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 Betreff: Schilddrüse und Kupfermangel
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: Sa 14. Feb 2015, 13:02 
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Hallo ihr Lieben,

bei der Recherche zum Thema Schilddrüse bin ich auf euch gestoßen und würde mich sehr freuen, wenn ihr mir helfen könnt.

Niela wird im März 9 Jahre alt. Anfang Juli letzten Jahres wurde sie aufgrund veränderter Gebärmutter kastriert und es wurde auch eine Leberbiopsie durchgeführt. Die Leberwerte waren erhöht und im Ultraschall zeigten sich Flecken. Die eventuelle Vermutung war Kupferspeicherkrankheit.
Die pathologische Untersuchung ergab Folgendes: "In Spezialfärbungen finden sich zentrolobulär geringgradige Kupferablagerungen. Die Lokalosation im Läppchenzentrum spricht dabei für einen pathologischen Prozess, die Intensität ist allerdings äußerst gering."
Sie wird deshalb sehr, sehr kupferarm ernährt mit einem speziell angepassten Barfplan und bekommt zusätzlich noch Zink. (Der ja das noch vorhandene Kupfer neutralisieren soll.)

Aktuelle Blutergebnisse am 16.1. Januar haben jetzt veränderte Schilddrüsenwerte ergeben:
TSH <0,03 (0,0-0,4)
T4 1,08 (1,5-4,5)
T4 frei, dialysiert 0,73 (0,47-3,12)

Am 13.6.2013 vor der OP und der Umstellung hatte sie folgende Werte:
(gleiche Referenzbereiche weil gleiches Labor:Synlab)
TSH 0,1
T4 2,40

Den T4 Dialysewert hatten wir nachträglich in Auftrag gegeben, weil meine TA meint, dass ein "normaler" T4 zu starken Schwankungen unterliegt. Nachdem jetzt der Wert da ist, sieht sie eigentlich keinen Handlungsbedarf. Ich finde aber einen Wert, der nur 1/10 über dem unteren Grenzwert liegt, doch sehr niedrig und eigentlich zu niedrig für einen Labi. (Und sicher auch jeden anderen Hund.)

Nur aufgrund des einen T4 Wertes, der erniedrigt, aber noch im Grenzbereich ist, würde sie keine Substitution machen. Damit wäre eine Unterfunktion nicht bewiesen und es würde eben lebenslange Hormongabe aufgrund nicht klarer Diagnosestellung bedeuten.
Sie möchte da auf jeden Fall noch weitere Tests für einen Beweis einer Schilddrüsenunterfunktion.

Entweder könne man 5x Blut abnehmen und den T4 bestimmen. Wenn es da dann einen normalen Wert von 2 dazwischen gäbe, wüssten wir, dass die Schilddrüse normal arbeitet und wir nicht substituieren müssten.

Oder eben Ultraschall, um die Größe und Struktur der Schilddrüse zu sehen. Wobei sie da dann aber auch zugab, dass es da durchaus Fälle gäbe, wo das dann auch nicht eindeutig sei.

Sie würde diesen TSH-Funktionstest favorisieren, den man an der Uni Gießen machen lassen könnte.

Ich hab dann zu ihr gesagt, dass aber selbst wenn dort dann rauskäme, dass die Schilddrüse normal arbeiten würde, wir immer noch den erniedrigten Wert hätten. (Den zu im Übrigen nicht so bedenklich fand, weil ich ja noch innerhalb der Grenzwerte sei. Und diese Grenzwerte seien sowieso eher ein wenig willkürlich.)
Dann müsse man eben schauen, welche Ursachen und Krankheiten es sonst für den niedrigen Hormonstatus gäbe und dann die entsprechend behandeln.

So ganz ist mir noch nicht klar, ob man denn dann aber nicht auch Thyroxin geben würde als Ausgleich.

Ich hab ihr erzählt, dass ich gelesen habe, dass es oft einen Zusammenhang gäbe zwischen Kupfermangel und niedrigen Schilddrüsenwerten. Daraufhin meinte sie, dass ich ja nicht wissen könnte, ob Niela einen Kupfermangel hätte. Worauf ich ihr erklärt habe, dass sie seit Monaten durch Nahrung und Wasser so gut wie kein Kupfer bekommt und außerdem noch Zink den Rest, den sie noch aufnimmt neutralisiert und dass ich da recht sicher von einem Kupfermangel ausgehen würde. Das wäre aber der Unterschied zwischen theoretischem und praktischem Wissen.
Sie hatte bisher von diesem Zusammenhang auch noch nichts gehört, wollte sich aber mal bei Fr. Dr. Hörauf schlau machen.

Puh, zum einen kann ich sie ja verstehen, dass sie nicht aufgrund eines Wertes substituieren will.
Aber Ultraschall sehe ich als eigentlich zu unsicheres Diagnosemittel an.
Und bei all dem, was wir im letzten Jahr gemacht haben, bin ich nicht bereit nach Gießen zu fahren, mir mind. 4-6h um die Ohren zu schlagen bis das zweite Mal Blut abgenommen werden kann, viel Geld zu zahlen und eventuell noch Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen.

Im Verhalten habe ich das Gefühl, als sei sie ruhiger, melancholischer geworden. Aber das kann natürlich auch mit dem Alter und dem veränderten Hormonstatus nach der Kastration zusammenhängen.

Habt ihr einen Rat für mich, wie ich am Besten weiter vorgehe?
Habt ihr eventuell Erfahrung mit dem Zusammenhang Schilddrüse und Kupfer?
Führt zu wenig Kupfer zu einer SDU oder "nur" zu einer geringen Hormonkonzentration im Blut?


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 Betreff: Re: Schilddrüse und Kupfermangel
Posting Nummer:#2  BeitragVerfasst: Sa 14. Feb 2015, 13:12 
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Sorry, hab noch die anderen, abweichenden Blutwerte vom aktuellen Profil vergessen:
Segmentkernige 50 (55,0-75,00)
Lymphozyten 39 (13-30)
Eosinophile 7 (0,0-0,6)
Die Werte sind eigentlich bei jedem Blutbild so verändert.

ALT(GPT) 149 (0,0-80,00)
Kalium 5,3 (3,5-5,2)

Cholesterin liegt im Normalbereich: 259,1 (134,7-269,9)


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 Betreff: Re: Schilddrüse und Kupfermangel
Posting Nummer:#3  BeitragVerfasst: Sa 14. Feb 2015, 20:23 
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Hi

Ein nachgewiesener direkter Zusammenhang Schilddrüse – Kupfer ist mir nicht bekannt.
Es ist aber davon auszugehen, dass die Spurenemente Fe – Se – Zn – Cu alle in einem ausgewogenen Gleichgewicht vorliegen müssen, damit die Bildung der Hormone richtig funktioniert.

Beispielsweise kann Kupfermangel die Wirkung von Eisen im Stoffwechsel beeinträchtigen (oxidierte Eisen, Kupfermangel kann zu Eisenmangel führen).
Eisen wiederum ist in Häm enthalten und dieses in TPO (Thyreoperoxidase), welches eine wichtige Rolle bei der Bildung der Schilddrüsenhormone inne hat. Außerdem hat Eisen Auswirkungen auf die Aktivität der Dejodase. Bei Tieren mit Eisenmangel deutlich niedrigere T3 und T4-Werte festgestellt.

Speziell hinsichtlich der Wilson-Krankheit wurde bei Schweinen festgestellt, dass Glucosinolate (Pflanzeninhaltsstoff, der die Jodaufnahme in die Schilddrüse hemmt) in Verbindung mit Jodmangel zu einer Anreicherung von Kupfer in der Leber (Wilson-Krankheit) und zu einem verschlechterten Zinkstatus führen. Zinkmangel führt wiederum zu verminderter Umwandlung von T4 in T3.

Über diese Verknüpfungen könnte man schon einen Zusammenhang von Kupfermangel und niedrigen Schilddrüsenwerten konstruieren.

An deiner Stelle würde zunächst den Status von Zink und Kupfer (ggf. auch Eisen) feststellen lassen.

Ich kenne nur einen Fall, bei dem Kupfer und Schilddrüse in Zusammenhang gebracht wurden. Vielleicht meldet sich der Hundehalter ja.

Beim googeln bin ich auf diese Seite mit dem nachfolgend wiedergegebenen Text gestossen:

Zitat:
T3 niedrig, TSH Hoch...Kupfermangel ?!
Kupfermangel und Schilddrüsenfunktion
Ratten wurden 35 Tage lang mit einer Diät mit genügend, zu wenig und deutlich niedrigem Kupferanteil gefüttert. Der Kupfermangel führte zu einem signifikantem Anstieg des Blut- Cholesterols und die Plasma Thyroxin Konzentration sowie auch die Körpertemperatur fielen deutlich ab. Im Vergleich zu den Ratten mit angepasstem Kupfergehalt in der Nahrung hatten die Ratten mit zu wenig oder kaum Kupfer im Futter wesentlich niedrigere T3 Werte und wesentlich höhere TSH Werte aufzuweisen, Auch hatten die Mangelernährten Ratten in der Leber weniger Enzym das für die Umwandlung von T4 zu T3 verantwortlich ist.
Kommentar: Die Studie lässt vermuten, dass ein Kupfermangel den Schilddrüsenhormonhaushalt beeinflusst und einen Hypothyroismus fördert. Dies zeigt sich in einem niedrigen T3 Wert und einer niedrigeren Körpertemperatur und einem erhöhten TSH Wert. Kupfer, Zink und auch Selen wirken auf den Schilddrüsenhormonhaushalt ein und ein Mangel an einer der vorgenannten Spurenelemente kann für Hypothyroismus der Auslöser sein.
Kupfer wird oft als toxisches Mineral bezeichnet, doch tatsächlich beachtet man zu wenig die Folgen einer Mangelernährung mit dem für den Körper essentiellen Kupfer.

Lukaski H C et al. Body temperature and thyroid hormone metabolism of copper deficient rats. Nutr Biochem 1995;6:445-451.


Ob der Text sachlich richtig widergegeben wurde und ob dieser Sachverhalt von Ratten auf Hunde übertragbar ist, weiß ich nicht.

Ansonsten:
ein Hund kann Läuse und Flöhe haben #s_orry#

LG Bea

_________________
Manchmal denke ich, es ist Hauptaufgabe der Hunde, uns Menschen bescheiden zu halten. [Patricia B. McConnell]
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 Betreff: Re: Schilddrüse und Kupfermangel
Posting Nummer:#4  BeitragVerfasst: So 15. Feb 2015, 10:10 
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Danke dir schon mal sehr Bea!

Wow, da hast du mir viel zum Nachdenken und -lesen gegeben!
Der Zusammenhang Kupfer-Eisen und auch dass Jodmangel zu einer Anreicherung von Kupfer in der Leber führen kann, war mir vorher nicht bewusst.

Ich bin beim Googeln auf einige Fälle beim Menschen gestoßen, wo Kupfermangel mit geringen Schilddrüsenwerten in Verbindung gebracht wurde. Muss aber nochmal genauer forschen, wo und wie da der Zusammenhang besteht.


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 Betreff: Re: Schilddrüse und Kupfermangel
Posting Nummer:#5  BeitragVerfasst: Do 26. Feb 2015, 11:06 
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Ich habe jetzt doch nochmal den Gesamt T4 und auch den Kupferwert bestimmen lassen:

Gesamt T4: 1,80 (1,5-4,5)
Kupfer: 56,0 (44,0-119,0)

Da diesmal der T4 im Vergleich zum letzten Mal deutlich höher ist und auch innerhalb des Referenzbereiches würde die TA erstmal abwarten und nichts weiter unternehmen.
Und was mich sehr freut, ist die Tatsache dass der Blutkupferspiegel im normalen Bereich liegt, obwohl sie ja wirklich absolut kupferarm ernährt wird.


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