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 Betreff: Temple Grandin: Ich seh die Welt wie ein frohes Tier
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: Sa 12. Nov 2011, 14:14 
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Temple Grandin ist ein Autistin und berät u.a. das amerikanischen Landwirtschaftsministerium hinsichtlich tiergerechter Schlachtmethoden.
Sie hat eine Website über Autismus , über die man auch auf die livestock-Seite gelangt.

Grandin geht davon aus, dass die Gehirnveränderungen bei Autisten deren Wahrnehmung ähnlich der von Tieren macht. So sehen Autisten z. B. kein Gesamtbild, sonder die Summe vieler Details. Bei Nicht-Autisten hingegen wird die Umwelt zwar auch gesehen, aber die aufgenommenen Bilder im Gehirn gefiltert nach „unwichtig“ und „wichtig“. Das was der Nicht-Autisten bewusst sieht, muss also nicht mit dem identisch sein, was er tatsächlich sehen könnte.
Beispiel: bei einem Flugsimulator-Test landeten ¼ der Piloten auf einem Flugzeug, welches auf der Landebahn stand, weil sie es nicht gesehen hatten (bzw. das Gehirn diese Information als nicht relevant einstufte).

Aufgrund dieser Detailversessenheit registriert sie Elemente, die andere Menschen nicht wahrnehmen, aber das Schlachtvieh irritieren können (z. B. Reflexionen in Pfützen, Hell-Dunkel-Übergänge die irritieren etc.).

Auch hinsichtlich der Denkweise sieht Grandin Parallelen zu Tiere. So denkt Grandin in Bildern (was ich mir absolut nicht vorstellen kann) und hebelt somit die These aus, dass komplexes Denken und Problemlösungsstrategien an Sprache geknüpft sein muss.

Im Buch wird nicht nur auf Schlachtvieh eingegangen, sondern auch auf andere Tierarten, eben auch Hunde. Es wird auf das unterschiedliche Sehvermögen, bzw. insgesamt die unterschiedliche Wahrnehmung eingegangen, sowie auf unterschiedliche Gefühle (Tiere haben keine gemischten Gefühle),etc.
Allerdings hat mich hier etwas irritiert, dass ihre sämtlichen Freundinnen und Bekannte nach ihren Aussagen über „sehr dominante Hunde“ verfügen.

Interessant fand ich ihre Aussagen zu Checklisten (auch, weil ich beruflich viel mit Checklisten zu tun habe und das „hirnlose“ Abarbeiten von Checklisten scheinbar insgesamt zum Non-Plus-Ultra wird ):
Zur Überprüfung von Schlachthöfen werden Checklisten verwendet mit unendlich vielen Fragen. Werden x Prozent der Fragen als Mängelpunkte erkannt, wird der Schlachthof negativ beurteilt. Hierbei werden die Mangelpunkte nicht gewichtet und den Prüfern ist die Beurteilung, ob es sich um einen schwerer Mangel (in Bezug auf tierschutzrelevante Aspekte) handelt oder nicht, kaum möglich.
Temple Grandin hat eine 5 Punkte-Checkliste eingeführt, die sich ausschließlich auf das Tier bezieht. Ist einer dieser Punkte nicht erfüllt, fällt der Schlachthof automatisch durch. Im Prinzip stecken aber Unmengen an Detailfehlern hinter diesen Punkten….
Ihre Fragen reduzieren sich auf:
Zitat:
- Prozentsatz der Tiere, die schon beim ersten versuch richtig betäubt oder getötet werden (mindestens 95 %)
- Prozentsatz der Tiere, die nach dem Betäuben bewusstlos bleiben (100 % aller Tiere)
- Prozentsatz der Tiere, die während des Betriebs oder der Betäubung Laute von sich geben (…., weil sie Schmerzen haben oder verängstigt werden). Mit Betrieb ist auch das Betreten der Treibgänge gemeint sowie das Einpferchen zum Betäuben (nicht mehr als drei Rinder von hundert).
- Prozentsatz der Tiere, die stürzen (…)
- Einsatz von Elektroschocks (bei maximal 25 Prozent der Tiere).


Im Buch erfährt man einiges über das Gehirn und die Funktionen der einzelnen Gehirnregionen. Zu ihren Aussagen werden immer wieder interessante Beispiele aus der Tierwelt (inkl. Mensch) gebracht. Bei einigen Zusammenhängen vermerkt sie jedoch auch ganz klar, dass es sich nur um ihre Hypothesen handelt.

Ich fand das Buch ausgesprochen lesenswert! #g_ood#

Gruß Bea

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Manchmal denke ich, es ist Hauptaufgabe der Hunde, uns Menschen bescheiden zu halten. [Patricia B. McConnell]
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