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 Betreff: Hinweise zur Substitution
Posting Nummer:#1  BeitragVerfasst: Mo 16. Jan 2012, 01:11 
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Die folgenden Antworten geben nur Erfahrungswerte bzw. Standardlösungen zu häufigen Fragen wieder. Bei Problemen mit der Substitution ist eine Abstimmung mit dem behandelnde SDU-Arzt erforderlich.
Wichtige Informationen sind auch im jeweiligen Beipackzettel des jeweiligen Präparates aufgeführt.

Was heißt Substitution?
Bei einer Substitution wird das durch die Schilddrüse unzureichend produzierte Hormon (T4) in Form von Tabletten oder flüssig zugeführt.
Gängige Mittel speziell für den Hund sind: Forthyron (Tabletten), Leventa (Flüssigpräparat)

Wann sollte substituiert werden?
Eine Substitution sollte nur auf Anweisung eines TA, der sich mit Schilddrüse-Problematiken auskennt, erfolgen. Entsprechende TÄ sind z.B. verhaltenstherapeutisch arbeitende TÄ oder Endokrinologen.
Zur Diagnose sind erforderlich:
  • ein gründlicher Gesundheitscheck (Ausschluss anderer möglicher Ursachen)
  • ein komplettes Schilddrüsenprofil
  • eine gründliche Anamnese (Fallgeschichte, Lebensumstände, Fütterung, Beobachtung besonders kritischen Verhaltens, etc.)

Wie substituiere ich?
Die Hormongabe erfolgt 1 – 3 Mal täglich. Die Anzahl der erforderlichenTagesdosen ist stark vom Individuum abhängig.

Was bedeutet Forthyron 200 bzw. Forthyron 400?
Die Zahlen geben das µg T4 an, welches in jeweils einer Tablette ist.
Anhand dieser Angaben kann man die Tagesdosis bezogen auf den Hund berechnen:
= Gesamttagesdosis / Gewicht Hund [µg/kg]

Welche Dosis braucht mein Hund?

Die richtige Dosis ist dann erreicht, wenn der Hund sich offensichtlich wohl fühlt.
Insbesondere bei infolge Schilddrüsenunterfunktion verhaltensauffälligen Hunden gilt: die ausreichende Dosis ist dann erreicht, wenn der Hund keine verhaltensmäßigen blackouts mehr hat und nach kurzzeitigem Stress in normaler Zeit wieder ungestresst ist. Generell ist parallel zur Substitution auch angepasstes Training erforderlich.
Achtung: bei diesen Hunden können am Anfang der Substitution spontane Rückfälle in das alte Verhalten stattfinden!!!
Bei ausschließlich körperlichen Symptomen ist die richtige Dosis erreicht, wenn die körperlichen Symptome sich bessern. Dies kann je nach Symptom allerdings eine gewisse Zeit dauern.
Bei beiden Varianten ist zu beachten, dass es Verhalten / Symptome geben kann, die nur durch weitere Maßnahmen (Training, Medikamente) behoben werden können.

Muss ich ab jetzt immer substituieren?
Ja, eine primäre Schilddrüsenunterfunktion heilt nicht von selbst wieder aus. Der Hund muss bis an sein Lebensende substituiert werden.
Bei einer NTI (eine Erkrankung, die die Schilddrüsenwerte trotz gesunder Schilddrüse senkt, z.B. Dauerstress), kann es sein, dass nur eine gewisse Zeit substituiert werden muss.

Wie geh ich vor, wenn ich die Hormone absetzen muss/will?
Bei einer primären Schilddrüsenunterfunktion werden die Hormone ein Leben lang gegeben. In Einzelfällen, zum Beispiel um einen TSH-Stimulationstest durchzuführen, kann jedoch das Absetzen der Hormone erforderlich werden. In diesem Fall sind die Hormongaben langsam auszuschleichen. Keinesfalls darf die Substitution von einem Tag auf den anderen beendet werden.
Analog ist bei dem Absetzen der Hormongaben bei einer NTI vorzugehen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

  • Die zugeführten Hormone ersetzen die fehlenden Hormone der kranken Schilddrüse. In diesem Fall ist mit keinen Nebenwirkungen zu rechnen, sofern die Dosierung korrekt eingestellt ist.
  • Wird bei einer NTI nur zeitweise substituiert um das aus den Fugen geratene Gleichgewicht wiederherzustellen, kann bei zu langer Substitution die Schilddrüse ihre Funktion einschränken oder völlig einstellen. Allerdings nimmt die Schilddrüse beim langsamen Absetzen der Hormone wieder ihre Funktion auf. Lediglich bei sehr langer Substitution wird eine völlige Degeneration der Schilddrüse diskutiert.

Das Verhalten meines Hundes hat sich zunächst verbessert, aber jetzt verschlechtert es sich wieder.

Bei einer NTI können durch die Hormongabe zunächst Verhaltensverbesserungen auftreten, die jedoch nicht langfristig anhalten. Daher sollte die Diagnose bei Rückfall in alte Verhaltensmuster überprüft werden.
Allerdings können negative Verhaltensänderungen auch durch eine zu niedrige oder zu hohe Dosierung auftreten.

Was mache ich, wenn ich eine Hormongabe vergessen habe?

Die Dosis kann nachträglich gegeben werden, allerdings ist zu beachten, dass keine kurzzeitige Überdosierung erfolgt.
Achtung: bei durch eine Schilddrüsenunterfunktion verhaltensauffälligen Hunden kann das vergessen einer Tagesdosis zu einem Rückfall in das alte Verhalten führen!!!!!

Wann gebe ich die Hormone?

Die Hormone werden bei gleichzeitiger Gabe mit Futter schlechter aufgenommen. Daher ist ein Mindestabstand zu den Fütterungen einzuhalten.
Werden die Hormone vor der Fütterung gegeben, sollten sie mindestens eine halbe Stunde vorher verabreicht werden.
Werden die Hormone nach der Fütterung verabreicht, ist je nach Futtermenge ein Abstand von 2 – 4 Stunden einzuhalten.

Was muss ich bei der Fütterung beachten?
Die Substitution muss in einem gewissen Abstand zur Fütterung erfolgen (siehe oben).
Der Jodgehalt des Futters sollte keine starken Schwankungen aufweisen.
Im Humanbereich haben zusätzliche Selen-Gaben zu deutlichen Verbesserungen des Allgemeinbefindens geführt.
Bestimmte Pflanzen (z.B. Kohl, Soja, Mais) können die Hormonaufnahme / -wirkung reduzieren. Sie sollten daher nicht in großen Mengen oder zumindest in gleichbleibenden Mengen (z.B. maishaltiges Futter) verfüttert werden.
Die Hormone dürfen nicht zusammen mit Calzium oder Eisenpräparaten gegeben werden, da diese die Aufnahme der Hormone verhindern.

Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?

Ja, es gibt sowohl Wechselwirkungen, die die Hormonwirkung verstärken, als auch solche, die die Hormonwirkung verringern.
Werden zusätzliche Medikamente gegeben, ist daher unbedingt der behandelnde TA auf die Substitution hinzuweisen.

Trotz Substitution sind die T3-Werte niedrig
Dies ist, insbesondere zu Anfang einer Substitution, nicht unnormal.
Manchmal steigen die T3-Werte nach einer gewissen Zeit der Substitution an.
Letztendlich sind die T3-Werte lediglich Orientierungswerte, die jedoch nichts über die Funktion oder korrekte Substitutionshöhe aussagen. Im Körper wird „vor Ort“ das T4 in T3 umgewandelt. Der Grad der Umwandlung ist nicht messbar, da die Umwandlung in Organen und Zellen stattfindet.
Lediglich bei einem anhaltend sehr niedrigen T3-Wert trotz maximal ausgereizter T4-Dosis und vorliegen von bestimmten Verhaltensauffälligkeiten muss ggf. an eine Umwandlungsstörung gedacht werden. Diese erfordert die zusätzliche Gabe von T3.

Was muss ich bei der Blutabnahme beachten?
Die Blutabnahme sollte jeweils immer zu gleichen Tageszeit erfolgen und ca. 6 Std. nach der Hormongabe.
Die Blutanalyse sollte immer beim Labor durchgeführt werden.
Bei einmal täglich substituierten Hunden sollten die Werte zusätzlich vor der morgendlichen Hormongabe überprüft werden.

In welchem Bereich sollten die T4-Werte bei einer Substitution liegen?
Bei einer Substitution sollte der T4-Wert 6 Std. nach Hormongabe mindestens im oberen Drittel liegen. Werte die etwas über dem oberen Grenzwerte liegen, sind jedoch ebenfalls akzeptable, sofern der Hund keine Überdosierungsanzeichen zeigt.
Die Werte vor der Hormongabe sollten über dem unteren Referenzbereich liegen.

Welche Über- und Unterdosierungsanzeichen gibt es?
Leider sind einige Anzeichen nicht spezifisch einer Über- oder Unterdosierung zuzuordnen.

Symptome von Über- oder Unterdosierung
  • Unruhe bzw. Hyperaktivität oder auffallende Trägheit,
  • Verstärktes Trinken und Übelkeit, starkes Speicheln,
  • zunehmende Ängstlichkeit, Aggressivität
  • fütterungsunabhängiger Durchfall, Durchfall aufgrund vermehrter Ängstlichkeit.

Überdosierungsanzeichen sind
  • verstärktes Hecheln in Ruhe, z. B. in entspannter Umgebung zu Hause ohne erkennbare Auslöser, insbesondere 1 bis 2 Stunden nach der Tablettengabe,
  • Herzrasen, erhöhte Körpertemperatur

Unterdosierungsanzeichen sind
  • verstärktes Hecheln bei normaler körperlicher Belastung (Spaziergang, warmes Wetter) oder Stress,
  • Verstopfung, seltener, trockener Kotabsatz bei ausgeprägter Unterdosierung,

Kann ich immer bei der eingestellten Dosis bleiben?
Insbesondere in den ersten Jahren der Substitution können immer wieder Dosiserhöhungen, aber auch Reduzierungen, erforderlich werden.

Muss ich bei einem alten Hund die Dosis reduzieren?
Das ist individuell unterschiedlich. Sowohl Dosiserhöhungen als auch –reduzierungen können je nach Individuum erforderlich sein.

Hilfe, die Hormone helfen nicht
Findet keine nachhaltige Verbesserung klinischer oder verhaltensmäßiger Symptome statt, kann dies verschiedene Ursachen haben. Die beiden häufigsten Ursachen sind:
  • Fehldiagnose
  • der Hund spuckt die Tabletten wieder aus. In diesem Fall ist es empfehlenswert auf das flüssige Präparat Leventa wechseln.

Muss ich den Hund neu einstellen, wenn ich das Präparat wechsele und kann ich mich dann an den bisherigen Analysewerten orientieren?
Die verschiedenen Präparate sind in ihren Beisubstanzen verschieden. Hierdurch kann sich eine unterschiedliche Verstoffwechselung ergeben. Ob dies der Fall ist, ist jedoch individuell verschieden.
Sind Dosisänderungen erforderlich, können aufgrund der verschiedenen Verstoffwechselung die Blutwerte, die bei dem anderen Produkt als optimal festgestellt wurden, nicht als Vergleichswerte herangezogen werden.

Hat mein Hund mit einer Schilddrüsenunterfunktion eine reduzierte Lebenserwartung?
Bei einem gut eingestellter Hund ist alleine aufgrund der Schilddrüsenunterfunktion nicht mit einer Lebenszeitverkürzung zu rechnen.
Da insbesondere bei einer autoimmunen Schilddrüsenunterfunktion jedoch aufgrund des gestörten Immunsystems weitere Erkrankungen an anderen Organen oder Drüsensystemen auftreten können, sollten regelmäßig (mindestens 1 mal jährlich oder bei Bedarf) geriatrische Profile (Organprofile) erstellt werden.

Kann statt mit Medikamenten (Hormonersatz) auch homöopathisch behandelt werden?
Homöopathische Präparate sind nicht in der Lage fehlende Hormone zu ersetzen oder eine erkrankte Schilddrüse zu heilen.
In Einzelfällen, bei nicht durch Schilddrüsenerkrankungen hervorgerufenen niedrigen Schilddrüsenwerten, kann Homöopathie ggf. eingesetzt werden. Viel wichtiger ist jedoch die Behandlung der eigentlichen Ursache.



Ergänzungen und Hinweise bitte als neues Thema im Diskussionsbereich einstellen.

Urheber: Beate Zimmermann & http://www.yorkie-rg.net

_________________
Manchmal denke ich, es ist Hauptaufgabe der Hunde, uns Menschen bescheiden zu halten. [Patricia B. McConnell]
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Zuletzt geändert von BeaSin am Mo 16. Jan 2012, 01:13, insgesamt 1-mal geändert.

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