausgeschaltet werden, was beim jungen Hund die Ausbildung einer schweren Dysplasie bzw. eine weitere Verschlechterung des Gelenkzustandes verhindern soll.


1.2 Denervation

Bei der Denervation werden die schmerzleitenden Nerven in der Gelenkpfanne durchtrennt. Teilweise auch die Knochenhaut des Oberschenkelkopfes. Die Denervation ändert nichts an der schwere der Hüftgelenksdysplasie.


1.3 Femurkopfresektion

Bei Hunden, deren Oberschenkelkopf aus der Hüftpfanne ausgekugelt ist weil die Pfanne so flach ist, dass sie den Kopf nicht sicher halten kann, wird das Entfernen des Oberschenkelkopfes vorgeschlagen. Es bildet sich ein „falsches Gelenk“ aus Narben- und Muskelgewebe. Wenn im direkten Anschluss an die Operation mit einer vernünftigen Physiotherapie begonnen wird, kann man verstärktem Narbenwachstum entgegenwirken, der Hund kann nach etwa zwei Monaten wieder normal belastet werden und hat normalerweise eine beschwerdefreie Zeit bis ins höhere Alter. Wenn bei einem Hund eine Femurkopfresektion durchgeführt wurde, kann später zwar noch ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt werden. Dies wird aber auf Grund der Knochenumbildung und des entstandenen Narbengewebes als schwierig beschrieben. Eine Operation beider Hüftgelenke ist möglich, wobei zwischen den beiden Operationen so lange gewartet werden sollte, bis das zuerst operierte Bein wieder sicher belastet werden kann.


1.4 Femurhalsverlängerung

Bei der Femurhalsverlängerung wird entweder ein Knochenkeil von der Innenseite des Oberschenkelknochens unterhalb des Oberschenkelkopfes entfernt und auf der Außenseite wieder eingesetzt, oder der Oberschenkelknochen wird von oben ein Stück gespalten und ein Kunststoffkeil eingesetzt. Der Oberschenkelkopf wird so in einen besseren Winkel zur Pfanne gebracht. Bei beiden Methoden wird mit Schrauben und/ oder Platten fixiert.


1.5 Beckenosteotomie

Bei einer Beckenosteotomie wird das Becken „zersägt“ und mit Drahtschlingen in der neuen Position fixiert. Die Gelenkpfanne wird so positioniert, dass der Oberschenkelkopf tief in der Panne sitzt, nicht auskugeln kann und eine gute Beweglichkeit gegeben ist. Diese Methode kann auch bei sehr jungen Hunden mit schwer deformierten Hüftgelenken angewandt werden.


1.6 Totalendoprothese

Hat der Hund eine so kaputte Hüfte, das andere Operationstechniken keinen Erfolg versprechen, kann eine künstliche Hüfte vorgeschlagen werden. Dabei wird der Oberschenkelkopf entfernt und durch einen Metallkopf ersetzt, der in den Schaft des Oberschenkels zementiert wird. Das Gegenstück, die Gelenkpfanne, wird ebenfalls durch Metall ersetzt. Dieser Eingriff ist ein sehr schwerer für den Hund. Ist auf beiden Seiten eine Totalendoprothese nötig, wird meist im Abstand von einigen Monaten operiert.



2. alternative Behandlungsmöglichkeiten



2.1 Golddrahtimplantation

Neben den konservativen Operationstechniken gibt es unter anderem auch die Möglichkeit einer Golddrahtimplantation. Es empfiehlt sich vorher zu testen, wie der Hund auf klassische Akupunktur und auf Gold reagiert.
Dieser Eingriff sollte nur von Tierärzten vorgenommen werden, die darin jahrelange Erfahrungen haben. Es werden mit einer Kanüle winzige Golddrähte an Akupunkturpunkte in der Umgebung des erkrankten Gelenkes gesetzt. Mitunter bleiben Hunde bis ins hohe Alter beschwerdefrei.


2.2 Physiotherapie

Physiotherapie kann eine sehr gute Begleitung zu einer konservativen Behandlung darstellen. Mittlerweile bieten mehrere Tierärzte Physiotherapie an, bei Hundephysiotherapeuten ohne medizinische Vorbildung ist darauf zu achten, wo diese ihre Kenntnisse erworben haben.
Durch spezielle, auf den jeweiligen Einzelhund abgestimmte Übungen, die man nach Anleitung auch zu Hause durchführen kann, kann Fehlhaltungen entgegengewirkt werden. Diese entstehen durch eine Fehlbelastung und können Auswirkungen auf den gesamten Gesundheitszustand des Hundes haben. Ältere Hunde die an HD erkrankt sind bekommen häufig Probleme mit den Schultern und dem Rücken, da das Körpergewicht nach vorn verlagert wird, um die Hüfte zu entlasten. Bei einseitig schwerer HD wird das kranke Bein geschont, durch eine Physiotherapie lernt der Hund dieses wieder einzusetzen, und damit einem Muskelabbau und einer Überbelastung der anderen Extremitäten vorzubeugen.


2.3 Sonstige

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit einer Behandlung mit Blutegeln, Reizstromtherapien, klassischer Akupunktur,...
Auch diese Behandlungen sollten nur von Tierärzten oder speziell qualifizierten Personen durchgeführt werden, die möglichst über langjährige Erfahrungen in diesem Gebiet verfügen.


Eigene Erfahrungen mit Behandlungen/ Operationen können hier gepostet werden.



Zuletzt geändert von Mirjam am Sa 24. Mär 2007, 09:03, insgesamt 3-mal geändert.

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