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 Betreff: Definition, Diagnose und Haltung
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: Mi 28. Dez 2005, 21:10 
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Inhaltsverzeichnis

1. Definition und Diagnose der Hüftgelenksdysplasie
1.1 Entstehung
1.2 Diagnose
1.3 Verschiedene Formen

2. Ernährung

3. Haltung und Bewegung


1. Definition und Diagnose der Hüftgelenksdysplasie



1.1 Entstehung der Hüftgelenksdysplasie

Bei der Entstehung der Hüftgelenksdysplasie sind noch nicht alle Faktoren abschließend geklärt. Einig ist man sich, dass es sich um eine multifaktorielle Erkrankung handelt. Einen Teil bekommt der Hund mit den Genen seiner Vorfahren mit - auch hier geht man davon aus, dass mehrere Gene an der Entstehung beteiligt sind. Dann beeinflusst die Haltung die Ausprägung der Dysplasie und das Futter bzw. das daraus resultierende Wachstum spielt auch mit hinein.


1.2 Diagnose der Hüftgelenksdysplasie

Eine wirklich sichere Diagnose kann nur durch eine Röntgenaufnahme gestellt werden, die in Vollnarkose aufgenommen wurde.
Bei Jungtieren kann ein erfahrener Tierarzt ein „lockeres Hüftgelenk“ auch durch Abtasten und Bewegen der Gelenke erkennen - auch wenn keine Symptome wie Humpeln, erschwertes Aufstehen, häufiges Hinlegen oder Schleifen der Pfote(n) zu beobachten ist.
Beim sogenannten “Ortolani-Test“ schnappt der verschobene Oberschenkelkopf mit einem typischen Geräusch wieder in die Pfanne zurück.
Eine Röntgenaufnahme des Beckens muss unter Vollnarkose vorgenommen werden, da der wache Hund durch Anspannen der Muskulatur den Oberschenkelkopf tiefer in der Pfanne hält, und es dadurch zu positiv verfälschten Aufnahmen kommen kann. Das heißt, dass auf dem Röntgenbild eine leichtere Dysplasie vorgetäuscht wird, als der Hund sie wirklich hat. Der Hund muss grade auf dem Rücken liegen, wird oft in einer speziellen Schale gelagert und die Oberschenkel müssen parallel zueinander mit leicht einwärts gedrehten Knien gestreckt werden. Bei einem Hund, der vor der Aufnahme lahmte oder körperliche Symptome zeigte die zu einer Röntgenaufnahme führten, kann es deshalb einige Tage nach dem Röntgen zu einer Verschlimmerung der Beschwerden kommen.
Bei einer anderen Methode werden die Beine in einer „Froschstellung“ gebeugt und nach außen abgespreizt.
Um dem Hund möglichst den Stress einer zweiten Aufnahme zu ersparen, sollte man nur von einem Tierarzt röntgen lassen der darin erfahren ist. Meist werden von Züchtern oder Vereinen Tierärzte empfohlen. Wenn der Hund zum Beispiel nicht richtig gelagert wurde oder die Knie nicht mit auf dem Bild sind, kann man dieses nicht vernünftig auswerten.


1.3 verschiedene Formen der Hüftgelenksdysplasie

Bei der Hüftgelenksdysplasie handelt es sich um eine Fehlbildung des Hüftgelenkes, wobei meist die Gelenkpfanne zu flach ausgebildet ist. Ist zusätzlich der Oberschenkelkopf fehlgebildet, steht dieser in einem schlechten Winkel und ist zu flach. Die Pfanne ist oft nicht tief genug, so dass der Oberschenkelkopf aus ihr herausrutschen kann.
Es gibt verschiedene Formen der Hüftgelenksdysplasie, wobei alle Fehlbildungen und daraus folgende Erkrankungen des Hüftgelenkes unter dieser Bezeichnung aufgeführt werden. Schäferhunde haben oftmals „typisch“ anders deformierte Hüftgelenke als Boxer. Das liegt an der rasseeigenen Anatomie. Die häufig bei Schäferhunden vorkommende Variante ist die der zu flachen Gelenkpfanne, während bei Molossern häufig der Oberschenkelkopf in einem falschen Winkel zur Pfanne steht. Eine Fehlbildung kann ein- und beidseitig auftreten und unterschiedlich stark ausgeprägt sein.



2. Ernährung


Ein Hund der unter Gelenkproblemen leidet sollte kein Übergewicht mit sich herumschleppen müssen. Jedes Gramm zuviel ist eine unnötige Belastung für Sehnen, Bänder und Gelenke und sollte daher vermieden werden. Ein hochwertiges Trocken- oder Dosenalleinfutter ist trotz seines höheren Preises dem Futter aus Discountern vorzuziehen. Mittlerweile bringen einige Hersteller spezielle Futtersorten für Hunde mit Gelenkerkrankungen auf den Markt. In diesen Futtern sind die Gehalte an Glycosaminoglykanen und/ oder Chondroitinsulfaten mehr oder weniger hoch. Chondroitinsulfat ist ein Glycosaminoglykan, an das ein Sulfatrest gebunden wurde, es ist ein Bestandteil der Knorpelsubstanz.

In letzter Zeit ist immer häufiger in Hundeforen zu lesen, dass Getreide einen schädlichen Einfluss auf Arthrosen und Gelenkerkrankungen im Allgemeinen haben. Für diese These gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Beweise. Zumal auch nicht deutlich wird, welche Getreideinhaltsstoffe in welchem Maße eine schädigende Wirkung entfalten sollen.
Schädlich kann die Getreideverfütterung bestimmter Sorten bei einer Glutenunverträglichkeit sein. Gluten ist ein Klebereiweiß, das Unverträglichkeitserscheinungen in Form von schweren Durchfällen verursachen kann. Die Zotten der Dünndarmschleimhaut werden stark geschädigt, Nährstoffe, Vitamine und Mineralien können nicht mehr aufgenommen werden, so dass bei Jungtieren Entwicklungsstörungen auftreten. Zu den glutenhaltigen Getreiden zählen Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Grünkern.

Die Ursache dieser Erkrankung ist bisher ungeklärt, vermutet werden Antikörper oder fehlende Enzyme. Die Erkrankung tritt selten auf, es besteht eine familiäre Häufung.

Wird eine solche Glutenunverträglichkeit beim Hund vermutet, sollte man glutenfreie Getreide wie Mais, Reis oder Hirse füttern. Mit einer Besserung der Beschwerden ist innerhalb weniger Tage zu rechnen, die geschädigten Darmzotten regenerieren sich. Im weiteren Leben des Hundes sollte in diesem Falle auf eine Verfütterung von glutenhaltigen Getreideprodukten verzichtet werden, wobei auch auf die Zusammensetzung von Leckerlies geachtet werden sollte.



3. Haltung und Bewegung


Stellt man bereits beim Jungtier eine lockere Hüfte fest, kann man versuchen die Ausprägung einer Dysplasie durch Bewegung, Haltung im Allgemeinen und das Futter zu beeinflussen. Hier ist weniger oft mehr. Sicher stützt eine gut ausgebildete Muskulatur das Gelenk, zuviel Bewegung könnte unter Umständen eine zu große Belastung für die Gelenke, Bänder und Sehnen sein und damit eher schaden als nützen.
Apportieren sollte auch beim ausgewachsenen Hund auf ein Minimum beschränkt werden. Ist der Hund sehr auf Spielzeuge fixiert, hetzt er aus dem Stand in Höchstgeschwindigkeit los und überschlägt er sich beim Abbremsen, sollte man an Land gänzlich davon absehen und das Apportieren auf Gewässer beschränken. Alle abrupten Bewegungen wie Losrennen, Haken schlagen, Anhalten und Springen sind Gift für die Gelenke.
Auch sollte das Laufen auf Asphalt und Beton, auf rutschigen und glatten Böden (Parkett, Eis) vermieden werden. Optimal ist ein ausdauerndes Traben auf einem weichen Waldboden. Das zu wilde Spiel mit Artgenossen sollte ebenfalls eingeschränkt werden. Im Sinne eines gut sozialisierten Hundes findet man vielleicht den ein oder anderen gemütlicheren Vierbeiner, mit dem grade der Junghund nicht allzu wild tobt. Im Spiel (im Sport, bei der Jagd) merken Hunde selten, dass sie ihre Belastungsgrenze erreicht oder überschritten haben. (Greyhounds zum Beispiel sind schon mit Frakturen auf Rennbahnen dem Hasen hinterhergehetzt.)
Günstig sind alle ausdauernden Bewegungen auf natürlichen Böden. Dazu zählt auch das Laufen neben dem Rad oder als Joggingbegleithund. Wobei hier darauf zu achten ist, das Tempo und die Strecke dem Hund anzupassen. Die Strecken sollten langsam gesteigert werden, grade zu Beginn sollten immer ein oder zwei Ruhetage eingelegt werden. Vor längeren Runden sollte der Hund vorher die Möglichkeit zur freien Bewegung in seinem Tempo haben um Zerrungen vorzubeugen. Es können auch Übungen oder Massagen durchgeführt werden, die die Muskulatur aufwärmen und dehnen.

Im Allgemeinen sind drei kürzere Runden besser als eine große. Auf längeren Touren sollten zwischendurch immer Pausen eingelegt werden, da man dem Hund seine Müdigkeit oft erst beim Aufstehen nach einer Ruhephase ansieht. Schwimmen ist eine gute Möglichkeit um Muskulatur aufzubauen und zu erhalten. Der Hund muss gleichmäßig mit allen Extremitäten arbeiten und die Gelenke werden entlastet. Auch das Laufen in seichtem Wasser ist eine gute Möglichkeit die Beinmuskulatur zu kräftigen. Verschlimmern sich die Beschwerden des Hundes jedoch durch Nässe oder hat er Angst vor Wasser, sollte man nach Alternativen suchen. Auch im Sommer sollte der Hund sorgfältig getrocknet werden und keiner Zugluft (zum Beispiel im Auto) ausgesetzt sein.
Treppen sollte der Hund nach Möglichkeit nicht steigen müssen. Kleinere Hunde kann man noch problemlos tragen, bei größeren sollte man bedenken dass man sie irgendwann tragen muss, wenn die arthrotischen Gelenke keine Stufen mehr bewältigen können.

Die Schlafplätze sollten weich, frei von Zugluft und warm sein. Einige Hunde mögen Betten, die mit Styroporkügelchen gefüllt sind. Diese reflektieren die Körperwärme und sind im Winter auch im Auto praktisch. Schaffelle werden auch gern angenommen.
Hat der Hund Schmerzen kann eine Heizdecke helfen, Kernkissen oder eine Rotlichtlampe können ausprobiert werden, einige Hunde liegen auch lieber auf kühlen Fliesen.
Bei kälteempfindlichen Hunden oder bei einer Verschlimmerung der Beschwerden durch Nässe, kann man einen wärmenden Hundemantel anlegen. Auch bei Autofahrten im Winter hält dieser den Hund warm.
Im Restaurant zum Beispiel sollte man auf einen zugfreien Platz achten und dem Hund eine kleine Decke mitnehmen, damit er nicht auf hartem und eventuell kaltem Boden liegen muss.

Ein Hund, der eine Hüftgelenksdysplasie und/ oder arthrotische Gelenke hat, wird vielleicht einige Bewegungen ungern oder sehr langsam ausführen. Das sollte man beim täglichen Umgang bedenken. Wenn er sich nicht gern setzt ist das Stehen vielleicht eine Alternative, wenn er nicht lange stehen kann sollte er die Gelegenheit bekommen sich hinzulegen.
Auch beim Befolgen von Kommandos sollte man überlegen, ob der Hund nicht vielleicht deshalb langsam oder unwillig reagiert, weil ihm die Ausführung Probleme bereitet.






Zuletzt geändert von Mirjam am Fr 23. Mär 2007, 23:52, insgesamt 3-mal geändert.

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