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Die letzten Beiträge des Themas - Wie findet man den neuen Hund?
Autor Nachricht
  Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?  Mit Zitat antworten
Hallo Bea, Claudia,

wenn ich unsere Erfahrungen zusammen fasse, dann ist jeder mit seinem Hund zufrieden. Er ist anders als der vorige. Aber anders heißt nicht schlechter und nicht besser. Einfach erst einmal anders. Man lernt die Verbesserungen schätzen und man weiß, dass man sich mit irgendetwas arrangieren muss. Man findet einen neuen modus vivendi.
Derzeit habe ich mich auf zwei Stunden morgens und mindestens eine Stunde abends eingestellt. Da es draußen gerade gewittert: Ist es nun von Vorteil, dass Danny keine Angst vor Blitz und Donner hat? Einesteils ja. Man wird nicht mit Urgewalt nach hause gezogen. Andernteils nein. Nun heißt es, im kräftigen Regen bei Urgewalten geruhsam ab und zu nach einer Maus spähend durch die Gegend zu ziehen, ohne irgendwelchen Drang zu verspüren, das gemeinsame Heim aufzusuchen.
Mit Katzen haben wir die Aktivität auf vielleicht 50% reduziert, an guten Tagen auf 10%. Da ist noch Entwicklungspotenzial vorhanden. Hundebegegnungen sind sehr viel entspannter geworden, nachdem ich mittels Clicker (habe ich erst nach einem halben Jahr in die Hand genommen) die Regeln ein wenig erläutert habe. Und eine nette Eigenheit habe ich noch gesehen. Wenn ich die Leine einfach auf die Erde fallen lasse, läuft sie vielleicht noch 10 m weiter und bleibt dann stehen. Also, falls keine Ablenkung in der Nähe ist.

So werden wir also weiter mit unseren neuen Hunden unser relatives Glück erleben. Es ist eine der vielen Facetten unserer Hundeerlebnisse.

tschüß R. #b_ye2#

ed. Stil verbessert
Beitrag Verfasst: Di 15. Aug 2017, 20:27
  Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?  Mit Zitat antworten
Hallo

Meine Erwartungshaltungen sind eigentlich erfüllt:
Unkompliziertes Handling, damit die Gassigeher nicht überfordert sind: 100 %
Punktabzüge könnte es in der Zeit der Läufigkeit geben, aber da kann die Madam nichts für.
Fährt ruhig Auto, kann gut alleine bleiben: 100 %.
Keine optische Ähnlichkeit mit vorherigen Hunden: 100 %

Wenn ich mich an R. Liste orientiere und mir insbesondere die Punkte rausziehe, die für mich wichtig waren:
Beim TA unkompliziert.
Rad fahren gerne und gerne schnell.
Keine Gewitter-Angst oder Angst bei Silvester - allerdings ist ihr das nicht wirklich geheuer. Könnte also gut sein, dass sie Silvester in der Großstadt nicht angstfrei überstehen würde.
Hört super gut und orientiert sich an mir.
Interessiert an der Umgebung, wenn auch teilweise etwas schüchtern. Denkmäler oder ungewöhnliche Gartenfiguren können schon mal Verwirrung stiften, aber immerhin probiert sie (meist) vorsichtige und bellende Annährung, anstatt kopflos davon zu stürmen.

Was für mich ungewohnt war, war das unbesonnene hochspringen auf alles und jedes. Das führt spätestens bei schmalen Brückengeländern zu Problemsituationen. Geht aber inzwischen...

Charakter ansonsten:
Wie gewohnt Katzenjäger und überhaupt Jäger.
Aber das hält sich wirklich in Grenzen. Da kenne ich deutlich schlimmere Hunde.

Im Haus unauffällig – zum Teil zu sehr. Dafür draussen immer im höchsten Gang unterwegs.

Eher zurückhaltend, denn forsch draufgängerisch. Finde ich manchmal etwas schade, hat aber auch Vorteile.
Denkt mit – mit allen Vor- und Nachteilen. Aber das kenne ich ja und ist mir auch ganz recht. Schnell hat sie die Wanderwegsuchfunktion kapiert. Auf manchen Wanderwegen kann man (insbesondere im Frühjahr) beim besten Willen nicht zwischen Wanderweg und Wiese / Wald unterscheiden. Da ist es ganz hilfreich, wenn Hund den Wanderweg erkennt.
Ebenso schnell hat sie den „Stopp“-Pfiff verstanden. Über das Thema „Hund hält bergab das Tempo bei“ diskutieren wir noch. Oft vernebelt ihr dabei wohl der Hunger und die Aussicht auf den mit jedem Meter näher rückenden Futternapf das Hirn.

Was mir von Anfang an schwerfiel: das sie deutlich kleiner ist, als ich mir meinen nächsten Hund vorgestellt hatte. Schon die paar Zentimeter Größenunterschied zu ihrer Mutter machen da schon einiges aus. Aber ok – sie ist wie sie ist: winzig …..
Dadurch muss ich mich auch in Beziehung „Leckerchen“ umstellen. Was früher wirklich nur ein Leckerchen war, ist nun schon fast die Tagesration.


R. schreibt als negative Eigenschaft:
„Teils starke eigene Vorstellung zum Weg mit aktivem Versuch, sich durch zu setzen.
Verweigern von Gefolgschaft durch passiven Widerstand (Setzen, Hinlegen als Mehlsack).“
Ok – das Mehlsack-Syndrom ist natürlich doof.
Ansonsten finde ich es ganz praktisch, wen der Hund Vorstellungen vom Weg hat, z.B. wenn der Hund alt und krank ist und sich nicht überfordern will. Auch bei der oben erwähnten Wanderwegsuchfunktion ist es hilfreich oder wenn man sich verlaufen hat.
Heute hatte ich mir fest vorgenommen, eine größere4 Wanderung zu machen. Das Wetter war schwül, sehr schwül. Aber Vorsatz ist Vorsatz. Ich war Floh allerdings nicht böse, als sie den kurzen Weg wählte #bi_ggrin# Hat was, ein Hund, der weiß wo er lang will #l_o_l#

LG Bea
Beitrag Verfasst: Sa 29. Jul 2017, 21:17
  Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?  Mit Zitat antworten
Eines habe ich vergessen:

Ich hatte Probleme erwartet, weil Kimi nicht kastriert ist und Spike (kastriert) sehr starkes Interesse am Pipi von läufigen Hündinnen hat. Ich hätte erwartet, dass ich die beiden in der Läufigkeit trennen muss. War aber nicht nötig. Spike war zwar interessiert, hat Kimi aber nicht bedrängt. Hilfreich war auch der Overall, den Kimi getragen hat.

Liebe Grüße
Claudia
Beitrag Verfasst: Di 25. Jul 2017, 22:58
  Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?  Mit Zitat antworten
Hallo R.,

ich hätte von meinem Welpen (Kimi) erwartet, dass sie sich gut handeln lässt (medizinische Behandlungen). Da war ich mr ziemlich sicher, dass ich das, aufgrund meiner Erfolge mit Spike gut hinbekomme. War und ist leider nicht so. Kimi ist da deutlich problematischer als Spike. Wir arbeiten dran und haben noch einen weiten Weg vor uns. Was supergut funktioniert ist das Signal "Hochheben". War eines der ersten Signale, was ich aufgebaut habe. Alle Manipulationen werden angekündigt. Auch Geschirranziehen und Leine dran befestigen, Pfoten säubern, usw.

Gewußt habe ich, dass sie Menschen gruselig findet und sich mit Bellen vom Hals halten will. Da sind wir durch Training viel weiter gekommen. Derzeit werden nur noch Menschen, die stehen bleiben und sie direkt anschauen oder ansprechen verbellt. Leute, die an uns vorbei laufen, werden mittlerweile als "ungefährlich" eingestuft. Ich kann auch mit ihr durch belebte Strassen gehen, auch in für sie unbekannten Städten.

Kontakte zu anderen Hunden habe ich von Anfang an, so weit möglich, zugelassen. Ich wollte verhindern, dass sie wie Spike heftig auf Hunde reagiert. Klappt auch oft, aber nicht immer.

Daheim ist sie ruhig. Besucher mag sie nicht, haben wir aber auch sehr selten.
Alleinebleiben am Vormittag ist kein Problem. Kennt sie. Abends geht es gar nicht. Kommt auch nur sehr sehr selten vor.
Leinenführigkeit: Naja. Manchmal sehr schön, oft gar nicht. Finde ich persönlich bei einem 8-9kg Hund auch nicht arg dramatisch.
Rückruf/-pfiff: Reaktion super. Allerdings sind derzeit die Hasen sehr interessant. Da müssen wir noch weiter dran üben.

Beim Autofahren ist sie bisher der unproblematischste Hund, den ich hatte. Ich hatte aber erst drei. ;-) Einziges Problem: Sie blafft andere Hunde an, die sie aus dem Auto heraus sieht.

Erwartungen an Kimi hatte ich nicht wirklich. Ich habe damals hauptsächlich erhofft, dass Spike und sie sich einigermassen verstehen und tolerieren. Durch Spikes sehr positive Reaktion auf den Clicker konnte ich viele Situationen mit Clicker als Unterbrechungssignal sofort entschärfen. Tolerieren war in den meisten Fällen möglich. In engen Situationen (Bett, Wohnwagen, Auto) musste ich managen. Das hat in der Regel gut funktioniert.

Was ich faszinierend fand, war Kimis Reaktion, wenn Spike auf gemeinsamen Spaziergängen heftig auf andere Hunde reagiert hat. Kimi hat sich hinter mich gestellt und einfach abgewartet.

Was ich unterschätzt habe: Futterbelohnung bei einem kleinen Hund. Man kann deutlich weniger Trainingssessions pro Tag machen. Ausserdem ist Futter für sie nicht immer wirklich wichtig. Frisbee steht hoch im Kurs, kann man aber nicht immer einsetzen.

Liebe Grüße
Claudia + Kimi
Beitrag Verfasst: Do 20. Jul 2017, 22:58
  Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?  Mit Zitat antworten
Situationsbeschreibung nach sechs Monaten

Günstige Eigenschaften

Unauffällig ruhig im Haus, keine Reaktion bei Türklingel, kein Interesse an Besuchern.

kann stundenweise gut allein bleiben. Freude aber keine Hektik bei der Heimkehr,
kann draußen kurzfristig angebunden werden. Bleibt ruhig stehen oder legt sich ab.

Wiederholte Hundebegegnungen können sehr schnell entspannt werden, je nach Menschen-Hunde Paarung.

Absolut passiv kompliant beim Tierarzt.

Freundlich bis desinteressiert neutral zu anderen Menschen von Baby bis Greis.

Vögel auch Hühner werden ignoriert, ebenso Pferde und Schafe.

keine bis kaum Angst vor heftigen Geräuschen (Baumaschinen mit Bodenerschütterungen), verschiedene Kampfgeräusche, Schüsse (vom Bw.-Übungsplatz), Gewitter.

Bei kritischen Stellen Vertrauen zu mir.

Sehr gut führig an lockerer Leine in den meisten Situationen.

Schnelle Reaktion auf Signale: Rechts, Links, Anders (auf der anderen Seite eines Pfahles, Baumes vorbei gehen), brauchbare Reaktion auf Signal Halt.

Meist gute Reaktion auf Signal, Weiter (spontanes Unterbrechen der Aktivität, weiter Gehen) und Zurück (rückwärts aus einem Engpass, einer Sackgasse, Loch im Buschwerk).

Sehr aktives Interesse an der Umwelt (Wege, Sackgassen, Bauernhöfe, Betriebsgelände).

Sozial eingebunden. Mit vorsichtiger aber eindeutiger Kontaktaufnahme (Schnauzenberührung). Aufforderung zum Streicheln oder zum Spaziergang.
Ungünstige Eigenschaften
Starke Reaktion auf Hunde im TV. Das Wohnzimmer wird intensiv verteidigt.

Verhalten zu anderen Hunden: abweisend bis vertreibend, teils sehr heftiges Gurgelknurren, starkes Bellen, Zähne zeigen.

Katzen: wütendes Verfolgen, Hass.

Eichhörnchen: jagdbetontes Verfolgen und Beobachten falls auf dem Baum.

Jagdtrieb: Hasen, Rehe lösen durch Bewegung starke Jagdintention aus. Generell sehr schnelle überraschende Reaktionen.

Teils starke eigene Vorstellung zum Weg mit aktivem Versuch, sich durch zu setzen.
Verweigern von Gefolgschaft durch passiven Widerstand (Setzen, Hinlegen als Mehlsack).

Intensiver Oppositionsreflex bei Leinenzug.

Keine Reaktion auf Rufen oder gar Locken. Eher zurückweichend.
Signale Sitz (im Aufbau) und Platz nicht bekannt.

Entwicklung:
Intensive Erkundungsaktivität, Zweit- und Drittbegegnungen mit anderen Hunden verlaufen eher neutral bis desinteressiert (abhängig von der Halterverständigung). Sonst gegenseitig angepasstes Tempo an lockerer Leine. Zunehmende Entspannung. Morgenspaziergang ~2h ist normal. Vorher Weigerung abzubrechen.


Nach dieser Zusammenstellung kann sich jeder selber überlegen, ob er die Entscheidung für diesen Hund bereuen würde oder nicht. Es bleibt immer ein wenig theoretisch. Die Hundehaltung hängt ja auch von der jeweiligen Umgebung ab. Wir haben Bauernhöfe, eine Menge Katzen, Eichhörnchen, Hühner, Schafe, Pferde. Dazu kommt noch reichlich Wald. Das Wichtigste: Es gibt viele Hunde. Die Verständigung mit den Haltern ist meistens sehr gut, was vor allem unserem vorherigen Hund zu verdanken ist. In der Stadt waren wir noch nicht.
Der ultimative Test, ob die Entscheidung sinnvoll war, kam mit meinem Schlüsselbeinbruch vor fünf Wochen. Jetzt war ich gehandicapped und musste den Hund allein mit meiner linken Hand händeln. Das verhalf mit zu wirksamer Konsequenz und uns beiden zu einer eindeutigen Verständigung. Etliche Versuche, die Leine einmal auf dem Boden schleifen zu lassen, zeigen, dass sie keine Versuche macht, sich zu entfernen. Sie bleibt in meinem Dunstkreis.

Naja, ist ein bisschen lang geworden.
Wie sind eure Erwartungen bei euren neuen Hunden denn im Realitätstest bewertet worden?

#b_ye2# R.
Beitrag Verfasst: Mi 19. Jul 2017, 22:49
  Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?  Mit Zitat antworten
Hallo zusammen,

(Bea)"Und bei welchem Auslandshund steht schon: „Er braucht auf jedenfall körperliche und geistige Auslastung, spazieren gehen alleine reicht ihm nicht, da er spaß am Arbeiten hat und diese auch braucht.... “

Es geht aber auch anders:
Wie es scheint, haben wir diesbezüglich mit Dannys ehemaligen Tierheim die löblichen Ausnahme von der Regel gefunden. Dort wurden die "Rumänienimport"-Hunde nicht nur lobend angeboten, sondern auch mal Klartext geschrieben. Und bei näherem Interesse auf Nachfragen sehr ehrlich - soweit man durch Informationen und Erfahrungen der Gassigänger wusste -geantwortet.
Aus der Erinnerung weiß ich noch, dass unsere Danny so etwa vorgestellt wurde: "Danny ist kein Sofahund. Und der heimische Garten ist bald langweilig. Und sie will laufen, laufen, laufen: locker 25km am Tag....Sie braucht einige Zeit, bis sie sich einem Menschen anschließt, sie sucht ihn sich ganz sorgfältig aus... Sie mag überhaupt keine Katzen...Sie war noch nie in einer Wohnung..."
Bei einem anderen Hund hieß es:"....Er liebt z.B. Agility und braucht derartige Beschäftigungen zum Wohlfühlen...."
Beim dritten Hund: "...Bei Fremden reagiert er anfangs sehr misstrauisch und beschützt seine Menschen. Er braucht hundeerfahrene Menschen, die mit seinen rassetypischen Charaktereigenschaften umzugehen wissen..."
Und beim vierten nach Aufzählung einiger Eigenheiten: "...Er braucht ein Zuhause, wo er so sein darf wie er ist...."
Ich denke, wenn ehrliche Information und Beratung seitens der Tierheime und gründliche Suche und Auswahl seitens der künftigen Hundehalter gegeben sind, dann dürfte es nicht viele böse Erwachen und Rückgabe der Hunde geben.

"...Die Auslandshunde freuen sich doch schon, wen sie ein nettes Zuhaue finden und sind bis an ihr Lebensende dankbar…."
Dankbarkeit? Wenn das ein Tierheim wirklich meint, dann lügen sie sich doch in die eigene Tasche! Ein Begriff, den wir aus unserem menschlichen Vokabular auf das Gefühlsleben von Tieren übertragen. Was aussieht wie "Dankbarkeit" ist vielleicht etwas ganz anderes? Ich erwarte, wie ihr auch, keine "Dankbarkeit" von meinem neuen Hund. Ein Stück weit müssen wir uns beiderseits auf einander einlassen können, vielleicht auch respektieren, jeweils die Grenzen des Anderen akzeptieren. Und wenn ich den berechtigten Eindruck habe, dass sich der neue Hund nach angemessener Zeit bei mir so wohl und sicher aufgehoben fühlt, so dass er sich in unsere Gemeinschaft einfügen kann, werde ich zufrieden sein.

Übrigens sind wir bei unserer Suche nach einem neuen Hund in zwei Tierheimen nach dem Motto: "Senioren für Senioren!" beraten worden. Sind das alles Ausnahmen???

Gruß, Lydia
Beitrag Verfasst: Di 4. Jul 2017, 17:22
  Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?  Mit Zitat antworten
Hallo R.,

Dankbarkeit erwarte ich von keinem Tier.
Ich hoffe, das mein Hund oder meine Katze sich bei mir wohl und sicher fühlen.

Liebe Grüße
Claudia
Beitrag Verfasst: Mo 3. Jul 2017, 21:53
  Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?  Mit Zitat antworten
Grüß Dich Bea,

so war es bei uns auch:
BeaSin hat geschrieben:
Ich habe etliche TH abgeklappert.
Entweder es gab „dankbare, gut sozialisierte, nette, freundliche und gut erzogene Hunde, die man bedenkenlos jedem in die Hand drücken kann“ aus dem Ausland.
Oder „wilde Bestien, die man keinesfalls einem hundeunerfahrenen HuSi in die Hand drücken kann und die rd. 24 Std. am Tag intensiv erzogen werden müssen“ aus Deutschland....
Nun sollte man den TH-Beschreibungen nicht blind glauben. Dankbar kann man sofort knicken. Hunde sind Opportunisten. Sie orientieren sich an dem, der ihren Bedürfnissen am meisten nützt. Das sieht dann wie Dankbarkeit aus. Wann sind Menschen dankbar und wie lange? Aber Hunde können hierbei natürlich Loyalität entwickeln, da sie wie wir Sozialgemeinschaften bilden.
Das nächste ist freundlich. Die Frage ist: gegenüber wem? Männer, Frauen, Kinder (wie alt?), Hunden, Katzen, Pferden, Schafen, Hühnern (Ich lebe auf dem Land)? Besser als freundliches ist für mich neutrales Verhalten. Es gibt Menschen, die einen freundlich neugierigen Hund als Gefahr empfinden.
Gut sozialisiert? Ja, könnte ich beipflichten. Aber was heißt das? Fröhliche Schusseligkeit (Hi, ich bin der Labbi ~haha~ ) gegenüber jedem Artgenossen oder ein sensibles Gefühl für Rangordnung und Hundetikette? Letzteres kann schon mal zu verblüffenden Reaktionen führen. Die Hunde leben oft in Gruppen zusammen. Da gibt es schon alpha und omega. Ich habe z.B. beobachtet, dass ein alter Hund vone einem jüngeren stärkeren bei der gemeinsamen Fütterung von seinem Napf weg gedroht wurde. Und er ging ohne Gegenwehr. Und das Rangbewusstsein nehmen die Hunde in ihre neue Umgebung mit.
Zitat:
Ich gehe nicht davon aus, dass die Auslandshunde wirklich so nette Gesellen sind. Klar mag es auch solche geben, aber bei den meisten wird man wohl schnell feststellen, dass sie die ein oder andere Macke haben.
Nur sind das anscheinend liebenswerte Macken – wohingegen das gleiche Verhalten bei deutschen Hunden ein schwerer Mangel ist.
Ich würde jetzt fragen, wie und warum ist der ausländische Hund in ein Tierheim gekommen und desgleichen der deutsche? Dann kann es schon sein, dass letzterer öfters wegen Erziehungsproblemen dort gelandet ist. Und das ist dann für die Vermittlung schon relevant.
Zitat:
Meine Eltern haben sich im hohen Alter einen einjährigen Hund zugelegt – Ursprungsland Rumänien. Die Hunde, die ich vorgeschlagen hatte, waren ihnen alle zu alt und „außerdem kann man die Hunde ja nicht mehr erziehen“.
Letztes Jahr mussten wir ihn ins TH geben....
Ja, traurig für alle Beteiligten. Ich kann nicht müde werden, den Leuten zu erzählen, dass ein junger Hund sehr anspruchsvoll ist. Einjährig, also in der Phase des Gehirnumbaus mit tausend schrägen Idenn, körperlich in der Phase intensivsten Koordinationslernens mit mächtig Energie, sozial und überhaupt neugierig (gottseidank) aber schon mal etwas daneben genauso wie unsere Teens. Wenn man einem alten Hund attestiert, er könne nichts mehr lernen, tut man das unbewusst auch gegenüber sich selber. Man will sein inneres Hundebild nicht ändern. Der Hund soll sich dem anpassen. Wir haben bewusst als Mindestalter acht Jahre gewählt. Natürlich bekommt man dann auch Inhalte von Wundertüten als Zugabe.
Zitat:
Und bei welchem Auslandshund steht schon: „Er braucht auf jedenfall körperliche und geistige Auslastung, spazieren gehen alleine reicht ihm nicht, da er spaß am arbeiten hat und diese auch braucht.“
Die Auslandshunde freuen sich doch schon, wen sie ein nettes Zuhause finden und sind bis an ihr Lebensende dankbar….
Ich sag jetzt mal, junge asiatische Frauen sind doch ewig dankbar und willig, wenn sie ein deutscher Mann mit nach hause nimmt. So müssen sie nicht im Slum enden. Das vergessen sie nie!
Gleiche Logik. Hat mit der Realität nichts zu tun. Aber man kann das im Fall der Hunde nicht dem Tierheim anlasten. Etwas selbstkritisch darf man schon sein. Unsere Danny könnte ich morgens raus lassen. Sie würde abends zurück kommen. Zwischendurch würde sie sich in einer schattigen Hecke verstecken und schlafen. Den Rest der Zeit würde sie Katzen und Eichhörnchen jagen, Bauerhöfe und alle Winkel von Betrieben und Hinterhöfen durchkämmen. Einmal die Woche würde sie Wald und Feld durchstöbern und versuchen zu greifen, was nicht früh genug verschwunden ist. Sie braucht nicht bespielt zu werden. Sie kann sich ganztägig intensiv selber beschäftigen. Ich fürchte aber, dass es im Ort Leute gibt, die dem nichts abgewinnen können.
Wenn ich denke, dass unsere Danny mich die ersten vierzehn Tage keines Blickes gewürdigt hat und von unserem Sohn, der schon mehrfach zu Besuch da war, kein Futter aus der Hand nimmt, dann kann man ahnen, dass das mit der Dankbarkeit ein Weilchen dauern kann.

ciao #b_ye2# R.
Beitrag Verfasst: Mo 3. Jul 2017, 15:23
  Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?  Mit Zitat antworten
Hallo zusammen,

Ich habe auch einen Auslandshund aus Osteuropa adoptiert. Er hatte damals aufjedenfall auch viele psychische Probleme die aber mit der Zeit immer besser wurden.
Weiß jemand ob sowas eine Rolle spielen könnte für eine Hundehaftpflichtversicherung? Da Hunde mit knacks ja vielleicht aus Sicht der Versicherung eher mal einen Unfall verursachen könnten? Hoffe dass die sowas nicht wissen wollen #bi_ggrin#

Ich bin momentan auf der Suche nach einer guten Hundehaftpflichtversicherung und nach ein bisschen Recherche finde ich die hier bisher am besten. Aber eventuell habt ihr ja noch andere Empfehlungen?

Liebe Grüße
Beitrag Verfasst: Mo 3. Jul 2017, 10:28
  Betreff:  Re: Wie findet man den neuen Hund?  Mit Zitat antworten
Hallo Perkeo

Leide (oder GsD) habe ich weder Rücken noch Probleme mit der Hand. So ist meine Zeit leider begrenzt, auch wenn ich schon seit geraumer Zeit gerne antworten würde.

Auslandshunde
Als ich den thread gestartet habe, habe ich einen Hund gesucht, der ziemliche viele Kriterien erfüllen musste, u.a. aus Deutschland und geeignet für hundeunerfahrene HuSis.

Ich habe etliche TH abgeklappert.
Entweder es gab „dankbare, gut sozialisierte, nette, freundliche und gut erzogene Hunde, die man bedenkenlos jedem in die Hand drücken kann“ aus dem Ausland.
Oder „wilde Bestien, die man keinesfalls einem hundeunerfahrenen HuSi in die Hand drücken kann und die rd. 24 Std. am Tag intensiv erzogen werden müssen“ aus Deutschland.
Ich war schon kurz davor, mich auf ein hundeloses Leben einzurichten, als dann Floh reinschneite…

Ich gehe nicht davon aus, dass die Auslandshunde wirklich so nette Gesellen sind. Klar mag es auch solche geben, aber bei den meisten wird man wohl schnell feststellen, dass sie die ein oder andere Macke haben.
Nur sind das anscheinend liebenswerte Macken – wohingegen das gleiche Verhalten bei deutschen Hunden ein schwerer Mangel ist.

Meine Eltern haben sich im hohen Alter einen einjährigen Hund zugelegt – Ursprungsland Rumänien. Die Hunde, die ich vorgeschlagen hatte, waren ihnen alle zu alt und „außerdem kann man die Hunde ja nicht mehr erziehen“.
Letztes Jahr mussten wir ihn ins TH geben. Dort sitzt er nun seit einem Jahr und wartet darauf, dass sich jemand findet, der ihn nimmt.
Vielleicht wären die Vermittlungschancen besser, wenn das TH irgendwo schreiben würde, dass er aus Rumänien kommt? Am Besten noch mit dem Hinweis (auch wenn es nicht stimmt): aus der Tötungsstation…. Dann kann sich der neue Besitzer auf die Schultern klopfen das er ein gutes Werk getan hat.

Und bei welchem Auslandshund steht schon: „Er braucht auf jedenfall körperliche und geistige Auslastung, spazieren gehen alleine reicht ihm nicht, da er spaß am arbeiten hat und diese auch braucht.“
Die Auslandshunde freuen sich doch schon, wen sie ein nettes Zuhaue finden und sind bis an ihr Lebensende dankbar….


Hundebegegnungen
Früher hatte ich wenig Verständnis dafür, wenn Besitzer kleiner Hunde ihre Hunde bei Hundebegegnungen hoch nahmen.
Inzwischen gehöre ich auch zu den Hundebesitzern, die ihre Hunde ab und an hochnehmen, z.B.
  • wenn sie heiß ist und ein deckwilliger Rüde ohne Begleitung ankommt
  • als sie verletzt war (genähte Wunde) und tobsüchtige Hunderudel ankamen
  • wenn sie aus irgendeinem Grund völlig austickt (sehr selten) – z.B. wenn sie die gassigehenden Herdenschutzhunde anbellt (die haben den ein oder anderen Hund und Besitzer schon heftig zerstückelt).

LG Bea
Beitrag Verfasst: So 2. Jul 2017, 13:34

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


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