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 Betreff: Gansloßer/Krivy: Verhaltensbiologie für Hundehalter – Das Pr
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: Sa 12. Nov 2011, 14:12 
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Zum Buch
Es gibt verschiedene Kapitel, in denen auf bestimmte Verhaltensmuster der Hunde eingegangen wird, also z.B. Verhalten und Rasse oder Geschlecht, Soziales Lebewesen Hund etc.
Jedem Kapitel sind ein paar erläuternde Worte vorangestellt.
In jedem Kapitel gibt es verschiedene Fallbeispiele, zu denen verhaltensbiologische Erklärungen abgegeben werden. Diese beinhalten zum Teil Erläuterungen zum Verhalten sozialer Lebewesen (oder auch speziell Caniden), zum Teil Erklärungen zu hormonellen Zusammenhänge. Insbesondere die hormonellen Zusammenhänge sind meist nur sehr grob skizziert, was aufgrund der komplexen Wechselwirkungen vermutlich auch nicht anders praktikable ist, wenn das Buch lesbar bleiben soll. Bei einigen Zusammenhängen hätte ich mir jedoch tiefergehende Erläuterungen gewünscht.
Im Kapitel „Verhalten & Exterieur bzw. Fellfarbe“ ist mir der Zusammenhang zwischen dem Kapitelthema und den Fallbeispielen entgangen #b_lush#
Bei einigen Fallbeispielen sind Lösungsansätze skizziert sowie die Weiterentwicklung des Hundes, bei manchen fehlt dies.

Die Sprache ist zum Teil gewöhnungsbedürftig, was man ja von Gansloßer kennt :rolleye1: ;)

Was ich ein bisschen Schade fand: einige Informationen sind in Kleinteile zerlegt und häppchenweise im Buch verstreut. Man muss sie sich quasi zusammensuchen.

Einige Details
Über einiges im Buch lohnt es sich nachzudenken oder auch zu diskutieren, bei vielen Beispielen z.B. „Wie geht man mit solch einem Hund um? Welche Lösungsansätze gibt es und wieso genau diese?“.
Einige Punkte, die ich interessant fand bzw. die mich zum Nachdenken anregten:



Inkompetente Hundetrainer
Im Buch sind einige Fallbeispiele, in denen scheinbar völlig inkompetente Hundetrainer einen Hund völlig versaut haben (also den Hund erst wirklich zu einem Problemfall gemacht haben) und / oder mit tierschutzrelevanten Methoden gearbeitet haben.
Was macht man in so einem Fall als nachfolgender Hundetrainer? Nimmt man die tierschutzrelevanten Methoden einfach hin und versucht zu retten was zu retten ist? Oder erstattet man Anzeige (wenn ja: wo?)? Oder versucht man mit dem entsprechenden Hundetrainer Kontakt aufzunehmen und etwas zu ändern?
Und was kann man als eventuell betroffener Hundehalter machen, nachdem man endlich den Absprung aus so einer HuSchu geschafft hat?


Schutzdienst
In einem Beispiel wird der Fall eines DSH geschildert, der aggressiv auf andere Hunde reagierte. Die hinzugezogene HuSchu diagnostizierte Unterforderung und riet zum Schutzhundetraining. Da das Verhalten sich nicht besserte sondern eher verschlimmerte, wurde ein anderer HuTrainer aufgesucht, der beim Erstbesuch bei einer unbedarften Bewegung gebissen wurde.
Gansloßer erläutert anhand dieses Falles, dass es einen „Aggressionstrieb“ nicht gibt und in diesem Fall der Hund im Schutzdienst lediglich gelernt hat, dass es ihm beim Beißen besser geht (Stressabbau, etc.).
Zitat:
Anstatt also einen, wie auch immer gearteten „Aggressions- oder Schutztrieb“ abzureagieren und das Tier damit für den Rest der Woche angeblich gesellschaftsfähig zu halten, erzeugt man Aggressionsjunkies, die sich letzten Endes bei minimalstem auslösenden Reiz erinnern, dass es ihnen beim letzte Mal nach einer aggressiven Attacke besser ging.

Soweit ich die „Schutzdienstdiskussionen“ in Foren verfolgt habe, gehen jedoch Schutzdienstler davon aus, dass es sich bei dem Biss in den Ärmel nicht um Aggression handelt? Sonder um …… Ja, was eigentlich?

Insgesamt scheint Gansloßer sich strikte gegen den Schutzdienst bei Privathundehaltern auszusprechen, ganz sicher aber bzgl. des Hundes im Fallbeispiel.
Interessant fand ich folgende Aussagen, die ja zum Teil anderes dargestellt werden:

Zitat:
Letztlich ist auch auf einer ganz trivialen Ebene die Argumentation der Schutzdienstleute zu kritisieren: Die Fähigkeiten von Hunden, auch schwierige und komplizierte Aufgaben zu lösen, versteckte Gegenstände hinter Wandtürmen und in geschlossenen Schubladen zu finden und gegebenenfalls Objekte sogar nach bestimmten Kriterien unterscheiden zu können, zeugen von einer hochentwickelten, kognitiven Leistungsfähigkeit Es wäre eine Beleidigung für einen Hund schlechthin zu unterstellen, dass er beim Schutzdienst den Schutzdienstärmel nicht mit dem dahinter und darin steckenden Menschen in Verbindung bringen könnte und würde.


Wird bei Hunden, mit denen hobbyhalber Schutzdienst gemacht werden soll, geprüft, ob diese dazu geeignet sind? Das sie also nicht beim „minimalstem auslösenden Reiz“ ihr erlerntes Verhalten abspulen?
Wenn ja: wie wird das geprüft?


Auslandshunde
Gansloßer weisst darauf hin, dass nicht jeder Hund aus dem Ausland hier unbedingt besser lebt. Der Fall „Raja“ (eine Strassenhündin, die letztendlich eingeschläfert wurde, weil sie hier mit der Umwelt überfordert war) ist auch im Deutschen Hundemagazin nachzulesen. Insgesamt spricht Gansloßer sich sehr kritisch gegenüber Hundeimporten aus. Auch bei anderen Fallbeispielen mit Auslandshunden erläutert er, dass diese Hunde nicht per definition besser mit Hunden sozialisiert sind, zum Teil die Menschenprägung nicht stattfand und das sie vor allem nicht „ewig dankbar“ sind.


Hund und Mensch
Das Kapitel Kind und Hund bzw. Verhältnis Hund – Mensch fand ich persönlich … denkwürdig.
In einem Fallbeispiel geht ein Junge mit einem Dackel Gassi, als ein großer Hund unvermittelt auf den Dackel zuläuft, fasst und totschüttelt.
Neben den rechtlichen Anmerkungen zu Kindern, die Hunde ausführen (z. B. auch Auswirkungen auf den Versicherungsschutz), wird argumentiert, dass Kinder nicht in der Lage wären, dem Hund den erforderlichen Schutz zu bieten. Das stimmt natürlich (teilweise!). Nur: welcher Erwachsene hätte sich einem heran laufenden Hunde so in den Weg stellen können, dass dieser von seinem Vorhaben absieht?
Am Anfang des Buches ist das Beispiel, wo ein Hund nach einem Agility-Run den Ball geworfen bekommt, diesem hinterher läuft und quasi im gleichen Atemzug einen anderen Hund packt und totschüttelt. Welcher der vielen Erwachsenen hat das denn verhindern können?
Wenn jemand „Schuld“ hat an dem Tod des Dackels, dann der Besitzer des anderen Hundes – aber doch nicht der Gassigänger des Dackels. Oder?

Insgesamt geht er davon aus (aus Vergleichen mit Caniden), dass (grob gesagt)Kinder unterhalb der Pubertät vom Hund als erziehungswürdig eingestuft werden, Kinder in der Pubertät als Rivale.

Ebenso bezeichnet argumentiert er hinsichtlich der Geschlechterkombination „Mensch –Hund“: so würde bei nicht gleichgeschlechtlicher Kombinationen (also z. B. männlicher Hundehalter und Hündin) der Mensch als Sozialpartner angesehen (von wegen Alpha-Rüde und Hündin) und daher Rangordnungskonflikte vermieden.

_________________
Manchmal denke ich, es ist Hauptaufgabe der Hunde, uns Menschen bescheiden zu halten. [Patricia B. McConnell]
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