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Bitte um Rat kann es doch eine Subklinische SDU sein?
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Autor:  Lou23 [ Do 29. Dez 2016, 22:43 ]
Betreff:  Bitte um Rat kann es doch eine Subklinische SDU sein?

Hallo zusammen,
Nachdem ich nun schon viel passiv mitgelesen habe, habe ich mich nun entschlossen euch um Rat zu fragen und hoffe sehr auf antworten.
Vielleicht nimmt sich ein erfahrenes Mitglied die Zeit und kann uns eine Einschätzung geben, wir waren sehr dankbar
Ich fange einfache mal an
Unser labbi Rüde (15 Monate)
Bereitet uns seit er 7-8 Monate alt ist ziemlich große Sorgen
Ein gut sozialisierter Welpe von Anfang in der der Hundeschule wo er anfangs auch zeitweise der Streber war, hat sehr schnell gelernt war total umgänglich etc...zeigte sich nie ängstlich war sehr aufgeweckt und neugierig
Plötzlich verändert sich sein Verhalten Drastisch
Ich schreibe mal Stichpunktartig welche Verhaltensweise er hat die vorher nicht da waren
-sehr ängstlich, bei Menschen die er eigentlich kennt, bei Geräuschen (auch wenn er drin ist und auf der Straße jemand redet) flippt er aus und bellt wie verrückt lässt sich dann auch nicht beruhigen
-an der Leine draußen bellt und knurrt er extrem alles an Hunde, Menschen, Blätter die vom Baum fallen ist aber sonst mit Hunden verträglich
-kann sich überhaupt nicht mehr konzentrieren (nur wenn wir in der Wohnung sind und absolut keine Ablenkung da ist) draußen undenkbar mit ihm zu arbeiten
-ist ständig nervös und hibbelig findet wo anders gar keine Ruhe
-er entwickelt immer mehr einen tunnelblick ist dann überhaupt nicht mehr ansprechbar
-einige Male war es so schlimm das er hyperventiliert ist, er hat so an der Leine gezogen, war nicht ansprechbar ist dann erst getaumelt und dann zur Seite umgefallen( war dann so verwirrt das man ihm aufstellen musste dann war er eigentlich wieder normal)

Das ist so das gravierendste
Wir haben eine sehr gute Hundetrainerin die ihr Handwerk versteht, sie riet uns die Schilddrüse zu überprüfen
Die TÄ hielt das für Unsinn nahm ein großes BB und leider nur den T4 und TSH ab und sagte der Hund sei gesund außer das der Puls während der Untersuchung bei 50 war und wir einen Herzultraschall machen sollen, dies haben wir auch gemacht und die Kardiologin sagte das Herz sei tip top
Leider habe ich von den Blutwerten keine Ahnung vielleicht kennt sich hier jemand aus?
Jetzt habe ich viel über die Subklinische SDU gelesen und sehe in vielen Berichten unseren Hund wieder
Da die Werte aber ja eigentlich gut sind und nicht mal an der unteren Grenze des Referenzwertes wissen wir nicht mehr weiter
Training schlägt überhaupt nicht an und wir haben das Gefühl das die Ängstlichkeit langsam auch in Aggression übergeht
Wir wollen einfach unseren Hund zurück und dass es ihm gut geht er steht vor allem draußen unter Dauerstress
Wir werden einen Termin bei einer Verhaltenstierarztin machen, trotzdem wäre ich dankbar wenn ich vorab schon mal die Meinung von erfahren Mitgliedern hier hören darf
Ich hänge die Blutwerte mal an und hoffe auf Rat von euch
Kann man anhand dieser Werte eine subkl. SDU wirklich ausschließen? Er zeigt 90% der Symptome einer solchen und wir wissen echt nicht mehr weiter
Andere organische Ursachen und schmerzen wurden vom TA ausgeschlossen
Würde eine Probe Substitution Sinn machen? Ich will ihm keinesfalls einfach ruhig stellen und weiß auch das mit Tabletten nicht alles wie weggeblasen ist, ich möchte ihm helfen und wieder mit ihm arbeiten können ohne ihm zu stressen

Vielen Dank schon mal und entschuldigt den langen Text


T4 2,9 (1,3-4,5)
TSH 0,10 (-0,60)

MCHC 36,4 g/dL (32,0-37,9)
MPV 8,2 fL (8,7-13,2)
ALT 71U/l (0-55)
PHOS 1,7 (0,7-1,6)
AMYL 1079 (0-1056)
CHOL 310 mg/dl (120-390)
CK 181 U/l (0-100)

Da ich keine Bilder anhängen kann habe ich es mal so versucht, das sind jetzt mir die Werte die aus dem Referenzbereich fallen (außer der SD Werte )

Lg jessica und Lou

Autor:  BeaSin [ Mo 2. Jan 2017, 23:01 ]
Betreff:  Re: Bitte um Rat kann es doch eine Subklinische SDU sein?

Hallo Jessica
Eine beginnende SDU (subklinische SDU) hat den Nachteil, dass sie sich von den Werten alleine kaum festmachen lässt. Je mehr Werte man hat, desto besser. Wenn nicht alle Werte analysiert wurden, ist es sinnvoll, direkt die fehlenden nachzufordern.
Von den Werten her ist es grenzgängig. Als junger, großer Hunde sollte Lou deutlich über der Mitte liegen. Der TSH ist nicht wahnsinnig auffällig.
Von dem Verhalten, das du schilderst, könnte es schon eine SDU sein.
Epilepsie oder Vit. B-Mangel ist ausgeschlossen?

Probesubstitution: sollte eigentlich nur gemacht werden, wenn diagnostisch alles ausgereizt ist. Wenn die Probleme eine andere Ursache habe, kann eine Substitution z.B. kontraproduktiv sein.
Hat der Arzt eine Idee, wieso Phosphat und insbes. CK erhöht sind?
Der niedrige Puls und der hohe CK könnten ebenfalls in Richtung SDU zeigen.

Eine Verhaltenstherapeutin aufzusuchen ist sicher eine gute Idee.

Hälst du uns auf dem laufenden?

LG Bea

Autor:  Lou23 [ Di 3. Jan 2017, 11:13 ]
Betreff:  Re: Bitte um Rat kann es doch eine Subklinische SDU sein?

Hallo Bea,

Erstmal ganz lieben Dank für deine Antwort!
Zu den Blutwerten hat die TÄ nur gesagt, dass alles ok sei. Über den hohen CK Wert sprachen wir leider nicht, ebenso wenig wie über die anderen Werte, ihr Kommentar am Ende war "der Hund ist gesund, er hat halt einfach eine Macke"
Dies unterschreibe ich so keinesfalls!!!
Die Kardiologin und auch unser Haustierarzt hat eine Epilepsie ausgeschlossen. Kann ein Vitamin B Mangel auch solche Verhaltensänderungen verursachen?

Wir haben morgen einen Termin bei einer TÄ aus der Liste, Ihr haben wir vorab die Blutwerte und eine Verhaltensanalyse geschickt. Wir werden sonst auch nochmal Blut abnehmen um alle Werte zu testen, die letzte Abnahme war Anfang November deswegen kann ich nichts mehr nachfordern. Leider war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf dein tolles Buch und dieses Forum gestoßen sonst hätte ich es gleich richtig gemacht und alle Werte verlangt.

Es ärgert mich einfach das wir bei sämtlichen Ärzten belächelt werden und niemand uns erst nimmt.

Ich halte euch gerne auf dem laufenden, melde mich morgen nach unserem Termin.

Ganz lieben Dank nochmal!
Liebe Grüße
Jessica

Autor:  Lou23 [ Mi 4. Jan 2017, 17:28 ]
Betreff:  Re: Bitte um Rat kann es doch eine Subklinische SDU sein?

So nun sind wir zurück von unserem
Termin...und irgendwie auch nicht schlauer als vorher :/
Als wir ankamen war das erste was sie sagte, dass sie schon beim lesen der E-Mail dachte, er sei ein Schilddrüsenkandidat. Sie hat uns dann eine Weile beobachtet und dann einen Check-up gemacht...den CK Wert fand sie auch auffällig hoch, sein Puls war jedoch diesmal bei ca 100. Auch sie schloss andere organische Ursachen und Schmerzen erstmal aus.
Nach einem langen Gespräch wo sie uns über Lebensumstände, verhalten Futter etc. ausfragte kamen dann einige Trainingstipps. Leider genau die, die wir mit unserer Trainerin seit geschlagenen 6 Monaten anwenden und die ja leider nicht oder wenn nur ganz kurz zu Erfolgen führten. Dies sagte ich auch mehrfach aber irgendwie fand sie dafür kein Gehör...
Als ich dann nochmal die SD ansprach meinte sie, dass es gut sein kann das er betroffen ist, aber anhand der Werte würde sie es nicht festmachen weil der T4 ganz gut ist? Und die anderen Werte fehlen..Da Lou aber einen Hormonchip bekommen hat, und wir die Blutwerte 8 Wochen danach abgenommen haben ( wo der Chip seine volle Wirkung gehabt haben dürfte) kann es sein das dieser die Werte beeinflusst hat?! Sie riet uns nochmal Blut abzunehmen und dann erneut zu schauen...

Ich bin nun etwas verwirrt und teilweise auch enttäuscht. Anfangs sagte sie alles passt zur SDU und jetzt sollen wir es wieder erst mit Training probieren? Dies versuchen wir ja, aber da der Hund nicht ansprechbar ist und dieses nicht gelingt sind wir doch schließlich dort gewesen?

Ich weiß langsam keinen Rat mehr und bin mit den Nerven fast am Ende!
Was würdet ihr tun? Sollte ich noch eine zweite Meinung einholen? Oder mich vom Thema SD verabschieden und es einfach so hinnehmen?
Wir werden Ende des Monats nochmal Blut nehmen, und hoffen der Chip hat dann die Wirkung fast verloren...

Würde mich freuen eure Meinung (besonders deine, Bea) zu hören.

Ganz liebe und verzweifelte Grüße

Autor:  BeaSin [ Fr 6. Jan 2017, 22:14 ]
Betreff:  Re: Bitte um Rat kann es doch eine Subklinische SDU sein?

Hallo Jessica

Wie ich schon geschrieben hab, ist eine beginnende SDU ziemlich schwer festzustellen. Meistens sind die T4-Werte leicht unterhalb der Mitte im Referenzbereich. Bei deinem Hund sind sie aber ziemlich genau in der Mitte.
Eine beginnende SDU ist oft eine Ausschlussdiagnose. Das heißt, dass alle anderen möglichen Krankheiten und anderen Möglichkeiten, die irgendwie zu den Symptomen führen könnten, ausgeschlossen worden sind. Zu den anderen Möglichkeiten zählen z.B. auch Erziehungsfehler oder Fehler im Miteinander. Daher ist es nur verständlich, dass dich die Verhaltenstherapeutin zum einen sehr intensiv ausfragt – zum anderen aber auch augenfällige „Erziehungsdefizite“ aufführt.
Als ich mit Sina bei der Verhaltenstherapeutin war, durfte ich mir z.B. auch anhören, dass sie draußen zieht wie doof. Wäre mir gar nicht aufgefallen…. Die Liese ist zum Teil derart in die Leine gedonnert – z.B. wegen einem Schmetterling – dass sie an der 2 m Leine einen Salto rückwärts gemacht hat. Die Standardtipps dazu durfte ich mir auch anhören. Hätte ja sein können, dass ich das noch nicht probiert hatte. Das war aber erst dann erziehbar, als sie substituiert wurde.

Da eine beginnende SDU so schwer zu diagnostizieren ist, ist es eigentlich fast Usus, dass in einem gewissen zeitlichen Abstand 2 mal Blutproben genommen werden. Es könnte ja sein , dass bei der ersten Analyse zufällig die Werte höher (oder niedriger) sind als sonst. Insbesondere, wenn nicht alle Werte bestimmt wurden, macht es Sinn, eine zweite Analyse zu fahren, mit allen Werten.
Und ja, der Chip kann sich auf die Werte ausgewirkt haben. Ebenso wie x andere Möglichkeiten, die die Werte beeinflussen.

Sollten die T4-Werte nachwievor ähnlich hoch sein, versuche, die Antikörper gegen T4 / T3 bestimmen zu lassen. Das machen leider nicht alle Labore und ich weiß auch nicht, ob die üblicherweise entnommene Blutmenge ausreicht, um auch noch die Antikörper bestimmen zu lassen. Gegebenenfalls (falls das Labor die Antikörper bestimmen kann), direkt mehr Blut abnehmen lassen, um ggf. die Antikörper nachbestimmen zu lassen.
Antikörper gegen T4 (T3) können in der Analyse ggf. die tatsächlichen Werte fälschlicherweise erhöhen oder absenken.

Gibt es schon Ergebnisse?

Ich hoffe, ich konnte deine Fragen so halbwegs beantworten und die Enttäuschung etwas lindern.

LG Bea

Autor:  Lou23 [ Fr 6. Jan 2017, 22:35 ]
Betreff:  Re: Bitte um Rat kann es doch eine Subklinische SDU sein?

Liebe Bea,

Weitere Ergebnisse gibt es noch nicht aber sobald ich was neues habe stelle ich es gern hier ein :-)

Danke, dass du die Zeit nimmst meine Fragen zu beantworten.
Wenn ich ein Organprofil habe und der TA den
Hund als gesund empfindet, was kann ich dann noch tun um alle anderen Sachen (außer SD) auszuschließen?
Was die Verhaltenstherapeutin gesagt hat, an Erziehungsachen waren sehr gute Tipps, aber ähnlich wie bei dir haben wir dies ja fast alles schon probiert... deshalb war ich wohl so enttäuscht. Ich bin gerne bereit Fehler einzusehen und Ratschläge anzunehmen, aber mittlerweile bin ich so verzweifelt dass ich maches mal nach dem Spaziergang weinen könnte, weil er nicht händelbar ist.
Meine Eltern hatten auch früher Hunde aus dem Tierschutz die zum Teil 'schwierig' waren aber bei Lou sind wir im Moment echt am Ende :-(
Dabei ist er eigentlich ein herzensguter Hundejunge:-)

Ich werde mich vor Blutentnahme über die Antikörper schlau machen und diese dann mitbestimmten lassen, Danke für den Tipp! Wenn ich alle Werte habe, kann man dann denn mehr über eine SDU sagen, oder ist sie selbst dann schwer zu diagnostizieren? ( sorry für die doofen Fragen, manchmal stehe ich vielleicht auf dem Schlauch ;-) ) was sagen denn die Antikörper gegen T4/T3 aus?
Was muss ich außer der SD Werte mich bestimmen lassen? Also welche Werte spielen bei einer SDU noch eine Rolle?

Ganz lieben Dank für die Zeit und die Mühe :-)
Ich nehme natürlich auch gern von allen anderen Tipps und Ratschläge an ;-)
LG

Autor:  Lou23 [ Fr 6. Jan 2017, 22:50 ]
Betreff:  [Gelöscht]

BeitragDieser Beitrag wurde gelöscht durch Lou23 am Fr 6. Jan 2017, 22:51.

Autor:  Lou23 [ So 8. Jan 2017, 21:12 ]
Betreff:  Re: Bitte um Rat kann es doch eine Subklinische SDU sein?

Nun kann ich auch Fotos hochladen :-)
Vielleicht fällt euch bei dem Blutbild noch was auf? Wäre dankbar für jeden Hinweis

Autor:  Lou23 [ So 8. Jan 2017, 21:13 ]
Betreff:  Re: Bitte um Rat kann es doch eine Subklinische SDU sein?

Hoffe es klappt

Autor:  BeaSin [ So 22. Jan 2017, 20:55 ]
Betreff:  Re: Bitte um Rat kann es doch eine Subklinische SDU sein?

Hallo Jessica
sorry - ich war total ausgelastet.
Hat sich was neues ergeben?
Auf der ersten Seite der Blutuntersuchungen fällt mir auf, dass einige Werte "drüber" sind. Was meint der TA dazu? Die Werte könnten ja Hinweise auf andere Erkrankungen geben.

Die SD-Werte sind stabil. Antikörper-Bestimmungen liegen nicht vor? Die könnten Z.B. dazu führen, dass sie tatsächlich niedriegere Werte als höhere darstellen.

LG Bea

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